Forschungsprojekte am Institut II: Gesellschaftswissenschaften

Aktuelle Projekte

Der moderne soziale Zusammenhalt
Laufzeit: 01.11.2022 bis 30.11.2025

Aufgrund verschiedener Entwicklungen gilt der soziale Zusammenhalt heutiger Gesellschaften als gefährdet. Dies wirft die Frage auf, wie dieser gestärkt werden kann. Dazu gibt es verschiedene gesellschaftspolitische Entwürfe, die alle für sich beanspruchen, den Zusammenhalt zu fördern: liberale, sozialdemokratische, kommunitaristische, konservative und nationalistische. Das Projekt beschäftigt sich systematisch mit diesen gesellschaftspolitische Entwürfen. Zunächst wird ihre intellektuelle Herkunft beschrieben und herausgearbeitet, welche stukturellen Voraussetzungen und kulturelle Ressourcen jeweils als zusammenhaltsfördernd herausgestellt werden. Anschließend wird in einem Vergleich v. a. europäischer Länder überprüft, inwieweit diese Annahmen von der sozialen Wirklichkeit gedeckt sind: Finden wir einen Zusammenhang zwischen den jeweils postulierten strukturellen bzw. kulturellen Voraussetzungen einerseits und einer starken gesellschaftlichen Gemeinschaft andererseits? Und wenn ja, für welche Art von Zusammenhalt? Ziel des Projekt ist es, die richtige gesellschaftspolitische Strategie für einen modernen sozialen Zusammenhalt zu ermitteln.

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Subjektive Reaktionen auf wachsende Ungleichheit
Laufzeit: 01.11.2022 bis 30.11.2025

Ein Trend der letzten Jahrzehnte ist die wachsende ökonomische Ungleichheit. Wie sehen die subjektiven Reaktionen der Menschen darauf aus? Nehmen sie die Gesellschaft auch als generell ungleicher wahr? Wie verorten sie sich selbst im Statusgefüge? Und wie beeinflusst die Ungleichheit ihr subjektives Wohbefinden? Diesen Fragen geht das Projekt unter der Generalperspektive einer subjektzentrierten Ungleichheitsforschung nach. Vor dem Hintergrund der strukturellen Veränderungen in postindustriellen Gesellschaften liegt ein besonderes Augenmerk auf klassenspezifischen Reaktionen. Die Forschung im Projekt ist quantitativ-empirisch ausgerichtet und verwendet Umfragedaten aller großen europäischen und internationalen Umfrageprojekte.

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Aufstieg, Fall oder Transformation der Erlebnisgesellschaft? Eine quantitativ-empirische Untersuchung für Deutschland und Europa
Laufzeit: 01.10.2022 bis 30.09.2025

Neuere Zeitdiagnosen zeichnen ein eher düsteres Bild der gesellschaftlichen Verhältnisse, so bspw. die "Flucht nach vorn: Die Erfolgskultur der Gegenwart" (Neckel 2008), die "Gesellschaft der Angst" (Bude 2014) oder die "Abstiegsgesellschaft" (Nachtwey 2016). Der Kontrast zu den Gesellschaftsdiagnosen vor der Jahrtausendwende ist beachtlich. Paradigmatisch für den Optimismus der 1980er und 1990er Jahre war die These der Erlebnisgesellschaft von Gerhard Schulze (1992): Angesichts des materiellen Überflus-ses für breite Schichten habe sich die Modernisierung von außen nach innen gewendet, weg von einer Orientierung auf Status und materiellen Erfolg hin zum fast spielerischen "Projekt des schönen Lebens". Infolge dessen seien auch soziale Ungleichheiten im Alltag der Menschen weitgehend irrelevant geworden, was Schulze als subjektive Entvertikalisierung bezeichnet. Konfrontiert mit den jüngsten Gegenwartsdiagnosen und der dort thematisierten steigenden ökonomischen Ungleichheit und Unsicherheit stellt sich daher die spannende Frage: Ist die Erlebnisgesellschaft schon wieder Geschichte? Oder leben wir immer noch - und vielleicht sogar mehr denn je - in einer Erlebnisgesellschaft? Oder hat sich die Gesellschaft angesichts neuer sozio-ökologischer Krisen und Herausforderungen (Stichworte: Nachhaltigkeit und Postwachstum) zuletzt in eine ganz andere Richtung entwickelt? In diesem Spannungsfeld der Zeitdiagnosen soll das beantragte Projekt eine Positionsbestimmung der deutschen Gesellschaft vor dem Hintergrund der Theorie der Erlebnisgesellschaft vornehmen, die im Jahr 2022 ihr 30-jähriges Jubiläum feiert. Wir erforschen, ob der Wandel zur Erlebnisgesellschaft trotz fragiler gewordener Rahmenbedingungen immer noch intakt ist (Szenario "Aufstieg der Erlebnisgesellschaft") oder sich wieder umgekehrt hat (Szenario "Fall der Erlebnisgesellschaft"). Dabei ist das Projekt auch offen für die Möglichkeit, dass die Gesellschaft mit dem neuen existenziellen Problem des "nachhaltigen Lebens" eine neue Entwicklungsrichtung eingeschlagen hat (Szenario "Transformation der Erlebnisgesellschaft").Um diese Positionsbestimmung vornehmen zu können, stellt das Projekt zwei Grundannahmen der Schulze’schen Theorie in den Mittelpunkt: die der innengerichteten Modernisierung in Richtung Erlebnisorientierung sowie die der subjektiven Entvertikalisierung der Gesellschaft. Diese Grundannahmen überprüfen wir bevölkerungsrepräsentativ im Zeitverlauf (ab ca. 1980 bis heute) für Deutschland und zusätzlich mit aktuellen Querschnittsdaten im internationalen - v. a. europäischen - Ländervergleich (ab ca. 2000 bis heute). Das Forschungsvorhaben ist in großen Teilen sekundäranalytisch angelegt, nur für das Thema der Transformation planen wir eine explorative Primärdatenerhebung. Unser Projekt ist nicht nur zeitdiagnostisch hochrelevant, sondern stellt, von vereinzelten Arbeiten abgesehen, seit langem ein soziologisches Forschungsdesiderat dar.

https://gepris.dfg.de/gepris/projekt/465345673

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Aufstieg, Fall oder Transformation der Erlebnisgesellschaft? Eine quantitativ-empirische Untersuchung für Deutschland und Europa
Laufzeit: 01.10.2022 bis 30.09.2025

Neuere Zeitdiagnosen zeichnen ein eher düsteres Bild der gesellschaftlichen Verhältnisse, so bspw. die "Flucht nach vorn: Die Erfolgskultur der Gegenwart" (Neckel 2008), die "Gesellschaft der Angst" (Bude 2014) oder die "Abstiegsgesellschaft" (Nachtwey 2016). Der Kontrast zu den Gesellschaftsdiagnosen vor der Jahrtausendwende ist beachtlich. Paradigmatisch für den Optimismus der 1980er und 1990er Jahre war die These der Erlebnisgesellschaft von Gerhard Schulze (1992): Angesichts des materiellen Überflus-ses für breite Schichten habe sich die Modernisierung von außen nach innen gewendet, weg von einer Orientierung auf Status und materiellen Erfolg hin zum fast spielerischen "Projekt des schönen Lebens". Infolge dessen seien auch soziale Ungleichheiten im Alltag der Menschen weitgehend irrelevant geworden, was Schulze als subjektive Entvertikalisierung bezeichnet. Konfrontiert mit den jüngsten Gegenwartsdiagnosen und der dort thematisierten steigenden ökonomischen Ungleichheit und Unsicherheit stellt sich daher die spannende Frage: Ist die Erlebnisgesellschaft schon wieder Geschichte? Oder leben wir immer noch - und vielleicht sogar mehr denn je - in einer Erlebnisgesellschaft? Oder hat sich die Gesellschaft angesichts neuer sozio-ökologischer Krisen und Herausforderungen (Stichworte: Nachhaltigkeit und Postwachstum) zuletzt in eine ganz andere Richtung entwickelt? In diesem Spannungsfeld der Zeitdiagnosen soll das beantragte Projekt eine Positionsbestimmung der deutschen Gesellschaft vor dem Hintergrund der Theorie der Erlebnisgesellschaft vornehmen, die im Jahr 2022 ihr 30-jähriges Jubiläum feiert. Wir erforschen, ob der Wandel zur Erlebnisgesellschaft trotz fragiler gewordener Rahmenbedingungen immer noch intakt ist (Szenario "Aufstieg der Erlebnisgesellschaft") oder sich wieder umgekehrt hat (Szenario "Fall der Erlebnisgesellschaft"). Dabei ist das Projekt auch offen für die Möglichkeit, dass die Gesellschaft mit dem neuen existenziellen Problem des "nachhaltigen Lebens" eine neue Entwicklungsrichtung eingeschlagen hat (Szenario "Transformation der Erlebnisgesellschaft").Um diese Positionsbestimmung vornehmen zu können, stellt das Projekt zwei Grundannahmen der Schulze’schen Theorie in den Mittelpunkt: die der innengerichteten Modernisierung in Richtung Erlebnisorientierung sowie die der subjektiven Entvertikalisierung der Gesellschaft. Diese Grundannahmen überprüfen wir bevölkerungsrepräsentativ im Zeitverlauf (ab ca. 1980 bis heute) für Deutschland und zusätzlich mit aktuellen Querschnittsdaten im internationalen - v. a. europäischen - Ländervergleich (ab ca. 2000 bis heute). Das Forschungsvorhaben ist in großen Teilen sekundäranalytisch angelegt, nur für das Thema der Transformation planen wir eine explorative Primärdatenerhebung. Unser Projekt ist nicht nur zeitdiagnostisch hochrelevant, sondern stellt, von vereinzelten Arbeiten abgesehen, seit langem ein soziologisches Forschungsdesiderat dar.

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Gender, War and Popular Culture
Laufzeit: 01.10.2017 bis 01.01.2025

This research deals with the interconnectedness of popular culture, world politics and gender. It is situated within the Popular Culture and World Politics field of study, which has examined the importance of popular artifacts such as films, video games, comics, etc. in shaping international political events. It also contributes to the feminist research in international relations by recognizing the crucial role played by gender in international relations. More specifically, it explores the multiple interactions between gender and conflict, following Cynthia Enloe's assertion that the personal is political is international.

Empirically, the focus of this project is on films and videos. It examines the significance of these popular and visual media for the gendered representation of armed conflict. At the heart of the investigation is the question of how gender is represented in popular culture and in relation to war and militarization, and more specifically, how militaristic ideas and beliefs become embedded in our everyday lives. To answer these research questions, I mainly work with visual methods and film analysis within a feminist post-structural framework.

This doctoral thesis is divided into several thematic areas.

  • A first article, already published, deals with women involved in political violence and examines the representation of Kurdish women fighters in French films. It discusses how their struggle is simplified and instrumentalized within the Kurdish freedom movement, contributing to gender essentialism, nationalism and Islamophobia.
  • The second article is dedicated to the TikTok videos posted by Ukrainian soldiers at the onset of the invasion of Ukraine by Russia. It examines several TikTok videos posted by soldiers at the beginning of the conflict and reads them in the context of the upheaval of gender neo-traditionalism underway in Ukraine and against the conceptual framework of militarized masculinity. It concludes that while the soldiers' portrayals challenge models of military masculinity, they do not completely disrupt the gender order.
  • The third article is in preparation.

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Erfolgsfaktoren beruflicher Rehabilitations- und Integrationsprozesse - eine Analyse individueller Verläufe in Berufsförderungswerken
Laufzeit: 01.01.2022 bis 31.12.2026

Das durch die Deutsche Rentenversicherung Bund (DRV) geförderte Projekt möchte einen praxisrelevanten Beitrag zur Erhöhung der Wirksamkeit von LTA Maßnahmen durch die Vermeidung diskontinuierlicher Verläufe bei zweijährigen Qualifizierungen (Umschulungen) in Berufsförderungswerken (BFW) leisten. Modellhaft wird die Frage der Prävention solcher diskontinuierlicher Verläufe und der Wiederherstellung von Kontinuität im Falle eines vorzeitigen Maßnahmenendes mit einer unklaren Teilhabeperspektive aus der Perspektive aller Prozessbeteiligten (Teilnehmer*innen, RehaTräger, Fachkräfte der BFW) beleuchtet. Während der 5-jährigen Laufzeit wird die Datengrundlage durch einen Mixed-Methods-Ansatz erarbeitet, der qualitative und quantitative Ansätze miteinander kombiniert und die Ergebnisse zueinander in Beziehung setzt. Dabei wird zunächst ein retrospektiver Blickwinkel eingenommen, indem abgeschlossene Fälle von Rehabilitand*innen betrachtet werden. Anschließend wird eine stärker prozessbegleitende, prospektive Perspektive eingenommen, bei dem Rehabilitand*innen an erfolgskritischen Punkten im Maßnahmenverlauf begleitet werden und durch den Blickwinkel von Fachkräften der BFW und weiteren Expert*innen der beruflichen Rehabilitation angereichert. Die Ergebnisse der verschiedenen Befragungen und methodischen Zugänge werden genutzt, um in regelmäßigen partizipativen Zukunftswerkstätten - auch unter der Einbeziehung externer Expertise - Handlungsempfehlungen für Prozessgestaltung in den beteiligten BFW zu erarbeiten. Die Fokussierung diskontinuierlicher Verläufe öffnet die Perspektive der bisherigen Forschungsanstrengungen zum Thema des Abbruchgeschehens in BFW. Über den Institutionstypus BFW hinaus werden generalisierbare Erkenntnisse erwartet. Die BFW Bad Wildbad und Birkenfeld bilden die Praxisfelder des Modellvorhabens ab und unterstützen die Forschung umfassend.

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Beruflicher Eingliederungsweg umfassend neu gedacht [BEWEGUNG]
Laufzeit: 15.02.2022 bis 31.10.2026

Das Forschungsprojekt "Beruflicher Eingliederungsweg umfassend neu gedacht" [BEWEGUNG] ist Teil des Bundesprogramms rehapro. Es wird gefördert durch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS). Im geplanten Förderzeitraum eröffnet das Modellprojekt für Kund*innen aus dem Rechtskreis SGB II mit einer komplexen, arbeitsbiografischen und sozialräumlichen Problemlage ein neuartiges Leistungsangebot in Form des beruflich-medizinischen Integrationsmoduls. Prägendes innovatives Element ist die Schaffung eines beruflich geprägten Settings, in dem individuell notwendige rehamedizinische Leistungen in den Maßnahmeverlauf eingebettet sind und ein berufsbiografische Orientierung mittels biografischen Coaching ermöglicht wird. Das Ziel besteht darin die aktive Teilhabe am Arbeitsleben und Arbeit unter den gesundheitlichen Gegebenheiten zu ermöglichen und die Wahrnehmung und Nutzung der Potenziale von Arbeit als Resilienzfaktor zu stärken.

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Wissenschaftliche Begleitung zum Housing-First-Ansatz im Rahmen einer Konzeption zum begleiteten Wohnen der Landeshauptstadt Magdeburg
Laufzeit: 01.01.2022 bis 31.07.2024

Das Konzept Housing First soll wohnungslose Menschen den Weg in die eigenen 4 Wände deutlich erleichtern. Entgegen bisheriger Unterstützungsprogramme für obdachlose Personen, die eine eigene Wohnung am Ende der Hilfemaßnahme setzen, wird ihnen nach dem Housing-First-Konzept früh eine eigene Wohnung zur Verfügung gestellt. Erst wenn die Wohnsituation klar und sicher ist, werden die sozialen Problemlagen der betroffenen Person bearbeitet. Das Konzept wird bereits in anderen europäischen Ländern erfolgreich in der Bekämpfung von Obdachlosigkeit angewendet. Am Lehrstuhl für Allgemeine Soziologie/Mikrosoziologie wird die Umsetzung des Housing-First-Konzepts im Rahmen einer Konzeption zum begleiteten Wohnen in einem Pilotprojekt der Landeshauptstadt Magdeburg über circa 2,5 Jahre evaluiert und mit einer Begleitforschung unterstützt. Dazu sollen qualitative und quantitative Daten zur Lebenssituation der Zielgruppe erhoben und ausgewertet werden. Durch einen partizipativen Forschungsansatz fließen die Perspektiven obdachloser Menschen in den Forschungs- und Evaluationsprozess ein.

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SENATRA - Service Learning und nachhaltige Transformation an Hochschulen
Laufzeit: 01.10.2022 bis 30.09.2025

Im Projekt "Service Learning und nachhaltige Transformation an Hochschulen" (Senatra) befassen sich die Universität Vechta, die Universität Bremen, die Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg, die Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt und das netzwerk n mit der Forschungsfrage: Inwiefern kann der Einsatz von Service Learning (SL) in der Hochschullehre zu einer gesamtinstitutionellen nachhaltigen Transformation von Hochschulen beitragen? Um dies zu untersuchen, werden verschiedene SL-Formate an den Hochschulen - mit Beteiligung des netzwerk n - im Rahmen einer multiplen transdisziplinären Fallstudie erprobt und wissenschaftlich evaluiert. Im Sinne des Whole Institution Approach sollen dabei zum einen im Kontext von Lehrveranstaltungen SL-Projekte auf dem Campus der Hochschulen umgesetzt und somit deren nachhaltige Transformation in allen Bereichen hochschulischen Handelns unterstützt werden. So werden die Hochschulen selbst zu Reallaboren Nachhaltiger Entwicklung. Zum anderen soll durch SLProjekte mit externen Partner:innen der Transfer in die Regionen gefördert werden. Insgesamt kann so die Vernetzung zwischen verschiedensten Akteur:innen angeregt werden. Begleitend wird das Verhältnis von
Lernzielen und -Ergebnissen und dem jeweiligen wissenschaftlichen State of the Art untersucht.
Insbesondere die aktive Einbindung studentischer Netzwerke und Akteure in der Konzeption und
Umsetzung des SL-Ansatzes sowie der Forschungsvorhaben stärkt die partizipative und transformative Wirkung der Formate an den Hochschulen. Des Weiteren zielt das Projekt mit der Entwicklung von Nachhaltigkeitskompetenzen auf das Empowerment von Studierenden als aktuelle und zukünftige Change Agents. Darüber hinaus sollen die SL-Projekte Lernprozesse in allen beteiligten Institutionen und Statusgruppen anregen und somit zu einem Kulturwandel beitragen. Um diese Prozesse zu unterstützten, werden Peer Learning-Formate von beteiligten Hochschulangehörigen entwickelt und angewendet.

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Sozialer Raum, Habitustypen und Milieus in Deutschland und Europa
Laufzeit: 01.04.2015 bis 31.03.2024

Entwicklung einer integrierten qualitativen und quantitativen empirischen Habitusanalyse und deren Umsetzung innerhalb der Fortentwicklung klassischer Milieuindikatoren in international vergleichen Bevölkerungsumfragen (Habilitationsprojekt).

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The "improvement paradox". Towards a better understanding of the mismatch between objective quality of life indicators and subjective quality of life evaluations
Laufzeit: 01.04.2022 bis 31.03.2025

The project addresses the (supposed) paradox - sometimes referred to as the Toqueville Paradox - that as people's living conditions improve, their sensitivity to even minor remaining problems and inequalities increases. Topics range from gender to sustainability to economic inequality. Mismatches between objective and subjective QoL is investigated cross-sectionally (individual and country-level) as well as longitudinally (on country level) using a variety of survey data (e.g., WVS/EVS, ISSP, ESS, EQLS) as well as official statistics (e.g., Eurostat, OECD, World Bank).

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Helmut-Schmidt-Programm (Public Policy and Good Governance, PPGG)
Laufzeit: 01.01.2020 bis 01.10.2025

Der konsekutive Studiengang Peace and Conflict Studies (PACS) an der Otto-von-Guericke Universität (OVGU) ist ein zweijähriger, englischsprachiger Masterstudiengang, der zum Ziel hat junge Fach- und Führungskräfte aus der gesamten Welt auf berufliche Tätigkeiten in (Post-)Konfliktregionen vorzubereiten, die zur Etablierung und Stärkung von Governance- und zivilgesellschaftlichen Strukturen beitragen. Er vermittelt international anerkannte Kenntnisse auf Niveau 7 des europäischen Qualifikationsrahmens für lebenslanges Lernen und war von 2005 bis 2019 Teil der EPOS-Förderlinie. Der Fokus des Studiengangs liegt auf der kritischen Auseinandersetzung mit Konfliktursachen und lösungsorientierter Policy-Entwicklung für den Aufbau von staatlichen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Strukturen in Post-Konfliktregionen. Dabei spielen Konfliktanalysen über die Heimatregionen der Studierenden ebenso eine Rolle wie die Themenkomplexe Human Security, Regional Governance und Nachhaltigkeit, Security und Development Policy, Good Governance und Entwicklungszusammenarbeit. Alleinstellungsmerkmal des Studiengangs ist dabei die praktische Vermittlung von Fähigkeiten im Bereich der angewandten Mediation und Conflict- und Security Governance. Diese Schwerpunkte ermöglichen es unseren Studierenden, am Ende ihres Studiums als Fach- und Führungskräfte an der Lösung Governance-relevanter Probleme gestaltend mitwirken zu können.
Der Studiengang vermittelt den Studierenden durch die Analyse von konkreten Konflikten aus ihren Heimatregionen das theoretische Wissen und die Fähigkeiten diese Konflikte nach ihrer Heimkehr durch die Entwicklung von Governance- und zivilgesellschaftlichen Strukturen praktisch zu bearbeiten. In diesem Studiengang werden zentrale Fragen zum Aufbau von gesellschaftlichen und staatlichen Strukturen in Konfliktregionen gestellt: Wie können lokale Akteure in (Entwicklungs-)Prozesse und Governancestrukturen eingebunden werden? Welche globale Verantwortung und welche Möglichkeiten haben westliche Staaten bei der Kooperation mit Entwicklungs- und Schwellenländern? Wie können globale und regionale Akteure zu Security Governance beitragen? Wie müssen Konfliktlösungsansätze entworfen sein, um langfristig wirksame Governancestrukturen zu unterstützen? Wie können internationale Akteure und Regime in die Prozesse mit eingebunden werden? Mit PACS bieten wir daher eine ideale Ergänzung der Themenpallette der Helmut-Schmidt-Studiengänge um eine Security- und Conflict Governance-Perspektive und einen klaren Mehrwert durch unsere Fokussierung auf die grundlegenden Voraussetzungen für den Aufbau nachhaltiger Strukturen. Gleichzeitig sind die alternativen Zugänge der anderen Studiengänge zu Public Policy und Good Governance für uns eine Bereicherung, da wir so Perspektiven erfahren können, zu denen für uns sonst wenig Zugang besteht, sodass es hier im Sinne der Multiperspektivität zu einer gegenseitigen Befruchtung kommen wird.
Die im Rahmen der EPOS-Förderung erreichten Ziele des Studiengangs umfassen: 1.) Implementierung einer neuen Studien- und Prüfungsordnung mit neuen Schwerpunkten im Bereich der regionalen Governance sowie die erfolgreiche Umstellung des Studiengangs auf Englisch zum Wintersemester 2017/18. 2.) Seit 2004 13 Abschlussjahrgänge mit 262 Absolvent*innen, die vielfältige verantwortungsvolle, internationale Karrierewege eingeschlagen haben[1]. 3.) Signifikanter Ausbau der Alumniarbeit mit der Implementierung von Alumnitreffen, einer Alumnidatenbank, Newslettern und Alumniumfragen[2]. 4.) Neues Marketingkonzept mit verstärktem Fokus auf soziale Medien und den Onlineauftritt (www.pacs.ovgu.de) sowie dem Design und der Realisierung eines neuen Logos und eines neuen Flyers[3].Wir erhoffen uns aus der neuen Förderung eine umfassendere, nachhaltige Internationalisierung des Studiengangs. Internationalisierung bedeutet in diesem Kontext zwei Dinge: zum einen sollen Menschen aus Deutschland und ganz speziell aus Sachsen-Anhalt für Aufgaben im Bereich der internationalen Konfliktbearbeitung ausgebildet werden, zum anderen sollen auch Studierenden aus anderen Regionen der Welt, insbesondere aus Entwicklungs- und Schwellenländern, die Gelegenheit erhalten, von der interdisziplinären, theoretisch fundierten und praxisnahen akademischen Bildung des Studiengangs zu profitieren. Somit bewegt sich das Programm an den Schnittstellen von Lokalem und Globalen. So werden beispielsweise die transnationalen Fragen im Bereich der International Public Policy und Global Governance besprochen, um sie dann in den Kontext lokaler und regionaler Governance einzuordnen, Problematiken und Themen wie Ausländerfeindlichkeit und Rechtsradikalität in Sachsen-Anhalt eingeschlossen.
Mit der kompletten Umstellung des Programms auf Englisch, haben sich die Bewerber*innenzahlen aus Entwicklungs- und Schwellenländern enorm erhöht[4]. Viele dieser höchst geeigneten Bewerber*innen haben jedoch ohne Förderung keine Möglichkeit den Aufenthalt in Deutschland zu finanzieren. Dies ist nicht nur ein Verlust für die internationalen Bewerber*innen und deren Herkunftsregionen, sondern auch für unsere inländischen Studierenden und den hiesigen Standort. Für die inländischen Studierenden gilt, dass diese stark vom Austausch und der Vernetzung mit den internationalen Kommiliton*innen profitieren und somit auch ansonsten unerschlossene Kompetenzen erwerben. Dies zeigt sich bereits in einem stabilen Alumninetzwerk des Studiengangs. Durch eine weitere Förderung wird dieses Netzwerk auch für die (internationalen) Alumni*ae des Studiengangs profitabler und es wird dadurch attraktiver, den Kontakt zum Studiengang aufrecht zu halten oder wieder aktiv zu suchen. Des Weiteren erhoffen wir uns durch eine Förderung, die Alumniarbeit auszubauen, z.B. durch die Weiterführung und Intensivierung der jährlich stattfindenden PACS-Alumnitreffen oder der verstärkten Nutzung des DAAD-Alumniportals - Ziele, die ohne diese Förderung nicht im selben Maße realisierbar wären. Jenseits dieser Vernetzung erhoffen wir uns aus der Förderung zudem einen verstärkten Austausch mit den anderen Studiengängen der Förderlinie, die auch für unsere Studierenden komplett neue interdisziplinäre Perspektiven insbesondere im Rahmen der AGEP eröffnen. Des Weiteren bietet die Förderung die Chance zur Organisation von thematischen Workshops und zur Partizipation an Summer Schools, die die überfachlichen Qualifikationen der Studierenden weiterentwickeln. So haben wir in der Vergangenheit eine Vielzahl sehr positiv aufgenommener Workshops zu Themen wie gewaltfreier Kommunikation, UN-Klimaverhandlungssimulationen, Wasserkonflikten und eine Winter School zum Thema Zwangsmigration aus Afrika durchgeführt. Diese wurden auch von zahlreichen Studierenden anderer AGEP-Studiengänge besucht.
Ferner erhoffen wir uns aus einer Förderung eine weitere Erhöhung der internationalen Sichtbarkeit des Studiengangs und dadurch eine erhöhte Attraktivität des Universitätsstandortes Magdeburg und des Landes Sachsen-Anhalt. Durch diese gesteigerte Attraktivität werden weitere internationale Kooperationen mit Universitäten und außeruniversitären Akteuren erleichtert, wovon der Studiengang wiederum profitieren würde.

Zusammengefasst haben wir folgende Ziele im Falle einer Förderung:
Kurzfristig (bis 2024):
· Vernetzung mit mindestens fünf anderen Studiengängen auf lokaler und nationaler Ebene (z.B. Anerkennung von CPs, Workshops, Co-Teaching)
· Eröffnung von neuen interdisziplinären Perspektiven (mind. ein interdisziplinärer Workshop pro Jahr)
· Förderung von mehr hochqualifizierten internationalen Bewerber*innen (Ziel: 50% int. Studierende)
Mittelfristig (bis 2029):
· Stärkung von überfachlichen Qualifikationen (Diversifizierung des Praktikumsnetzwerkes auf mind. 10 Partnerorganisationen aus der Region)
· Ausbau des Alumnikonzepts (mind. drei Alumnivorträge pro Jahr, jährliche Steigerung der Quote aktiver Alumni*ae)
· Internationalisierung des Studiengangs mit Strahlkraft in das Bundesland Sachsen-Anhalt (5 weitere internationale Kooperationsinstitutionen)
Langfristig (bis 2034):
· Ausweitung der internationalen Sichtbarkeit des Studiengangs (Nutzer*innenstatistiken der Website)
· Erhöhung der Attraktivität des Universitätsstandortes Magdeburg und des Landes Sachsen-Anhalt
· Mitarbeit an der Etablierung der von der AGEP angedachten Zertifikats zu Sustainable Development

Die Situation des Studiengangs hat sich in den letzten Jahren enorm zum Positiven entwickelt. Nachdem, im Rahmen einer groß angelegten Kürzungsenscheidung des Landes, noch 2015 die Zukunft des Studiengangs ungewiss war, gehört er heute zu den Aushängeschildern der Universität. Dies wird etwa in der der hervorragenden Personalsituation deutlich. Diese ist mit der Neubesetzung der W3-Professur für Internationale Beziehungen mit Prof. Dr. Alexander Spencer, der mit seinem Fokus auf Security Governance, Terrorismus und Konfliktforschung hervorragend in das Profil des Studiengangs passt, gesichert. Darüber hinaus rücken die neue, eng kooperierende Professur für Nachhaltige Entwicklung mit Prof. Dr. Michael Böcher und dessen Schwerpunkt auf Policy-Analyse und Regional Governance sowie die Professur für Regieren im Europäischen Mehrebenensystem mit Prof. Dr. Eva Heidbreder den Studiengang deutlich in den Kernbereich des Helmut-Schmidt-Programms. Zudem ist auch das Kollegium des Studiengangs gewachsen, insbesondere auch um Lehrende mit Regionalexpertise und eigener Erfahrung in Entwicklungsländern sowie in der praktischen Konfliktarbeit[5]. Ferner wurden das Studiengangsportfolio in der überarbeiteten und bereits akkreditieren Studienordnung[6]diversifiziert und die berufspraktischen Bezüge in den Modulen zu Forschungsmethoden (PM 5) und Konfliktmanagement (PM 3 & PM 4) vertieft. In diesem Zuge erfolgte auch die Umstellung des Programms auf Englisch als Studiengangssprache mit vereinzelten ergänzenden deutschsprachigen Veranstaltungen im Wahlpflichtbereich. Aus diesen Weiterentwicklungen resultierend ist der Studiengang der gefragteste Masterstudiengang der Fakultät für Humanwissenschaften und wurde in der Publikation der Hochschulrektorenkonferenz (HRK) zu Internationalisierung und Mehrsprachigkeit von Studium und Lehre als Best-Practice Beispiel porträtiert[7].

[1]Siehe Anlage: Alumniprofile
[2]Siehe Anlagen: Newsletter und Alumniumfrage
[3]Siehe Anlage: Studiengangsflyer
[4]Siehe Anlage: Bewerber*innenstatistiken
[5]Siehe Anlage: thematische Publikationsliste der Lehrenden im Studiengang PACS
[6]Siehe Anlagen: Studien- und Prüfungsordnung und Modulhandbuch
[7]Siehe Anlage: Best-practice Manual der Hochschulrektorenkonferenz

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From resistance to legitimation: The changing role of humour in politics
Laufzeit: 01.01.2023 bis 31.12.2024

The phenomenon of humour stands at the intersection of politics, culture and society. Humour practices are an essential aspect of culture which can be used as both a form of criticism of and resistance to politics as well as a form of legitimation of politics by the political elite in order to gain support from the public. The proposed special issue will be interested in how humour intertwines culture, politics and society and how the practices of humour are used as a means of resistance to and legitimation of political power in societies. The special issue will engage with the subject of humour from an interdisciplinary perspective and includes international scholars who explore questions regarding the politics of humour form various disciplines such as political science, philosophy, sociology and law studies to tease out the functions of humour practices as a tool for resistance and legitimation of power.

Social Sciences recently discovered the funny side of politics as a topic worthy of scientific attention and in the last years one can point to a growing interest in humour in a number of disciplines. The Special Issue “Humour and Global Politics” in Global Society by Brassett, Browning and Wedderburn (2021) can be seen as a starting point for research on the use of humour on a more international level of politics. Only recently, the Special Issue “The politics and aesthetics of humour in an age of comic controversy” by Nieuwenhuis and Zijp (2022) in the European Journal of Cultural Studies observed a “re-politicisation of humour” in the 21st century. Hence, our Special Issue builds on these ideas and focuses on (re-)politicization and the question of resistance to and legitimation of politics in society. It furthermore adds the interconnected and contradictory trends of absence of humour, as well its proliferation into new political environments like authoritarian contexts.

Humour has for a long time been associated with resistance and being a weapon of the weak (Fluri 2019) and therefore, predominantly positive characteristics are ascribed to it (Billig 2005). Following this tradition, humour has been seen as revolutionary and only in recent years has the focus shifted to an increasingly counter-revolutionary and conservative role of humour in parts due to its disincentivising (Brock 2018) and camouflaging effects (Beck and Spencer 2021; Brassett et al 2021). Especially in times of uncertainty, crisis and autocratization, shifts for the use of humour from entertaining to serious means and from censorship towards instrumentalized humour as style of politics become visible. In this current seemingly inverted world, a reassessment is needed. Therefore, this Special Issue is especially interested in cases where humour is used against all odds or when common expectations are not met. While one might expect funny late-night hosts, our volume shows serious entertainers and funny dictators instead. By looking on (un)funniness against all odds, the volume thereby contributes to the central tension between humour, critique and legitimacy.

Humour scholars have become increasingly interested in strategies involving satire and comedy which play a key role in the transformation of the public sphere and the self-representation of new authoritarian and populist leaders. In recent years, it could be observed how humour is in democratic contexts a strategy of the powerful. Politicians often behave like entertainers who use humour to distract attention away from their own mistakes. In times of crisis, the role of comedians and funny politicians becomes highly ambivalent. While some comedians are more serious, others become political actors themselves. Due to their professionality, they test and challenge the legal system, as political actors who have previously been comedians show. Here, the limits of humour and what the law can do against hate speech when humour is involved are of interest.

The shifts observed in this Special Issue are ambiguous. Specific practices and forms of humour are intrinsic to political power, even in regimes where they are not expected. While authoritarian regimes have a limited tolerance against jokes on their own cost, there seems to be the trend that even dictators use strategic humour for their means: Through blaming adversaries and spreading fake news. The value of humour for liberal public culture and an ethical and moralistic outlook are of philosophical interest. At the same time, the rise of illiberal use of humour provokes a moralist critique of such tasteless humour. The changing landscape of humour in politics also includes the necessity of reflecting about ethics/ethical questions. A further shift concerns the role of humour in debates about what constitutes a human subject and who gets dehumanized. The quality of being humorous is highly desired and only ascribed to independent human subjects. This tension is also visible in the scandalization of dehumanized subjects who are enjoying humour and who are usually not associated with being in the joke.

Overall, the Special Issue will contribute to this increased interest by bringing together papers from international scholars which examine the new role and function of humour in public culture and politics. The following questions are therefore of key-interest for the Special Issue:

  • How does humour contribute to uncertainty and the (de-)legitimation of (political) ideas?
  • How is humour used by the powerful in politics, society and various forms of organizations as a form of defence/insulation against criticism?
  • What is the role of moralism in times of abundant illiberal uses of humour? Who is allowed to laugh and enjoy humour?
  • How does humour work in times of crisis? Does political humour decrease or increase uncertainty and ontological security?
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    “Russian Warship, Go fuck yourself”. Romantic Narratives of the Hero in the War of Ukraine
    Laufzeit: 01.01.2023 bis 01.08.2024

    In times of war, “heroes” play a key role. The romantic construction of the “heroes” that defend a righteous cause against a more powerful and unjust enemy, often serves as a means to legitimize political narratives and violent actions. The iconic phrase “Russian warship, go fuck yourself!” uttered by a Ukrainian border guard during an imminent Russian attack on Snake Island in February 2022, became a globally-known symbol of heroism and resistance that generated great solidarity against the Russian invasion of Ukraine. Taking up notions of hero studies in political science and IR, and utilizing a narrative analysis method that focuses on the elements of setting, characterization and emplotment, this project examines how British media outlets (Guardian; The Times & The Sun) construct the figure of the romantic “hero” within the context of the Snake Island incident, while it also delves into the unintended consequences of such heroization.

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    Die Pest in Magdeburg 1680-1682. Eine Mikrogeschichte, Bearbeitung: Prof. Dr. Eva Labouvie
    Laufzeit: 01.12.2019 bis 31.12.2025

    Das Projekt erarbeitet aus unterschiedlichen Perspektiven den Umgang städtischer Bewohne mit einer existenziell bedrohlichen Gefahr - hier beispielhaft der Pest in Magdeburg. Zum einen soll daher Krisen- und Katastrophenverhalten in der Frühen Neuzeit näher untersucht werden, ebenfalls auf welcher Basis Kenntnisse gewonnen, kommuniziert und interpretiert wurden (medizinisches Wissen, Vorstellungen vom Contagium, Ansteckungsgefahren usw.). Zum anderen werden konkrete Maßnahmen, ihre Befolgung oder Ignoranz, Verhaltensweisen in der Ausnahmesituation einer Epidemie, Transformationen des "Normalen" (Familienleben, Religiosität, Bestattungskultur, Handel, Wohnen, mentalitäten usw.) sowie die Aufgabenverteilungen in der Stadt (Einstellung spezieller Pestbediensteter: Pestprediger, Pestärzte, Pesthebammen, Lazarettpersonal, Pflegerinnen usw.) Gegenstand der Untersuchung sein. Das Projekt verfolt anhand eines großen Quellenbestandes aus dem Stadtarchiv Magdeburg das Geschehen aus der Perspektive von Obrigkeiten (Landesherr, Administrator, Beamte), des Stadtrates, der Kirche (Prediger, Pfarrgemeinden), der BürgerInnen und weiterer städtischer Gruppierungen über den Beginn erster Vermutungen über den Ausbruch der Seuche bis hin zur Freigabe der Stadt durch obrigkeitlichen Erlass.

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    Unwetter. Zum Umgang mit Naturgewalten in der Vormoderne, Bearbeitung Prof. Dr. Eva Labouvie
    Laufzeit: 31.03.2023 bis 31.12.2025

    Das Projekt beschäftigt sich mit dem mentalen Umgang der vormodernen Bevölkerung (16.-19. Jh.) mit Unwettern als Phänomenen der Nichtbeeinflussbarkeit und der Deutbarkeit. aufgezeit werden soll, wie sich die Erklärungssysteme für Naturkatastrophen inklusive der Bewältigungsstrategien vom 16.-19. Jahrhundert veränderten; Hauptanliegen ist jedoch die Erschließung des mentalen Wandlungsprozesses von der persönlichen Kommunikation mit Natur zur Übertragung des Schutzes auf sächliche Stellvertreter. In den Blick kommen dabei die theoretischen Begründungen für natürliche Bedrohungen als auch die Praxisformen des Umgangs mit ihnen sowohl aus der Sicht der Herrschaftsträger, der Kirchen, der gebildeten Schichten als auch der Stadt- und Landbevölkerung.

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    Weibliche politische Partizipation in Sachsen-Anhalt 1883 - 1933
    Laufzeit: 01.11.2022 bis 31.10.2025

    Das Forschungsprojekt bezieht sich auf 100 Jahre Frauenwahlrecht in Deutschland und Sachsen-Anhalt. Es möchte in einer Pionierstudie einen deutschlandweit erstmaligen wissenschaftlichen und explizit landesgeschichtlichen Beitrag zur Beteiligung von Frauen an Politik und Gesellschaft, der Entstehung des modernen Gemeinwesens und der Beförderung des Demokratisierungsprozesses im Raum Sachsen-Anhalt zwischen 1893 und 1933 leisten. Ziel ist es, politisch aktive Akteurinnen über ihr Engagement in der "Ersten deutschen Frauenbewegung", in der aus ihr entstandenen Frauenwahlrechtsbewegung bis hin zu den gewählten Politikerinnen in Stadt- und Landgemeinden sichtbar zu machen. In diesem Wirkungsfeld wurden sie aus dem Blickwinkel zeitgenössischer geschlechtsspezifischer Normierung - selbst bis heute - kaum wahrgenommen. Einzelne, in der geschichtlichen Analyse als Führungsfiguren der deutschen und zum Teil internationalen Frauen(stimmrechts)bewegung bekannte weibliche Persönlichkeiten aus dem Raum Sachsen-Anhalt und frühzeitige Kontakte zu den Initiatorinnen der "Ersten Frauen(stimmrechts)bewegung" in Leipzig weisen auf eine ganz besondere Rolle Sachsen-Anhalts und ein in erheblichem Maße vorhandenes, weibliches politisch-partizipatives Potential hin, das bislang keinerlei wissenschaftliche Aufarbeitung erfuhr. Die neuartigen Erkenntnisse des Projektes werden der Identitätsstiftung der Bewohner/innen Sachsen-Anhalts dienen. Sie sollen über eine Monographie veröffentlicht, in Teilen aber schon zuvor über eine Projekt-Internetseite einer interessierten Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden.

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    Gescheiterte Ehen im Adel. Trennungen und Scheidungen in deutschen Adelshäusern im 18. und 19. Jahrhundert, Bearbeitung: Kathrin Gäde
    Laufzeit: 28.02.2019 bis 31.03.2025

    Das Projekt unternimmt den Versuch, durch die Untersuchung von gescheiterten Ehen adliger Paare einen Einblick in die Alltags- und Kulturgeschichte des deutschen Adels an der Schnittstelle vom 18. zum 19. Jahrhundert zu gewinnen. Neben der analytischen Untersuchung von ?Trennungen von Tisch und Bett? sowie Scheidungen als juristische, ökonomische, herrschaftspolitische und familienrechtliche Phänomene stehen besonders die unter-schiedlichen Konfliktlösungsstrategien und Handlungsmöglichkeiten und damit auch die ?Innenwelten? von Männern und Frauen des deutschen (Hoch-)Adels im Mittelpunkt der Untersuchung. Nicht zuletzt versteht sich die Auseinandersetzung mit gescheiterten adligen Ehen auch als ein Versuch, den Geschlechterbeziehungen in der europäischen Adelswelt näher zu kommen.

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    Das Weltbild Otto von Guerickes zwischen Glaube und Wissenschaft, Bearbeitung: Patrick Janocha
    Laufzeit: 01.01.2019 bis 31.12.2024

    Forschungsfrage soll es sein, die philosophischen Abhandlungen Otto von Guerickes in den Experimenta Nova von 1672, der insbesondere als Naturwissenschaftler bekannt und wissenschaftlich erforscht ist, aufzuarbeiten. Da Guericke als Naturforscher neue Erklärungen für das Wirken der Kräfte im Dies- und Jenseits liederte, stellt sich die Frage, wie er als gläubiger Lutheraner und Magdeburger Patrizier sowie Bürgermeister die hiermit verbundenen philosophischen und theologischen Fragen etwa nach der Existenz und dem Wirken Gottes und viele Annahmen der Theologie über den Himmel mit seinen neuen naturwissenschaftlichen Erkenntnissen zum Vakuum oder zum Luftdruck vereinbaren konnte. Untersucht werden die Verbindungen zwischen Theologie und Naturforschung anhand
    a) des Weltbildes zur Zeit Otto von Guerickes und entsprechender Einflussfaktoren
    b) des wissenschaftlichen Standes und der (experimentellen) Erforschung von Natur, Umwelt und Weltraum
    c) der Vereinbarkeiten, die O v G zwischen dem Religiösen und den Naturwissenschaften fand und des Weltbildes, welches er aus dem Weltenbau und seinem Verständnis von Natur und Glaube entwickelte
    d) der Bedeutung und Wirkung von Guerickes Philosophie zwischen Theologie und Wissenschaft für die Gelehrtenwelt des 17. Jahrhunderts
    Quellenbasis: gedruckte Werke Guerickes, Briefwechsel und weitere Schriften Guerickes an den Rat der Stadt Magdeburg, private, politische und Diplomatische Schriften Guerickes, zeitgenössisches Quellenmaterial

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    "Brockenhexen". Von den historischen Hexenverfolgungen im Harz bis zur touristischen Vermarktung", Bearbeitung: Christoph Eydt ...
    Laufzeit: 31.03.2018 bis 29.02.2024

    Die Forschung soll in Form eines Längsschnittes den Wandel des Hexenbildes im Harz beschreiben und erklären. Unter Berück-sichtigung sozio-kultureller, mentaler, politischer, religiöser und wirtschaftlicher Motive geht es um den Bedeutungswandel der Hexenfigur und -vorstellungen. Da in der Gegenwart die Hexe immer mehr zum Sinnbild für den Harz wird und viele touristische Zentren auf mythologische Elemente sowie auf Hexen zurückgreifen, erscheint es erforderlich, die Tradition des Hexenglaubens unter Berücksichtigung des touristischen Leitmotivs zu erforschen. Konkret gilt es, die Frage zu stellen, ob und inwieweit ein Zusammenhang zwischen der Hexentradition und der Volksfrömmigkeit/Volksmagie der Frühen Neuzeit und dem modernen Hexenbild besteht. Auf welcher Tradition fußt die moderne Hexe im Harz? Kam die Brockenhexe womöglich unabhängig vom traditionellen Hexenglauben in den Harz? Die Legendenbildung spielt hierbei eine große Rolle. Darum sollen auch die lokalen Legenden und Mythen, Literatur und bildliche Darstellungen auf historische Fakten, symbolische Gehalte und Sinnstiftungen hin untersucht werden. Auch auf die Gefahr hin, am Selbstbild so mancher Harzer zu rütteln, muss doch kritisch danach gefragt werden, um was es sich bei der Vermarktung der Brpckenhexen handelt: Folklorismus, Tourismus, Nostalgie oder eine Mischung aus diesen Elementen zu einer neuartigen Identitätsfigur?

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    Erfolgsfaktoren beruflicher Rehabilitations- und Integrationsprozesse - eine Analyse individueller Verläufe in Berufsförderungswerken
    Laufzeit: 01.01.2022 bis 31.12.2026

    Das Projekt möchte einen praxisrelevanten Beitrag zur Erhöhung der Wirksamkeit von LTA Maßnahmen durch die Vermeidung diskontinuierlicher Verläufe bei zweijährigen Qualifizierungen (Umschulungen) in Berufsförderungswerken (BFW) leisten. Modellhaft wird die Frage der Prävention solcher diskontinuierlicher Verläufe und der Wiederherstellung von Kontinuität im Falle eines vorzeitigen Maßnahmenendes mit einer unklaren Teilhabeperspektive aus der Perspektive aller Prozessbeteiligten (Teilnehmer*innen, RehaTräger, Fachkräfte der BFW) beleuchtet. Während der 5-jährigen Laufzeit wird die Datengrundlage durch einen Mixed-Methods-Ansatz erarbeitet, der qualitative und quantitative Ansätze miteinander kombiniert und die Ergebnisse zueinander in Beziehung setzt. Dabei wird zunächst ein retrospektiver Blickwinkel eingenommen, indem abgeschlossene Fälle von Rehabilitand*innen betrachtet werden. Anschließend wird eine stärker prozessbegleitende, prospektive Perspektive eingenommen, bei dem Rehabilitand*innen an erfolgskritischen Punkten im Maßnahmenverlauf begleitet werden und durch den Blickwinkel von Fachkräften der BFW und weiteren Expert*innen der beruflichen Rehabilitation angereichert. Die Ergebnisse der verschiedenen Befragungen und methodischen Zugänge werden genutzt, um in regelmäßigen partizipativen Zukunftswerkstätten - auch unter der Einbeziehung externer Expertise - Handlungsempfehlungen für Prozessgestaltung in den beteiligten BFW zu erarbeiten. Die Fokussierung diskontinuierlicher Verläufe öffnet die Perspektive der bisherigen Forschungsanstrengungen zum Thema des Abbruchgeschehens in BFW. Über den Institutionstypus BFW hinaus werden generalisierbare Erkenntnisse erwartet. Die BFW Bad Wildbad und Birkenfeld bilden die Praxisfelder des Modellvorhabens ab und unterstützen die Forschung umfassend.

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    Laufzeit: 01.01.2024 bis 25.11.2027

    testI. Hochschule, Staat, Wirtschaft und Gesellschaft
    Joachim Nettelbeck: Hochschule und Demokratie. Zur Selbstreferentialität der Hochschulforschung
    Volker Meyer-Guckel et al.: "Hochschulforschung und ihre gesellschaftliche Wirkung: Ziele, Methoden und Transferwege" als Überwindung ihrer Selbstreferentialität.
    Philipp Pohlenz: Gesellschaftliche Transformationsdynamiken und die veränderte Rolle von Forschung und Lehre als Gegenstand der Hochschulforschung.
    Andrä Wolter: Hochschulexpansion/Wandel der Bildungsbeteiligung und die politischen Kontroversen um die Expansion (schon seit dem 18. Jahrhundert).
    Andreas Stucke: Zum Verhältnis von Hochschulforschung und Hochschulpolitik. Relevanz der Hochschulforschung für die Hochschul- und Wissenschaftspolitik und wie sie durch die Wahl von Themen, Methoden und Theorien ihre innerwissenschaftliche Orientierung stärken und zugleich den Transfer ihrer

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    AI Engineering - Ein interdisziplinärer, projektorientierter Studiengang mit Ausbildungsschwerpunkt auf Künstlicher Intelligenz und Ingenieurwissenschaften
    Laufzeit: 01.12.2021 bis 30.11.2025

    AI Engineering (AiEng) umfasst die systematische Konzeption, Entwicklung, Integration und den Betrieb von auf Künstlicher Intelligenz (KI) basierenden Lösungen nach Vorbild ingenieurwissenschaftlicher Methoden. Gleichzeitig schlägt AiEng eine Brücke zwischen der Grundlagenforschung zu KI-Methoden und den Ingenieurwissenschaften und macht dort den Einsatz von KI systematisch zugänglich und verfügbar. Das Projektvorhaben konzentriert sich auf die landesweite Entwicklung eines Bachelorstudiengangs «AI Engineering», welcher die Ausbildung von Methoden, Modellen und Technologien der KI mit denen der Ingenieurwissenschaften vereint. AiEng soll als Kooperationsstudiengang der Otto-von-Guericke-Universität (OVGU) Magdeburg mit den vier sachsen-anhaltischen Hochschulen HS Anhalt, HS Harz, HS Magdeburg-Stendal und HS Merseburg gestaltet werden. Der fächerübergreifende Studiengang wird Studierende befähigen, KI-Systeme und -Services im industriellen Umfeld und darüber hinaus zu entwickeln und den damit einhergehenden Engineering-Prozess - von der Problemanalyse bis zur Inbetriebnahme und Wartung / Instandhaltung - ganzheitlich zu begleiten. Das AiEng-Curriculum vermittelt eine umfassende KI-Ausbildung, ergänzt durch eine grundlegende Ingenieurausbildung und eine vertiefende Ausbildung in einer gewählten Anwendungsdomäne. Um eine Symbiose von KI- und ingenieurwissenschaftlicher Lehre zu erreichen, wird ein neuer handlungsorientierter Rahmen entwickelt und gelehrt, welcher den vollständigen Engineering-Prozess von KI-Lösungen beschreibt und alle Phasen methodisch unterstützt. AIEng zeichnet sich durch eine modulübergreifende Verzahnung von Lehr- und Lerninhalten innerhalb eines Semesters sowie durch ein fakultäts- und hochschulübergreifendes Tandem-Lehrkonzept aus und verfolgt ein studierendenzentriertes Didaktikkonzept, welches durch viele praxisorientierte (Team-)Projekte und ein großes Angebot an Open Educational Resources (OERs) mit (E)-Tutorenprogramm getragen wird.

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    AI Engineering - Entwicklung eines Bachelor-Studiengangs mit Ausbildungsschwerpunkt auf Künstlicher Intelligenz und Ingenieurwissenschaften in Sachsen-Anhalt.
    Laufzeit: 01.12.2021 bis 30.11.2025

    Anwendungsnah und dezentral:
    AI Engineering setzt auf eine hochschulübergreifende Zusammenarbeit. An allen Hochschulstandorten sollen Lehrinhalte angeboten werden.

    Kooperation leben:
    AI Engineering wird von Anfang an hochschulübergreifend entwickelt. Alle Projektaktivitäten werden von jeder Hochschule getragen und unterstützt. Die Hochschulen bringen dabei ihre spezielle Expertise und Schwerpunkte ein.

    Unternehmen konsequent einbeziehen:
    AI Engineering ist ein anwendungsnaher Studiengang. Um die Bedarfe der Unternehmen an einen solchen Studiengang zu erfassen, werden frühzeitig Umfragen durchgeführt, die in die Studiengangsentwicklung einfließen.

    Studiengang startet 2023: Nach derzeitiger Planung wird mit einem Studienstart im Wintersemester 2023 gerechnet.

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    eSalsa - eService Agentur für die Hochschulen in Sachsen-Anhalt.
    Laufzeit: 01.08.2022 bis 31.07.2024

    "eService-Agentur der Hochschulen im Land Sachsen-Anhalt" (eSALSA) ist eine Kooperation von acht Hochschulen im Land Sachsen-Anhalt. Bis 2024 schaffen wir die Voraussetzungen für eine sinnvolle digitale Dienstleistungsstruktur, in der alle Hochschulstandorte des Landes Sachsen-Anhalt zum Thema digitale Hochschulbildung vernetzt werden. Potentiale bündeln und Synergien schaffen sind dabei wichtige Ziele unseres Projekts.
    Digitale Hochschulbildung wird an den Standorten einerseits geschaffen und andererseits weiterentwickelt. Darüber hinaus erarbeiten wir nachhaltige Organisationsformen in den Bereichen technische Ausstattung sowie Unterstützung und Qualifizierung von Lehrenden.
    Die Empfehlungen des Wissenschaftsrats zu Digitalisierung in Lehre & Studium sind dabei eine wichtige Grundlage für Diskussion und Weiterentwicklung.

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    Abgeschlossene Projekte

    Values in Crisis - a Crisis of Values? Moral Values and Social Orientations under the Imprint of the Corona Pandemic
    Laufzeit: 01.03.2021 bis 30.09.2022

    Departing from theories of existential security, our research question is how the Corona pandemic impacts on people’s values and social orientations. This is analyzed in a panel design on individuals from two countries which have been differently affected by the pandemic, Germany and the UK. Our project generates unique insights into how the crisis may alter otherwise deeply held values. Moreover, the nature of the change in belief systems has strong repercussions for support for democracy and international co-operation. We engage beyond academia to disseminate our findings widely.

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    "Anerkennung, Abwertung und Erfolgsstreben"
    Laufzeit: 01.06.2018 bis 31.05.2020

    Das Projekt ist ein Nachfolgeprojekt zu "Ungleichheit, Statusängste, Lebensqualität. Eine Überprüfung und Erweiterung der Spirit-Level-Theorie für Europa. Das neue Projekt gliedert sich in zwei Bausteine: Der erste Baustein, "Alltagserfahrung von Anerkennung und Abwertung", untersucht, in welchen konkreten Situationen die Menschen Inferioritätserfahrungen machen. Dabei wollen wir die "soziale Grammatik" dieser Episoden entschlüsseln - wer fühlt sich wo durch wen und warum gering geschätzt? Zweitens sollen erstmalig auch positive Statuserfahrungen untersucht werden. Wer erfährt Wertschätzung durch andere, in welchen Situationen, und mit welchen Konsequenzen für das subjektive Wohlbefinden? Angestrebt wird ein umfassendes Bild statusbezogener Alltagserfahrungen mit seinen negativen und positiven Facetten. Die Datengrundlage ist eine bereits eingeworbene und realisierte Umfrage zu "Alltagserfahrung von Anerkennung und Abwertung" im Rahmen des SOEP-Innovation-Sample 2016.

    Der zweite Baustein des Projekts, "Erfolgsstreben - die Statusangst der Mittelschicht?", adressiert explizit eine Form von Statusangst, die vermutlich gerade in der Mittelschicht weit verbreitet und dort folgenreich ist. Dabei definieren wir Erfolgsstreben als die persönliche Wichtigkeit, von anderen für seinen sozialen Status und seine Leistung Anerkennung zu erfahren. Gestützt auf Daten des European Social Survey (ESS) wollen wir ländervergleichend wissen, wie verbreitet Erfolgsstreben in europäischen Gesellschaften ist, und in welcher Schicht. Welche kontextuellen Determinanten beeinflussen diese Orientierung? Zweitens wollen wir wissen, ob Menschen mit ausgeprägtem Erfolgsstreben ein geringeres subjektives Wohlbefinden haben.

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    Das Europa der Leute. Interaktion und Identität der EU-Bürger zwischen Nationalstaat und Weltgesellschaft
    Laufzeit: 01.10.2015 bis 30.09.2018

    In Anlehnung an die transaktionalistische Integrationstheorie kann davon ausgegangen werden, dass eine europäische Sozialintegration aus transnationalem Handeln und Erleben der Europäer erwächst. Vor diesem Hintergrund untersucht das Teilprojekt 4 der Forschergruppe Horizontale Europäisierung das grenzüberschreitende Handeln sowie die Einstellungen der EU-Bürger, um der Frage nachzugehen, inwieweit sich Europa als spezifische Vergesellschaftungs- bzw. Vergemeinschaftungsebene zwischen Nation und Weltgesellschaft etabliert. Auf Grundlage von Umfragedaten (überwiegend Eurobarometer) wurden in der ersten Förderphase das Ausmaß, die soziale Stratifizierung und die sozialen Triebkräfte des transnationalen Handelns und Denkens der Europäer vornehmlich auf Individualebene für die EU-27 Länder erforscht.

    Während in der ersten Förderphase ein ländervergleichender Ansatz der individuellen Transnationalisierung verfolgt wurde, soll in der zweiten Förderphase der Schwerpunkt auf eine relationale, netzwerkanalytische Betrachtungsweise gelegt werden. Europäische Vergesellschaftung und Vergemeinschaftung soll über grenzüberschreitende Ströme von Personen und Kommunikation (Vergesellschaftung) bzw. wechselseitige Wahrnehmungen und Einstellungen (Vergemeinschaftung) der Bevölkerungen analysiert und erklärt werden. Mithilfe der Methode der sozialen Netzwerkanalyse, welche eine differenzierte Untersuchung von Transnationalisierung und Europäisierung über dyadische Daten erlaubt, soll der konkreten Gestalt grenzübergreifender Transaktionsnetzwerke und ihrer Bestimmungsfaktoren (geografische Nähe, politische Regulierung, kulturelle Ähnlichkeit, Sympathie, Wirtschaftsbeziehungen) nachgegangen werden. Die Aufmerksamkeit richtet sich dabei insbesondere auf die Entwicklung transnationaler/europäischer Praktiken und Einstellungen über die Zeit, auf die Binnenstruktur des europäischen Sozialraums (z.B. Zentrum-Peripherie-Beziehungen) und auf den Einfluss der Euro- und Finanzkrise.

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    Ungleichheit, Statusängste, Lebensqualität. Eine Überprüfung und Erweiterung der Spirit-Level-Theorie für Europa
    Laufzeit: 01.04.2015 bis 31.03.2018

    Laut der Spirit-Level-Theorie von Richard Wilkinson & Kate Pickett (Wilkinson und Pickett 2010) haben egalitäre Gesellschaften weniger soziale Probleme und bieten damit eine höhere Lebensqualität als nicht-egalitäre Gesellschaften. Der kausale Mechanismus wird in Statusängsten vermutet, die durch Ungleichheit hervorgerufen werden und dann in Verhalten münden, mit dem die Menschen sich und anderen schaden. Allerdings liefert das Spirit-Level-Buch und auch nicht die nachfolgende, sich auf das Buch beziehende Forschung keinerlei Evidenz für diesen Kausalmechanismus, weil Statusängste gar nicht gemessen werden. Vor diesem Hintergrund untersucht das Projekt in einer vergleichenden Studie der Mitgliedstaaten der Europäischen Union (EU) die Auswirkungen von sozialer Ungleichheit auf Statusängste und Lebensqualität. Dabei stehen fol­gende Fragen im Mittelpunkt: (1.) Welches Ausmaß haben Statusängste in Europa, und wer ist von ihnen in besonderem Maße betroffen? (2.) Was sind die maßgeblichen gesellschaftlichen Auslöser von Statusängsten, und welche Rolle spielen dabei gesellschaftliche Ungleichheiten? (3.) Welche Folgen haben Statusängste für die individuelle und gesellschaftliche Lebensqualität? (4.) Falls Statusängste nicht das sozialpsychologische Bindeglied zwischen sozioökonomischen Kontextbedingungen und Lebensqualitätsdefiziten sind: Gibt es einen anderen Mechanismus? Das Projekt ist quantitativ-empirisch angelegt und umfasst alle Mitgliedsstaaten der Europäischen Union. Die Haupt­datenquelle sind die European Quality of Life Surveys (EQLS) der Jahre 2003, 2007 und 2011/12, ergänzt um Makrodaten zur Sozialstruktur und Lebensqualität der EU-Gesellschaften. Das Projekt verspricht neue grundlagentheoretische Erkenntnisse über die sozialpsychologischen Kosten sozialer Ungleichheit und ihren Auswirkungen auf die subjektive und objektive Lebensqualität in wohlhabenden Gesellschaften.

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    Sozialer Zusammenhalt in asiatischen Gesellschaften
    Laufzeit: 01.06.2015 bis 01.07.2016

    Gegenstand des Projekts ist die Entwicklung eines theoretisch und empirisch fundierten sozialen Indikators zum gesellschaftlichen Zusammenhalt in möglichst vielen Ländern aus den Regionen Süd-, Südost-, und Ostasien (SSOA). Dieser Index soll den aktuellen Grad des Zusammenhalts in einem Land im Vergleich zu anderen Ländern valide und zuverlässig ermitteln, seine zeitliche Entwicklung darstellen, Stärken und Schwächen im Zusammenhalts-Profil bestimmen, sowie dessen Determinanten und Auswirkungen erforschen. Der geplante Asien-Radar baut dabei auf dem von uns bereits für die Bertelsmann Stiftung für die EU/OECD bzw. Deutschland erstellten Radar gesellschaftlicher Zusammenhalt auf.

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    Dynamischer Relationismus, Wertungen und Wollungen im Kontext kultureller Identität
    Laufzeit: 01.04.2013 bis 14.09.2017

    Die aktuelle Flüchtlingskrise hat vor allem zur Auseinandersetzung mit unserer eigenen Kultur geführt. Denn seit dem Spätsommer 2015 diskutieren wir nicht mit den Syrern, Afghanen und Menschen aus Äquatorialafrika, sondern wir zerstreiten uns über sie. Gegenstand der Arbeit ist folglich nicht die Beschaffenheit interkultureller Begegnung, sondern das innerkulturelle Aufeinanderprallen divergierender und konkurrierender Wertvorstellungen, mithin das Ringen um die richtige Weltanschauung, also die Spannungslinien, die in unserer eigenen Kultur angelegt waren und nun im Kontext der Auseinandersetzung über den unvermeintlich gewordenen Multikulturalismus aufgebrochen sind. Im Spiegel der Fremden ist quasi unser eigenes Kulturbild zersplittert und wir müssen (neue?) Antworten auf die Frage finden, wer wir sind, woher wir kommen, wer wir in Zukunft sein wollen und wie es um unsere Kulturgüter bestellt ist. Welche Lebensform ist anerkennungswürdig, gut oder gar erstrebenswert? Mit welchen kulturellen Eigenheiten kann und möchten wir uns identifizieren, arrangieren, welche können wir akzeptieren oder wenigstens tolerieren? Im Kontext dieser unausweichlich gewordenen Fragen werden die ‚eigenen‘ sinn- und orientierungsstiftenden Kulturgüter - auf die eine oder andere Art - auf die Probe gestellt! Aufschlussreich ist in diesem Zusammenhang weniger die Frage, entlang welcher sozialstruktureller Grenzlinien die Auseinandersetzung erfolgt, sondern wie diese vermeintlichen weltanschaulichen Abgrenzungen eigentlich hervorgebracht, verfestigt - oder aber offengehalten werden (können)?
    Die Beantwortung diese Frager setzt voraus, die Konstitution kultureller Identität - genauer: das Verhältnis zwischen kulturellem Hintergrund und Identitätsbildung zu reflektieren. Diesen Zusammenhang hat insbesondere Charles Taylor in den Fokus seiner Auseinandersetzung mit multikulturellen Problemlagen gestellt. Seine These dabei lautet, dass sich ein Akteur nur unter Rückgriff auf eine kulturell eingefärbte Hintergrundsprache Auskunft darüber geben kann, wer er sein und wie er leben will, was an sich gut, erstrebenswert oder verachtungswürdig ist. Dass also die Bezugnahme auf die moralische Topographie einer kulturellen Gemeinschaft den Einzelnen überhaupt erst befähigt, die Parameter seiner Lebensführung zu bestimmen. Karl Mannheim nimmt ebenfalls den Zusammenhang zwischen der soziokulturellen Lagerung eines Akteurs und seiner Art und Weise, zu sich, zu den Dingen und zu anderen Menschen Haltung zu beziehen, ins Visier. Er betont dabei jedoch wesentlich stärker die dynamische Struktur dieser Wechselbeziehung, als dies bei Charles Taylor angelegt ist. Karl Mannheim arbeitet heraus, dass Akteure nicht nur in einen soziokulturellen, sondern vor allem auch in einen sozialhistorischen Raum gestellt sind, in dem sie von den zeithistorischen Bedingungen alters-, klassen- und milieuspezifisch betroffen sind und in diesem Sinne vor unterschiedliche Herausforderungen gestellt werden. Diese soziale Einbettung bringt ungleiche Erfahrungen und damit verbundene heterogene Wahrnehmungs-, Denk- und Handlungsweisen hervor, die von einem lebenspraktischen Engagement, einem Weltwollen getragen sind.
    Während also Charles Taylor vor allem den evaluativen Aspekt kultureller Identitätsbildung betont, arbeitet Karl Mannheim heraus, das sich identitätsstiftendes Engagement für eine Weltanschauung in der relationalen Bezogenheit auf andere Weltanschauungen, die unhintergebar aus einer sozialhistorischen Seinsverbundenheit heraus erfolgt, konstituiert. Die These der Arbeit ist, dass erstens die für kultureller Identitätsbildung konstitutive sozialmoralische Selbstverortung (Wertungen) sowie die sozialhistorische Verbundenheit (Wollungen) unentwirrbar und gleichursprünglich sind und sich zweitens innerkulturelle Auseinandersetzungen, mithin das soziokulturell gebundene weltanschauliche Engagement für eine Lebensform nur aus der dynamischen Relationalität unterschiedlicher Seinslagen heraus verstanden werden könne.

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    DFG-Netzwerk- Qualitative Return to Work-Forschung
    Laufzeit: 01.11.2019 bis 31.12.2023

    Es handelt sich um ein nationales Netzwerk von WissenschaftlerInnen, die das Thema RTW bei chronischen Erkrankungen qualitativ beforschen. Das Ziel ist die Aufarbeitung, Bewertung und Synthese des nationalen und internationalen Forschungsstandes. Die bisherige qualitative RTW-Forschung soll systematisiert erfasst und kritisch reflektiert werden.
    Das Erkenntnisinteresse liegt insbesondere in folgenden Bereichen:
    - Aufarbeitung bisheriger Ergebnisse qualitativer RTW-Forschung
    - Identifikation zentraler Förderfaktoren und Barrieren des RTW
    - Ableitung von Praxisempfehlungen bzgl. RTW-Interventionen
    - Systematisierung qualitativer RTW-Forschung; kritische
    Auseinandersetzung mit bisherigen theoretischen Konzepten
    und methodischen Ansätzen
    - Verortung nationaler in internationaler Forschung
    - Identifikation von Forschungslücken/-bedarfen

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    Risiken und Chancen der Einsamkeit in der digitalen Lebens- und Arbeitswelt Sachsen-Anhalts
    Laufzeit: 01.11.2022 bis 30.06.2023

    Die Digitalisierung verändert die Lebenswelt in nahezu allen Bereichen. Das bringt viele Herausforderungen mit sich, bietet gleichzeitig jedoch eine große Chance, insbesondere für das ländlich geprägte Sachsen-Anhalt. In der Begleitung des digitalen Transformationsprozesses muss darauf geachtet werden, dass der Zugang zu digitaler Infrastruktur, Bildung und Teilhabe allen Menschen im Land offensteht.
    Die mit den Einschränkungen der Corona-Pandemie einhergehenden Entwicklungen und Ausprägungen von Einsamkeitstendenzen können aufbauend auf bereits erhobenem Datenmaterial für einzelne soziale Gruppen nach Regions-, Milieu-, Bildungs-, Alters- und Geschlechtszugehörigkeit spezifiziert werden. Das Projekt umfasst tiefergehende wissenschaftliche Recherche und Forschungsarbeit zur Erlangung wissenschaftlicher Erkenntnisse zu den Bedingungslagen von Einsamkeit. Dazu werden anhand von Leitfadeninterviews Analysen zu typisierbaren Verdichtungen für Lebenslagen, Berufstätigkeit und Branchen erstellt.

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    "Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die psychisch-soziale Gesundheit und Alltagsbewältigung"
    Laufzeit: 01.04.2020 bis 02.04.2023

    Ein Arbeitspapier mit den Ergebnissen einer Umfrage im ersten Lockdown finden Sie unter https://www.soz.ovgu.de/Forschung+_+Publikationen/Arbeitsberichte.html. In Aufarbeitung sind die Ergebnisse der Analyse qualitativer Interviews mit Müttern zur Homeschooling-Situation.

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    Präventive Gesundheitsstrategien - Aus BEM lernen. Eine rekonstruktiv-qualitative Analyse berufsbiographischer und gesundheitlicher Risiken
    Laufzeit: 15.11.2016 bis 31.05.2019

    Angesichts der Veränderungen in der Arbeitswelt, wie Arbeitsverdichtung und Subjektivierung einerseits und der immer länger werdenden Berufsbiographien aufgrund des demographischen Wandels andererseits, werden Fragen der Sicherung der Beschäftigungsfähigkeit und Gesundheit von Arbeitnehmenden immer bedeutsamer. Das Betriebliche Eingliederungsmanagement (BEM), welches seit seiner gesetzlichen Einführung 2004 als ein Instrument zur Wiedereingliederung langfristig erkrankter Beschäftigter (§ 84 SGB IX) fungiert, konnte in den letzten Jahren zunehmend - zuvorderst in Großunternehmen - etabliert werden.

    Das Projekt fragt danach, wie bisherige Erfahrungen mit dem BEM zur Entwicklung früher ansetzender präventiver Maßnahmen zur Sicherung der Beschäftigungsfähigkeit von Arbeitnehmenden genutzt werden können und wie die Ausgestaltung von BEM-Prozessen optimiert werden kann. Im Mittelpunkt steht die Rekonstruktion berufsbiographischer Verläufe von Arbeitnehmenden, deren Beschäftigungsfähigkeit bedroht ist (laufende BEM-Verfahren) bzw. war (abgeschlossene BEM-Verfahren), flankiert durch eine strukturierte Dokumentenanalyse von BEM-Akten. Zudem werden im Projekt gezielt betriebliche sowie überbetriebliche Akteure als "BEM-Allianzen" durch Expertenbefragungen in den Blick genommen. Im Besonderen werden KMU fokussiert, denn hier gibt es kaum institutionalisierte Verfahren des betrieblichen Gesundheitsmanagements sowie der betrieblichen Mitbestimmung. Die Akteure_innen müssen daher bei gesundheitlichen Einschränkungen, die die Beschäftigungsfähigkeit von Arbeitnehmenden in Frage stellen, stark auf situative Lösungen setzen. Auf Grundlage der Rekonstruktion berufsbiographischer Verläufe von BEM- Fällen können zentrale Episoden, Ereignisse, kritische Stationen und kommunikative Aushandlungsanforderungen herausgearbeitet werden, an denen präventive Strategien ansetzen und BEM-Prozesse ggf. optimaler gestaltet werden können. Im zweiten Studienteil wird mittels partizipativer Workshops der Theorie-Praxis-Transfer gesichert.

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    wissenschaftliches Netzwerk "qualitative Gesundheitsforschung"
    Laufzeit: 01.09.2013 bis 28.02.2017

    Angesichts des säkularen und demografisch bedingten Wandels im Krankheitsspektrum (hier vor allem die Zunahme chronischer und psychischer Krankheiten) und der damit verbundenen Veränderung der Anforderungen an die gesundheitliche Versorgung stellen sich in den Gesundheitswissenschaften neue Herausforderungen, die dezidiert - nicht zuletzt aufgrund veränderter und individualisierter Lebensweisen - nach einer interpretativen Forschungsstrategie verlangen. Dies drückt sich in den letzten Jahren auch in einer verstärkten Nachfrage qualitativer Erhebungs- und Auswertungsmethoden aus. Qualitative Forschungsstrategien haben sich im Rahmen evidenz-basierter Gesundheitsversorgung durchaus einen Platz erobert (Meyer 2007) und werden immer stärker als Evidenzgrundlage wahrgenommen, auch wenn sich im internationalen Vergleich eine in Deutschland noch geringere Beachtung qualitativer Forschung feststellen lässt. Neben Fragen der Integration von qualitativen und quantitativen Forschungsdesigns sowie der Herstellung des Anschlusses an die internationale Forschungslandschaft wirft dies darüber hinaus verstärkt Fragen der Bewertung der Qualität qualitativer Studienergebnisse auf, insbesondere angesichts der Tatsache, dass qualitative Forschung  zunehmend vorausgesetzt wird, Qualitätssicherung, Transparenz, Gegenstandsangemessenheit und Nachvollziehbarkeit der qualitativen Forschung sind in diesem Feld deutlich weiterzuentwickeln und ein gemeinsames Verständnis qualitativer Gesundheitsforschung gilt es zu entwerfen.

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    Wege von der beruflichen Qualifizierungsmaßnahme in das Beschäftigungssystem- eine qualitative und quantitative Analyse individueller Verlaufskarrieren und ihrer biografischen und strukturellen Bedingungen
    Laufzeit: 01.02.2014 bis 31.01.2016

    Vor dem Hintergrund einer Zunahme chronischer Erkrankungen und einem damit

    wachsenden Rehabilitationsbedarf, kommt der beruflichen Wiedereingliederung ein
    hoher Stellenwert zu.Vor diesem Hintergrund stellen sich zwei zentrale Fragenkomplexe:

    erstens geht es um die Aufklärung de rpersonellen, institutionellen und verfahrensbedingten Gründe für den Erfolg bzw. Misserfolg unterschiedlicher beruflicher Bildungsmaßnahmen; zweitens geht es um die Beantwortung der komplexen individuellen, situativen und umweltbezogenen Bedingungen, die einen nachhaltigen Eingliederungserfolg sichern oder verhindern.

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    Pilotstudie: Arbeit auf Probe? Beschäftigungshemmnisse auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt
    Laufzeit: 01.05.2015 bis 31.12.2015

    Die dauerhafte berufliche Wiedereingliederung von Menschen mit Behinderungen ist Ziel der Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben und ist ein wichtiges Qualitätsmerkmal für die Institutionen der beruflichen Rehabilitation. Die Beschäftigungssituation behinderter Arbeitnehmer/-innen hat sich trotz guter rechtlicher Rahmenbedingungen und trotz eines ausgebauten Systems der beruflichen Rehabilitation insgesamt nur unwesentlich verbessert. So zeigen sich auch in den wirtschaftlichen Aufschwungszeiten eine nach wie vor deutlich erhöhte Erwerbslosen- und eine deutlich geringere Beschäftigungsquote von Menschen mit Behinderung im Vergleich zu nichtbehinderten Menschen. Besonders die Neueinstellung von Menschen mit Behinderung von außen z.B. aus einer Situation der Erwerbslosigkeit heraus oder nach Ausbildungs- und Umschulungsabschluss, stellt sich schwierig dar und erweist sich für eine Gruppe von Rehabilitanden als besondere Herausforderung und führt nicht selten zur vorzeitigen Beendigung des Arbeitsverhältnisses. Mögliche Gründe dafür verweisen auf strukturelle, ausbildungsbedingte und vor allem auch mentale sowie sozialpsychologische Hindernisse beim Arbeitsmarktzugang und bei der Beschäftigungssicherung für Menschen mit Behinderung. Über dieses kritische Bedingungsgefüge ist bisher in der Forschung zu wenig bekannt und bestehen in der Praxis allenfalls ungeprüfte Vermutungen.
    Vor diesem Hintergrund zielt die explorative Studie auf die Identifikation der Risikofaktoren und Bedingungskonstellationen auf unterschiedlichen Ebenen (strukturell, ausbildungsbedingt, individuell, wie z.B. besondere persönliche Vulnerabilitäten sowie betriebsbezogen) ab, die für den Abbruch des Arbeitsverhältnisses vor Beendigung der Probezeit verantwortlich sind.

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    Zugang zum allgemeinen Arbeitsmarkt für Menschen mit Behinderung
    Laufzeit: 01.09.2012 bis 28.02.2013

    Die Beschäftigung schwerbehinderter Arbeitnehmer_innen ist trotz guter rechtlicher Rahmenbedingungen, umfangreicher Hilfeangebote und Maßnahmearten sowie nationaler und europaweiter Initiativen und Förderprogramme verbessert worden. Dennoch zeigt sich eine nach wir vor deutlich erhöhte Erwerbslosenquote von Menschen mit Schwerbehinderung im Vergleich zu Nichtbehinderten. Dies verweist auf strukturelle, mentale und verfahrensbedingte Barrieren, die Gegenstand der Studie sind.
    Vor diesem Hintergrund zielt die Studie auf die Identifikation verschiedener Ursachen, Hintergründe und Zugangsbarrieren ab, die den Zugang zum allgemeinen Arbeitsmarkt für Menschen mit Schwerbehinderung erschweren und den Verbleib im Beruf gefährden.

    Ziele der Untersuchung:
    1)    Untersuchung von Betrieben
    Dazu werden Betriebe unterschiedlicher Größe (Großbetriebe, KMUs, Kleinbetriebe) in ausgewählten Branchen untersucht und die Personalverantwortlichen, Betriebsräte und ausgewählte Arbeitnehmer_innen befragt.
    2)    Schwerbehinderte Arbeitnehmer_innen
    Welche Barrieren und Vorbehalte erleben Schwerbehinderte bei der Bewerbung, Einarbeitung und ihrer Berufstätigkeit? Welche Aspekte/ Bedingungen gefährden den Verbleib Schwerbehinderter auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt?
    3) Best-Practice Modelle
    Anhand von Best-Practice Modellen, z.B. Betriebe, die mit Integrationspreisen ausgezeichnet wurden, sollen in ausgewählten Regionen Deutschlands zentrale Gelingensbedingungen einer erfolgreichen und nachhaltigen Eingliederung von Menschen mit Schwerbehinderung identifiziert werden.

    Methodisches Vorgehen:
    Die Datenerhebung und -auswertung erfolgt mittels unterschiedlicher Methoden der qualitativen Sozialforschung. Es kommen folgende Erhebungsmethoden zum Einsatz: Problemzentrierte Interviews mit Entscheidungsträgern, Interessenvertretern und Mitarbeitern verschiedener Betriebsgrößen Episodische Interviews mit Menschen mit Schwerbehinderung, in denen Sie zu Ihren Erfahrungen bei der Arbeitsplatzsuche und in der Beschäftigung befragt werden. Experteninterviews mit Vertretern von Interessenverbänden der Behindertenhilfe, Arbeitgeberverbänden sowie Vertretern von Integrationsämtern und Hauptfürsorgestellen Gruppendiskussionen a) mit Vertretern aus Wissenschaft, Praxis und Personalvertretern b) Personalverantwortlichen aus Betrieben, die die Quote er- bzw. übererfüllen und Personalvertretern aus Betrieben, die die Quote nicht erfüllen c) Menschen mit Schwerbehinderung, die auf dem ersten Arbeitsmarkt tätig sind, in Integrationsbetrieben o.ä. tätig sind sowie in einer Werkstatt für Menschen mit Behinderung beschäftigt sind.

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    DFG-Netzwerk - Qualitative Return to Work-Forschung
    Laufzeit: 01.11.2019 bis 31.01.2022

    Es handelt sich um ein nationales Netzwerk von WissenschaftlerInnen, die das Thema RTW bei chronischen Erkrankungen qualitativ beforschen. Das Ziel ist die Aufarbeitung, Bewertung und Synthese des nationalen und internationalen Forschungsstandes. Die bisherige qualitative RTW-Forschung soll systematisiert erfasst und kritisch reflektiert werden.
    Das Erkenntnisinteresse liegt insbesondere in folgenden Bereichen:
    - Aufarbeitung bisheriger Ergebnisse qualitativer RTW-Forschung
    - Identifikation zentraler Förderfaktoren und Barrieren des RTW
    - Ableitung von Praxisempfehlungen bzgl. RTW-Interventionen
    - Systematisierung qualitativer RTW-Forschung; kritische
    Auseinandersetzung mit bisherigen theoretischen Konzepten
    und methodischen Ansätzen
    - Verortung nationaler in internationaler Forschung
    - Identifikation von Forschungslücken/-bedarfen

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    Präventive Gesundheitsstrategien - Aus BEM lernen. Eine rekonstruktiv-qualitative Analyse berufsbiographischer und gesundheitlicher Risiken
    Laufzeit: 15.11.2016 bis 31.05.2019

    Angesichts der Veränderungen in der Arbeitswelt, wie Arbeitsverdichtung und Subjektivierung einerseits und der immer länger werdenden Berufsbiographien aufgrund des demographischen Wandels andererseits, werden Fragen der Sicherung der Beschäftigungsfähigkeit und Gesundheit von Arbeitnehmenden immer bedeutsamer. Das Betriebliche Eingliederungsmanagement (BEM), welches seit seiner gesetzlichen Einführung 2004 als ein Instrument zur Wiedereingliederung langfristig erkrankter Beschäftigter (§ 84 SGB IX) fungiert, konnte in den letzten Jahren zunehmend - zuvorderst in Großunternehmen - etabliert werden.

    Das Projekt fragt danach, wie bisherige Erfahrungen mit dem BEM zur Entwicklung früher ansetzender präventiver Maßnahmen zur Sicherung der Beschäftigungsfähigkeit von Arbeitnehmenden genutzt werden können und wie die Ausgestaltung von BEM-Prozessen optimiert werden kann. Im Mittelpunkt steht die Rekonstruktion berufsbiographischer Verläufe von Arbeitnehmenden, deren Beschäftigungsfähigkeit bedroht ist (laufende BEM-Verfahren) bzw. war (abgeschlossene BEM-Verfahren), flankiert durch eine strukturierte Dokumentenanalyse von BEM-Akten. Zudem werden im Projekt gezielt betriebliche sowie überbetriebliche Akteure als BEM-Allianzen durch Expertenbefragungen in den Blick genommen. Im Besonderen werden KMU fokussiert, denn hier gibt es kaum institutionalisierte Verfahren des betrieblichen Gesundheitsmanagements sowie der betrieblichen Mitbestimmung. Die Akteure_innen müssen daher bei gesundheitlichen Einschränkungen, die die Beschäftigungsfähigkeit von Arbeitnehmenden in Frage stellen, stark auf situative Lösungen setzen. Auf Grundlage der Rekonstruktion berufsbiographischer Verläufe von BEM- Fällen können zentrale Episoden, Ereignisse, kritische Stationen und kommunikative Aushandlungsanforderungen herausgearbeitet werden, an denen präventive Strategien ansetzen und BEM-Prozesse ggf. optimaler gestaltet werden können. Im zweiten Studienteil wird mittels partizipativer Workshops der Theorie-Praxis-Transfer gesichert.

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    Soziologische Bedarfsanalyse und wissenschaftliche Evaluation im Projekt "open doors"
    Laufzeit: 01.01.2017 bis 28.02.2019

    Ziel des Modellprojektes "open doors" ist die Analyse der (Verbands-)Arbeit der Freiwilligen Feuerwehr mit Blick auf Ansatzpunkte für eine strukturelle Weiterentwicklung des Verbandes, um die Integration neuer Zielgruppen (v.a. Menschen mit Migrationshintergrund) zu ermöglichen.
    Im Rahmen des soziologischen Teilprojektes (Soziologische Bedarfsanalyse) werden die Situation und der Bedarf im Landesfeuerwehrverband Sachsen-Anhalt e.V. in drei Modellregionen Sachsen-Anhalts erfasst und analysiert.
    Es werden folgende empirische Materialien erhoben:

    • qualitativ-empirische Expert_inneninterviews (mit biographisch-narrativen Anteilen) mit Akteur_innen aus den Freiwilligen Feuerwehren des Landes Sachsen-Anhalt
    • Gruppendiskussionen mit Akteur_innen aus den Freiwilligen Feuerwehren des Landes Sachsen-Anhalt
    • ethnographische Beobachtungen bei regelmäßigen Aktivitäten der Freiwilligen Feuerwehren außerhalb von Einsätzen, vor allem bei Dienstsitzungen und Festen
    • Fragebogenerhebung mit 100 Frauen und Männern mit Migrationshintergrund

    Die erhobenen qualitativ-empirischen Daten werden transkribiert bzw. in Beobachtungsprotokollen aufbereitet und dann mittels der soziolinguistischen Prozessanalyse (Fritz Schütze) ausgewertet. 
    Die Ergebnisse der Bedarfsanalyse sollen die Grundlage für eine passgenaue Entwicklung von Instrumenten für das spezifische Feld der Freiwilligen Feuerwehr bieten, um den Einstieg von Menschen mit Migrationshintergrund in die Verbandsarbeit zu ermöglichen.
    In der zweiten Phase des Gesamtprojektes werden im Rahmen des Teilprojektes die zur Anwendung gebrachten Instrumente evaluiert (formative und summative Evaluation).
    Das Projekt wird gefördert durch das Bundesministerium des Innern.

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    Chancen und Barrieren in der Berufseinmündung im Bereich der Kinder- und Jugendhilfe
    Laufzeit: 01.01.2017 bis 01.03.2018

    Ausgangspunkt der soziologischen Studie ist die systematische Analyse dessen, was den Berufseinsteiger_innen in der (stationären und ambulanten) Kinder- und Jugendhilfe als Arbeitsfeld entgegentritt. Dabei werden u.a. folgende Aspekte fokussiert:

    • Barrieren im Eintritt bzw. in der Einsozialisation in das Berufsfeld 
    • Systematische Schwierigkeiten und Paradoxien in der Arbeit 
    • Sinnquellen der Arbeit im Feld der Kinder- und Jugendarbeit

    Der soziologischen Analyse liegt die Perspektive der interaktionistischen Arbeitssoziologie zugrunde, welche die soziale Realität als prozesshafte Aushandlungsrealität und Organisationen als interaktiv hergestellte soziale Realität - als Prozess permanenter interaktiver Herstellung und Aufrecherhaltung von Ordnung - fokussiert (Anselm Strauss). 
    In der qualitativ-empirischen Datenerhebung kommen folgende Instrumente zum Einsatz:
    • Berufsbiographisch-narrative Interviews mit Berufsnoviz_innen in der Kinder- und Jugendhilfe
    • Leitfadengestützte Expert_inneninterviews mit Mitarbeiter_innen in der Kinder- und Jugendhilfe

    Die empirischen Daten werden transkribiert und mittels der soziolinguistischen Prozessanalyse (Fritz Schütze) ausgewertet.
    Die Ergebnisse der soziologischen Analyse werden in partizipativen Workshops mit Mitarbeiter_innen der Kinder- und Jugendhilfe diskutiert und mit Blick auf den Transfer in die Handlungspraxis weiterentwickelt.
    Auf der Grundlage der Datenanalyse werden Personalauswahlverfahren und Einarbeitungsstrategien für den Bereich der Kinder- und Jugendhilfe erarbeitet und in der Praxis erprobt.

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    Qualitativ-empirische AbsolventInnenstudie an der Fakultät für Humanwissenschaften der OvGU
    Laufzeit: 01.09.2012 bis 30.04.2013

    Im Mittelpunkt des Untersuchungsinteresses steht der Berufseinstieg von Absolventinnen und Absolventen der Fakultät für Humanwissenschaften der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg. In themenzentrierten narrativen Interviews werden das Studium, der unmittelbare Übergang in das Erwerbsleben und die Berufseinmündungsphase der ersten Jahre nach dem Studienabschluss von Absolventinnen und Absolventen erhoben und biographieanalytisch ausgewertet.

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    Ärztliche Vermittlungs- und Beratungsmuster im Kontext lebensbedrohlicher Erkrankungen und ihre pädagogigsche Sensibilität. Die pädagogischen Komponenten der ärztlich-professionellen Informations-, Beratungs- und Betreuungsarbeit (Herzinfarkt, Brustkrebs)
    Laufzeit: 01.04.2009 bis 30.09.2012

    Das Ziel des Projektes ist es, Prozesse der verständnissichernden pädagogischen Wissensvermittlung des Arztes an den Patienten und der identitätsverändernden und -sichernden Beratung über für den letzteren existentiell wichtige Fragen seiner Krankheit und des gesundheitsfördernden Umgehens mit dieser samt der damit verbundenen Unterstützung von grundlegenden Gesundheitshaltungs- und Lebensstilveränderungen als wichtigen Teil der professionellen Arbeit von Ärzten mit Patienten zu untersuchen und diese pädagogischen Handlungskomponenten in ihren medizinsoziologisch, gesundheitswissenschaftlich und erziehungswissenschaftlich relevanten Dimensionen zu beschreiben. Hierbei wird der Arzt – neben seiner dominanten Rolle als Diagnostiker und  Behandler - nicht nur als informierender Wissensvermittler, sondern auch als Pädagoge, der die Veränderung der inneren Haltung des Patienten zu seiner chronischen Krankheit, zu sich selbst, zu seinem Leben und zur Welt gesundheitsfördernd anregen und insbesondere auch die Prüfung und Neubestimmung der fragwürdig gewordenen bisherigen Beziehung zwischen der biographischen Identität des Patienten und dem durch die chronische Krankheit geschädigten Körper unterstützen will, in den Mittelpunkt des Forschungsinteresses gerückt. Die ärztlichen Handlungsschemata der Vermittlung von krankheits-, behandlungs- und gesundheitsrelevantem Wissen in biographisch-fallspezifischer Zuspitzung, der pädagogischen Anregung von Anpassungsprozessen im Bereich der alltäglichen Lebensführung und der Ingangsetzung und Unterstützung von Prozessen der biographischen Arbeit bezüglich der Identitätsveränderung bei Patienten unter Berücksichtigung ihrer einschneidend veränderten Körper-Performanz werden am Beispiel von Ärzten untersucht, die maßgeblich an der Behandlung von Brustkrebs bzw. Herzinfarkt beteiligt sind. Durch die Erfassung und Analyse ärztlicher Orientierungsmuster (auf der Grundlage von Experteninterviews und Gruppendiskussionen) und Handlungsmuster (auf der empirischen Basis von interaktionsgeschichtlichen Fallerzählungen in Verbindung mit den Experteninterviews und von Problemfokussierungen in Gruppendiskussionen sowie von behandlungs- und bewältigungspädagogischen Vorträgen und Schulungen der Ärzte und von entsprechenden kommunikativen Reaktionen der zuhörenden bzw. mitmachenden Patienten auf diese) werden Einsichten in die spezifischen pädagogischen Aufklärungs-, Vermittlungs- und Beratungsaktivitäten von Ärzten generiert.

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    TALENT HRM Management
    Laufzeit: 01.01.2019 bis 31.12.2022

    The aim of the TALENT Erasmus+ project (2019-2021) is to establish a two-year master programme in HRM in six universities in Central Asia.

    Coached by EU universities in Belgium, Bulgaria, Germany and Greece, two universities in Kazakhstan, the Kyrgyz Republic and Uzbekistan are developing an innovative academic environment to teach and study HRM insights and practices adapted to the needs and specificities of the socio-economic challenges the Central Asian region is confronted with. The first cohort of students is expected to start its education in September 2020.

    Through its various objectives and activities, such as teacher trainings and seminars, the TALENT project intends to develop a network between universities and public and private actors allowing for a long-lasting exchange of expertise in HRM as well as to create the incentives for mobilities between the partner universities of students, teachers and researchers interested in HRM in Central Asia.

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    European Integration and Employment Relations [EIGER]
    Laufzeit: 01.12.2013 bis 30.11.2016

    Die Partner dieses Projekts tragen zur Modernisierung des Bildungssystem in Georgien bei, indem sie ein Master Programm zum Thema European Integration and Employment Relations einführen. Hier sollen Spezialisten für Arbeitsbeziehungen ausgebildet werden, um eine transformative Rolle in der Gesellschaft einzunehmen und Georgien näher an die EU und internationale Arbeitsstandards heranzuführen (siehe hierzu auch die Verhandlungen zwischen Georgien und der EU DCFTA). Arbeitsbeziehungen werden hier als weites Konzept verstanden, das rechtliche, Arbeitsmarkt-, wirtschaftliche, industrielle und organisationale Aspekte der Welt der Arbeit umfasst.  Es geht darum, dass die Arbeitsbedingungen einen positiven Effekt auf die Lebensqualität haben. Ein Konsortium dreier Universitäten in Tbilisi hat sich damit einverstanden erklärt, solch ein innovatives zweijähriges Masterprogramm in Übereinstimmung mit dem Bologna Prozess nach der Beendigung der dreijährigen Projektphase einzuführen. Es werden  25 Kurse und das dazugehörige Lehrmaterial entwickelt. Für die Lehrenden wird eine Ost-West Mobilittät zu Trainingszwecken zu den drei europäischen Partnern ermöglicht. Neben der Lehre wird besonderer Wert auf ein forschungsbasiertes Bildungsumfeld gelegt. Stakeholders wie Ministerien und andere staatliche Einrichtungen, Firmen des privaten Sektors, Arbeitgeber- und Arbeitnehmerorganisationen und andere Institutionen der Zivilgesellschaft werden an diesem Projekt beteiligt sein (wie auch Studierende und Vertreter der Universitätsverwaltung), um die Projektziele umzusetzen und nachhaltige Bedingungen für dieses Masterprogramm zu schaffen.

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    Wasserkonflikte und Wassermanagementinstitutionen im Südlichen Afrika und Zentralasien
    Laufzeit: 01.01.2011 bis 01.05.2015

    Das Projekt vergleicht die Probleme des supranationalen Wassermanagements im südlichen Afrika und Zentralasien. Es befasst sich mit den Wassermanagementinstitutionen und ihrer sozialen, wirtschaftlichen und politischen Auswirkungen in den Regionen und zielt auf die wichtigsten Einflussfaktoren der Wasserkooperation, um die Wassermanagementprobleme zu verbessern.
    Teilweise finanziert über Landesstipendium Sachsen-Anhalt

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    Drivers of Urban Livestyles in Low Income Urban Habitats of Pune and Mysore/India
    Laufzeit: 01.04.2014 bis 31.03.2015

    11 Studierende und zwei BetreuerInnen untersuchen im Städtevergleich einer Großstadt (Pune: 7 Millionen Einwohner) und einer Mittel stadt (Mysore: 1 Million Einwohner) die Lebensbedingungen einkommensschwacher Haushalte. In fünf Kleinprojekten zu den Themen Stadtplanung, Gesundheit und Erziehung, Müll, informeller Sektor und Repräsentation von Slumbewohnern tragen die Studierenden im Rhamen einer Lehrforschung (September 2014) über qualitative Interviews und Beobachtung ein Mosaik von Informationen zusammen, die sich zu einem Gesamtbild der Lebenssituation in Slums und der besonderen Stadtproblematiken verdichten. Die als Action Research bekannte Methode impliziert, dass viel Information mit wenig Zeitaufwand durch Arbeitsteilung generiert wird und die Informationen jeden Abend zwischen den Gruppen ausgetauscht werden, um sie auf demselben Informationsstand zu halten. Die Lehrforschung findet in Kooperation mit dem Institute of Environment Education and Research, Bharati Vidyapeeth University, Pune und dem Centre for Renewable Energy and Sustainable Technologies, The National Institute of Engineering, Mysore statt.

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    Lebensführung und Lebensqualität in Kasachstan
    Laufzeit: 11.12.2009 bis 10.12.2014

    Mit der Systemtransformation vor nunmehr 18 Jahren gilt es zu untersuchen, wie sich die Lebensqualität und Lebensqualität in Kasachstan an die Marktwirtschaft angepasst haben. Hierzu werden verschiedene soziale Schichten in einer qualitativen Untersuchung befragt.
    Teilweise Landesstipendium Sachsen-Anhalt

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    Regionale Entwicklung kleiner und mittelständischen Unternehmen (KMU) in Karkalpakstan/Usbekistan
    Laufzeit: 01.04.2010 bis 01.11.2014

    Die überwiegend ländliche Region mit hoher Arbeitslosigkeit zeigt, dass KMU Probleme des Überlebens haben. Es sollen die Gründe analysiert werden, um eine regionale Entwicklungsstrategie für KMU vorzuschlagen

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    Nepals Schamaninnen im Spannungsfeld von Tradition und Moderne. Wissensbestände, Praktiken und soziale Rollen im Wandel
    Laufzeit: 01.08.2011 bis 31.07.2014

    Die Arbeit untersucht mit dem Mittel der Biographieanalyse das Leben und Wirken von Schamaninnen unterschiedlicher Volksgruppen in Nepal. Der Vergleichshorizont von städtischem und ländlichem Raum gibt Aufschluss über Veränderungen, die sich im Zuge von Urbanisierung und Modernisierung im Leben von Schamaninnen und im System schamanischer Wissensbestände und Praktiken vollziehen. Es geht auf der einen Seite um den Wandel, der sich in indigenen Wissenssystemen durch äußere Einflüsse in Globalisierungs- und Urbanisierungsprozessen vollzieht, als auch um die Akteure dieser Wandlungsprozesse. Zu bearbeitende Fragen sind beispielsweise: a. Wie passen sich indigene Wissensbestände- und Praktiken an veränderte äußere Umstände an, was geschieht mit traditionellem Wissen im internationalen Wissenstransfer und in der Begegnung mit modernen Wissensbeständen?; b. Was bedeuten diese Wandlungsprozesse für weibliche Schamanen, wo verorten sie sich selbst zwischen Beruf und Berufung, findet eine Professionalisierung und damit einhergehende Kommerzialisierung statt, in welchem Verhältnis stehen die Rolle als Schamanin zu anderen weiblichen Rollen als Mutter und Ehefrau?

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    Livelihoods-Strategien privater Haushalte in Zentralasien: Eine vergleichende Stadt-Land-Analyse in Kasachstan und Kirgisistan (Co-Projektleiter Eckhard Dittrich)
    Laufzeit: 01.04.2011 bis 31.12.2013

    Mit dem Systemtransfer wurden marktwirtschaftliche Institutionen implementiert. Nun, nach 18 Jahren der Transformation, stellt sich die Frage, inwieweit die Akteure auch marktgesellschaftliches Handeln und Verhalten übernommen haben und wie dieses frühere Handlungsmuster tangiert. Mithilfe quantitativer und qualitativer Methoden wird im Länder- und Stadt-Land Vergleich das Markthandeln im Hinblick auf Eigenverantwortung und Planung (Alterssicherung, Arbeitslostigkeit, etc.) untersucht. Hierbei steht die Frage im Vordergrund, ob familiäre und freundschaftliche Sicherungsmechanismen durch organisationelle (Banken, Versicherungen etc.) ersetzt werden. Theoretisch ist das Projekt auf dem Sustainable Livelihoods Ansatz gegründet.
    Ziel des Projekts ist die Analyse der Handlungsmuster privater Haushalte unterer und mittlerer Einkommensgruppen in städtischen und ländlichen Regionen, um deren Lebensstrategien zu verstehen. Die Datenerhebung erfolgt durch drei Forschergruppen in den Untersuchungsländern. Daneben steht die Weiterqualifikation von Nachwuchswissenschaftlern im Vordergrund. Die Forschergruppe besteht neben den Antragstellern (Prof. Dittrich/Prof. Schrader, Univ. Magdeburg) aus: Dr. Denis Gruber (Staatliche Univ. St. Petersburg), Dr. Markus Kaiser (OSZE Akademie Bishkek), Prof. Zabirova (Eurasian National Univ. Astana), Prof. Shedenova (Al-Farabi Univ. Almaty), Dr. Gorborukova (American Univ. of Central Asia, Bishkek); Nigina Avganova, Aikokul Maksutova und Batima Mambetalina (Magdeburg).

    Publikation:
    Eckhard Dittrich, Heiko Schrader (Eds.)

    "When Salary is not Enough…"
    Private Households in Central Asia
    Reihe: Gesellschaftliche Transformationen/Societal Transformations
    Bd. 20, 408 S., 44.90 EUR, 44.90 CHF, br., ISBN 978-3-643-90525-3

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    Arbeiten als Minderheit in einer patriarchalischen Gesellschaft: Entrepreneurinnen in Tajikistan
    Laufzeit: 01.11.2011 bis 30.11.2013

    Der Hauptfokus der Forschungliegt auf dem Frauen-Unternehmertum in Tadschikistan (Klein- und MIttelunternehmerinnen). Laut der letzten nationalen Statistik gibt es nur 3% solcher Unternehmerinnen. Das Land leidet unter hoher Arbeitslosigkeit und Arbeitsmigration. Darüber hinaus sind es aber nicht nur die unternehmerunfreundlichen Bedingungen des Landes (Gesetze und Landespolitik), die die Entwicklung des Unternehmertum verhindern, sondern auch die patriarchalische und Islamische Tradition und "ungeschriebene" gesellschaftliche Regeln und moralische Normen, die die Motivation und die Überlebens- und Erfolgsstrategien als Unternehmerinnen in einem männerdominierten Wirtschaftssektor behindern. Da diese Unternehmerinnen nicht nur Jobs und Arbeitsplätze bieten, sondern auch dadurch Einkommensquellen für sich selbst und Andere schaffen, ist es sehr wichtig, ihre Handlungsmotive und Leistungsfaktoren sowie ihre Strategien zu untersuchen, wie sie sich in Markt und Gesellschaft behaupten. Die Fragen, die in dieser Forschung untersucht werden, sind: Was sind die Hauptfaktoren und Schlüsselwerte, die  die Überlebensstrategien Tadschikischer Unternehmerinnen beeinflussen? Welche Wirkung hat die unternehmerische Tätigkeit auf das Selbstbewusstsein dieser Frauen und tadschikischer Frauen im Allgemeinen, auch im Hinblick auf die gesellschaflich Gender-Hierarchie?

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    Plan to Establish Research-Science -Enterprise orientated Universities
    Laufzeit: 01.03.2009 bis 28.03.2012

    Es geht um die institutionalisierung der Kooperation von Universitäten und Unternehmen. Abgezielt wird auf die Entwicklung von lernenden Regionen in verschiedenen Ländern des postsowjetischen Raums. Dazu werden transnationale Forschungsdatenbanken und interactive websites entwickelt.

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    Einsatz und Validierung eines Bewertungssystems zur Einschätzung der Kooperationskompetenz und der organisationalen Passung potentieller deutscher und indischer Kooperationspartner in Wirtschaftskooperationen
    Laufzeit: 01.01.2007 bis 31.07.2009

    Der Anteil suboptimaler oder gar gescheiterter interkultureller Wirtschaftskooperationen ist beträchtlich. Betriebswirtschaftliche Forschung erfasst aber ausschließlich marktrelevante Kompetenzen eines Unternehmens, daneben steht die Diskussion um weiche Faktoren aus individualpsychologischer und soziologischer Sicht. Reine Finanzbilanzen bilden nun aufgrund ihrer linearen Urteilsbildung die Erfolgsfaktoren internationaler Kooperation nicht ab, da Kooperationsprozesse nicht linear, sondern mehrdimensional ablaufen. Deshalb wird an der Uni Magdeburg ein interdisziplinär angelegter Ansatz zur Beseitigung bestehender Schwachpunkte rein zahlengeleiteter Bewertungsansätze für die Auswahl internationaler Kooperationspartner verfolgt. Konkret untersucht wird die Kooperationskompetenz kooperationswilliger deutscher und indischer Unternehmen sowie deren organisationale Passung untereinander. Die zentrale Forschungsfrage lautet: Kann ein soziologisch und psychologisch fundiertes  Bewertungssystem unter Berücksichtigung kultureller Einflussfaktoren einen positiven Beitrag zur validen Messung und Beurteilung der Kooperationskompetenz potentieller deutscher und indischer Kooperationspartner sowie deren paarweisen Passung leisten? Vorgehen: Zunächst wurden unter Einsatz qualitativer und quantitativer Erhebungsmethoden zentrale Erfolgsfaktoren deutsch-indischer Koop. erhoben. Danach musste diskutiert werden, welche Erhebungsmethoden im Bezug auf die Auswahl int. Kooperationspartner praktikabel sind. Aus den Ergebnissen wurde dann ein Auswahlinstrumentarium erstellt, dass kooperationswilligen Unternehmen eine systematische Auswahl fremdkultureller Partner ermöglicht. Der Ansatz ist dabei nicht auf den indischen Kulturkreis begrenzt, sondern kann auch auf andere Kulturen übertragen werden.

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    Räumliche Organisation von Prozessen kollektiver Identität (der Fall der Berliner linken Szene )
    Laufzeit: 01.01.2005 bis 30.05.2009

    Im Rahmen der Dissertation wurde ein theoretischer Entwurf vorgeschlagen, mit dessen
    Hilfe räumliche Mechanismen der Konstitution kollektiver Identitäten in sozialen Bewegungen erfasst werden können. Dafür wurden bewegungs- und raumsoziologische Konzepte auf der Grundlage des Strukturierungsansatzes in Giddens` Variante verknüpft. Die Grundannahme war, dass die Räume und die geteilten Wir-Definitionen (also kollektive Identitäten) beide im Alltagshandeln von Bewegungsakteuren (re)produziert werden. Der Entwurf wurde empirisch am Fallbeispiel der Berliner ?linken Szene? überprüft. Die Praxis kollektiver Identität in der ?linken Szene? als Bewegungsmilieu wurde in einer ethnographisch orientierten Feldforschung mit Hilfe kombinierter explorativ-interpretativer Verfahren (teilnehmende Beobachtung, Frame-Analyse, qualitative leitfadengestützte Interviews) untersucht. Dies ermöglichte nachzuvollziehen, wie die Konstitution und Reproduktion alltäglicher sowie episodischer Räume in der Bewegungspraxis passiert und wie dadurch die kollektiven Identitäten konstruiert werden. Das theoretische und methodische Design hat sich bewährt. Der ursprüngliche Entwurf wurde allerdings differenziert und erweitert: eine stärkere Berücksichtigung fanden u.a. das emotionale und körperliche Engagement der Aktivisten, die Multiplizität räumlicher Konstruktionen und der ?verinselte? Charakter symbolischer Räume eines Bewegungsmilieus.

    Erste Veröffentlichungen:
    2006: Golova, Tatiana: Raum-zeitliche Ordnungen linker Identität. In: Krause, B. et al. (Hg.) Chronotopographien : Agency in ZeitRäumen. Frankfurt/Main: Peter Lang, S.161-172

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    Sozialer Aktivismus in den Slums von Mumbai
    Laufzeit: 01.04.2007 bis 31.03.2008

    Dieses Projekt ist eine einjährige Lehrforschung. Sie besteht aus 3 Phasen: Projektvorbereitung (incl. Schreiben eines Forschungsantrags), Feldforschung, Datenanalyse (incl. Erstellung eines Forschungsberichtes).
    Die Studierenden untersuchen zwei Schwerpunkte:Sozialen Aktivismus in Slums
    - im Hinblick auf Bleiberechte, Räumungen und Lebensbedingungen
    - im Hinblick auf Kommunalismus
    Die Forschergruppe besteht aus folgenden Studierenden der Soziologie, Politikwissenschaft, Friedens- und Konfliktforschung und European Studies:
    Nadine Brunsendorf, Paula Grobbecker, Daniela Fromm, Ina Fusko, AntjeWegner, Jessica Keil, Esther Mydla, Corinna Scholz, Matthes Kuech,Tobias Held, Jan Zalweski

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    Zuhause in Estland? Eine Untersuchung zur sozialen Integration von ethnischen Russen in Estland
    Laufzeit: 01.04.2006 bis 31.03.2008

    Die Untersuchung ermittelt, welche Auswirkungen sich durch Exklusionen aus bestimmten Subsystemen des estnischen Nationalstaats für die soziale Integration ethnischer Russen ergeben. Als Arbeitsmodell dient der migrationstheoretische Ansatz von Hartmut Esser (1999, 2001). Anhand Essers vier Formen der Sozialintegration (Platzierung, Kulturation, Interaktion und Identifikation) wird analysiert, ob ethnische Russen in der Untersuchungsregion über strukturelle, kulturelle, inter-ethnische und identifikative Assimilationsbestreben verfügen und wie sich diese bewerten lassen. Ein weiteres Ziel der Arbeit besteht darin, normative und interessengeleitete Zugehörigkeitsbindungen unterhalb der politisch-rechtlichen Ebene herauszuarbeiten. Einerseits frage ich nach der Inklusions- und Exklusionslogik des estnischen Staates, die verhindern kann, dass die Angehörigen der Minoritätengemeinschaft überhaupt zu vollwertigen Mitgliedern der Gesellschaft werden. Andererseits wird den Motiven und Orientierungen ethnisch-russischer Minderheitenakteure nachgegangen, sich überhaupt in die estnische Aufnahmegesellschaft integrieren zu wollen. Außerdem wird analysiert, ob bei ethnischen Russen Strategien beobachten werden können, die auf eine Selbstexklusion verweisen, und ob es nach dem Ende der Sowjetunion für die Angehörigen der russischen Minderheitengruppe zu Identitätsverschiebungen und infolge gefühlter oder erlebter Diskriminierungen zu einer Verstärkung der ethnischen Identität gekommen ist.

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    Konferenz in St. Petersburg am 3. und 4. März 2007 - Equality, Equity and Justice
    Laufzeit: 01.12.2006 bis 31.03.2007

    Das ISOZ führte in Kooperation in Kooperation mit der Higher School of Economics, St. Petersburg (Russ. Föd.), eine binationale Konferenz durch. Teilnehmer der OvGU waren: Prof. Dittrich, Prof. Schrader und Prof. Lohmann.

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    Einzelprivatunternehmertum: Entstehungs- und Etablierungsmuster im Vergleich (Bulgarien, Tschechien, Russische Föderation)
    Laufzeit: 15.01.2002 bis 14.01.2004

    Vor dem Hintergrund der Transformation Osteuropas und der Bedeutung von Kleinunternehmen in diesem Prozess untersucht das Projekt, welche Formen von Kapital (ökonomisches Kapital, Bildungskapital, Sozialkapital, Informationskapital, politisches Kapital) für die erfolgreiche Etablierung von Kleinunternehmen notwendig sind. Mithilfe von qualitativen Methoden werden Biographien von Unternehmern und Unternehmenslebenszyklen in den drei Ländern untersucht. Hierbei wird von einem theoretischen Ansatz der Pfadabhängigkeit ausgegangen.

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    Pfandhäuser in St. Petersburg: Der Pfandkredit als Strategie der Lebensbewältigung einkommensschwacher Haushalte?
    Laufzeit: 01.01.1999 bis 31.12.2000

    Pfandhäuser werden in der Litetatur als "Banken für die Armen" beschrieben. Diese Hypothese wurde aufgegriffen und mit verschiedenen Methoden quantitativer und qualitativer Forschung untersucht.
    Themanschwerpunkte: Geschichte russischer Pfandhäuser, der Pfandhausmarkt in St. Petersburg, 100 quantitative Interviews mit Kunden über ihre Lebensbedingungen und den Pfandkredit, 5 Tiefeninterviews mit Kunden, vorstrukturierte Interviews mit Managern von Pfandhäusern, die Lebensgeschichte eines Pfandhausmanagers und einer besonders erfolgreichen Firma

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    Führungsstile in Wirtschaftsorganisationen im Transformationsprozess Russlands und Ostdeutschlands
    Laufzeit: 30.06.2007 bis 30.06.2010

    Es handelt sich um ein empirisches Projekt,dessen Daten über Experteninterviews mit Managern gewonnen werden. Als Manager relevant für das Projekt sind solche, die sowohl Erfahrungen in Führungspositionen vor und nach der wirtschaftlichen Wende in den beiden Ländern  haben. Das Projekt  zielt darauf ab, die Unterschiede im Wirtschaftshandeln von Managern in Russland und Ostdeutschland herauszuarbeiten und deren kulturelle Einbettung nachzuweisen.

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    Doppelabschlüsse im BA/MA European Studies
    Laufzeit: 01.01.2009 bis 31.12.2009

    Doppelabschlüsse mit der Universität Klausenburg, Rumänien, sollen im Fach European Studies entwickelt werden. Das Projekt dient der weiteren Internationalisierung der Fakultät. Es ist interdisziplinär angelegt und soll integrierte Module für Sozial- und Kulturwissenschaften konzipieren. Das Projekt umfasst auch einen Lehrenden- und Studierendenaustausch.

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    Eine Analyse politischer Diskurse in Frankreich, Großbritannien und Deutschland: Auf dem Weg zu einer europäischen Identität?
    Laufzeit: 01.01.2007 bis 31.12.2009

    Das Projekt untersucht politische Diskurse im Hinblick auf die Herausbildung einer europäischen Identität. Dabei wird der politische Diskurs als diskursiver Raum betrachtet, in dem Identifikationsmöglichkeiten mit Europa und der Europäischen Union bereitgestellt, reproduziert und verändert werden. Zur Untersuchung dieser Identifikationsmöglichkeiten mit Europa werden Textkorpora zusammengestellt, die mit Hilfe lexikometrischer Computerprogramme untersucht werden. Diese Programme ermöglichen sowohl eine textstatistische als auch eine qualitative Analyse von Textkorpora. Als Untersuchungsgegenstand wurde zunächst ein Korpus aus Wahlprogrammen französischer, britischer und deutscher Parteien zu den Europawahlen zwischen 1979 und 2004 zusammengestellt. Eine Erweiterung des Korpus mit Protokollen aus Parlamentsdebatten und Pressetexten zu europapolitischen Fragen wird angestrebt.

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    Das Integrationsverhalten innerhalb multiethnischer Teams in Einrichtungen der stationären Altenhilfe
    Laufzeit: 19.10.2005 bis 10.12.2009

    Stationäre Altenhilfe ist ein wachsender Dienstleistungsbereich. In ihn drängen aufgrund diverser Gründe Arbeitskräfte mit Migrationshintergrund und Aussiedler aus den Gebieten hinter dem ehemaligen Eisernen Vorhang. Das wirft Fragen nach der Kooperation zwischen diesen Personen und den deutschen Mitgliedern in den Arbeitsteams auf. In verschiedenen Einrichtungen der stationären Altenhilfe in Bayern wurde eine qualitative Befragung durchgeführt, um die Integriertheit der Arbeitsteams einschätzen zu können.

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    Europa - ein soziales Projekt ?
    Laufzeit: 01.04.2008 bis 03.07.2009

    Das Projekt zielt darauf ab, ein Lehrbuch zu dem Thema zu entwickeln, welches nach dem Vertrag von Lissabon neben der wirtschaftlichen Vereinigung und der friedenspolitischen Zielorientierung zu einem weiteren Leitthema europapolitischer Gestaltung geworden ist. Eine erste Version wurde erstellt. Diese wird revidiert. Die einzelnen Kapitel werden in Lehrveranstaltungen eingebracht und auf ihre Tauglichkeit für Lehrzwecke überprüft.

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    Jenseits der Städte - Leben auf dem Lande in Bulgarien, Estland, Ostdeutschland und Russland
    Laufzeit: 01.10.2008 bis 30.06.2009

    Auf der Basis des im Rahmen einer über drei Jahre von der DFG geförderten qualitativen Untersuchung gesammelten Materials wird nun die Buchveröffentlichung vorbereitet. Die Untersuchung war qualitativ ausgerichtet. In Fallstudien wird die Veränderungen im ländlichen Raum untersucht, die die gesellschaftliche Transformation ausgelöst hat.

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    Entwicklung eines binationalen Graduiertenkollegs zur Transformationsforschung
    Laufzeit: 01.01.2006 bis 31.12.2008

    In diesem Projekt geht es um die Entwicklung eines theoretischen Rahmens für ein binationales Graduiertenkolleg sowie um die Entwicklung von Forschungspfaden, die konkretisierte Forschungsprojekte zum wirtschaftlichen, kulturellen, sozialen und politischen Wandel ermöglichen.

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    Die Europäisierung nationaler Bildungsdiskurse. Zur hegemonialen Konstruktion transnationaler Diskursformationen
    Laufzeit: 15.06.2005 bis 15.06.2008

    Das Forschungsprojekt geht am Beispiel des Bologna-Prozesses der Frage nach, nach welchen Regeln und Mechanismen diskursive Formationen funktionieren, die den nationalstaatlichen Rahmen übersteigen. Mit den Methoden der französischen Diskursanalyse werden Reden, Interviews, Zeitschriftenartikel und Kommissionsberichte nach sprachlichen Formen abgesucht, über die der Text auf Kontexte zugreift. Ziel der Untersuchung ist es zu zeigen, mit welchen Techniken die technokratischen Diskurse des Bologna-Prozesses das Politische zurückhalten.

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    Demokratie und Umwelt in Russland
    Laufzeit: 15.06.2004 bis 15.06.2007

    In dem Projekt wurde die Transformation in Russland untersucht anhand der Öffentlichkeitsbeteiligung in umweltrelevanten Entscheidungsverfahren. Die Ergebnisse basieren auf 40 Fallbeispielen zu Umweltverträglichkeitsprüfungen in ganz Russland über einen Zeitraum von drei Jahrzehnten. Sie geben Anlass, den Rückschritt in der Öffentlichkeitsbeteiligung festzustellen und damit auch den Rückschritt in der demokratischen Entwicklung Russlands seit der Perestroika, die auch von einer Umweltbewegung motiviert wurde.

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    Kein Ende der Hierarchien
    Laufzeit: 15.06.2004 bis 15.06.2007

    Ergebnisse des Forschungsprojektes, das mittelständische Unternehmen fallanalytisch untersuchte, weisen darauf hin, dass ein Ende der Hierarchien nicht festzustellen ist. Der momentane Umbau führt eher zu Formen zentralisierter Dezentralisierung beim Umbau von Unternehmen.

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    Gastdozentur von Herrn Dr. S. Michael
    Laufzeit: 08.10.2006 bis 07.02.2007

    Der indische Sozialanthropologe der Universität Mumbai, Dr. Michael, war als DAAD-Gastprofessor an das Institut für Soziologie eingeladen, um dort über di indische Sozialstruktur und Konflikge zu lehren.

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    Fernab der Städte: Leben auf dem Lande in Osteuropa; Ländliche Lebenswelten in Nord- und Südrussland, Estland und Bulgarien
    Laufzeit: 01.10.2002 bis 30.09.2004

    In dem Projekt werden die Auswirkungen der sozio-ökonomischen Restrukturierung agrarischer Regionen auf die Arbeits- und Lebensbedingungen auf dem Lande in osteuropäischen Transformationsgesellschaften untersucht. Fallbeispiele sind Dörfer in Nord- und Südrussland, Estland und Bulgarien. In diesen drei Ländern sind die Transformationsbedingten Voraussetzungen für den Wandel ländlicher Lebenswelten, etwa die Privatisierungs- und Restitutionsregelungen, sehr unterschiedlich und decken so eine grosse Bandbreite derzeitiger Reformmassnahmen ab. Forschungsleitend sind Fragen nach den sozialintegrativen Veränderungen, die nicht einfach als Folge von systemintegrativen Prozessen zu verstehen sind. Mit theoretischen Ansätzen zur (Re-)Produktion sozialer Ungleichheiten und zur Restrukturierung ländlicher Regionen werden folgende Aspekte untersucht: 1. Der Wandel ländlicher Lebenswelten infolge der derzeitigen Agrarreformen; 2. Die Sozialstruktur ländlicher Gebiete während des Privatisierungsprozesses; 3. Die Entstehengsbedingungen lokaler Akteure in den jeweiligen Siedlungseinheiten.

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    Umweltrelevante Entscheidungsverfahren in einem erweiterten Europa.
    Laufzeit: 01.10.2002 bis 30.09.2004

    Anhand von Fallstudien zu drei Regionen (Moskau, Westkaukasus, Baikal) beschäftigt sich das Projekt in einem ersten Schritt mit den Instrumenten der Umweltfolgenabschätzung und -bewältigung in der russischen Föderation unter dem Aspekt der Öffentlichkeitsbeteiligung als Indikator für den Stand der Demokratisierung in Entscheidungsprozessen. Anschliessend wir in einem zweiten Schritt nach den Möglichkeiten einer Harmonisierung der russischen Instrumente mit den Standards in der Europäische Union gefragt. Die Projektleitung und -administration liegt bei Prof. Köppel, TU Berlin, Institut für Landschafts-und Umweltplanung. Kooperationspartner auf russ. Seite ist Prof. Dr. A. Drozdov, Institut für Geografie der Russischen Akademie der Wissenschaften, Moskau

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    Einzelprivatunternehmertum: Entstehungs- und Etablierungsmuster im Vergleich (Bulgarien, Tschechien, Russische Förderation
    Laufzeit: 01.12.2001 bis 30.11.2003

    Für Klein-und Mittelbetriebe wird unterstellt, dass sie das Rückgrat moderner, kapitalistischer Marktwirtschaften in westlichen Demokratien bilden. Die zentrale Frage des Projektes lautet, ob dieses auch für Transformationsökonomien der Fall ist. Diese Frage wird empirisch vergleichend in den angegebenen Ländern überprüft und zwar mit quantitativen wie mit qualitativen Methoden.

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    Alltägliche Lebensführung und Reproduktion sozialer Strukturen in Rußland/Fallbeispiel St. Petersburg
    Laufzeit: 01.04.1999 bis 30.09.2000

    In dem Projekt wird die transformationsbedingte Neustrukturierung der Lebensverhältnisse in den sozialen "unteren Mittellagen" untersucht. Hier haben sich die konkreten Anforderungen an die alltägliche Lebensführung stark verändert und zum großen Teil verschlechtert. Neben der empirischen Beschreibung geht es um die Frage, welche Sozialindikatoren heute den Wandel der russischen Sozialstruktur adäquat erfassen.

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    Die Volksrepublik Polen und die Deutsche Demokratische Republik in der biographischen Erfahrung und Durcharbeitung der Nachkriegsgeneration von 1945 bis 1955. Ein biographieanalytisch-soziologischer Vergleich
    Laufzeit: 16.04.2012 bis 15.04.2014

    Das Projekt widmet sich den lebensgeschichtlichen Erfahrungen und den kollektiv-historischen Sichtweisen der Nachkriegsgeneration (geb. 1945 bis 1955) in der Gesellschaftsformation des Staatsozialismus in der VR Polen und der DDR. Empirische Grundlage sind je vierzig autobiographisch-narrative Interviews in Polen und Ostdeutschland mit nicht-prominenten Alltags -Menschen dieser Generation: mit (1) Arbeitern und (2) Bauern, (3) damaligen Geschäftsleuten, (4) professionellen Freiberuflern und Wissenschaftlern, (5) Vertreter der damaligen Lokalverwaltungen und mit (6) Vertretern der Opposition und der Gegenkultur, die in lokalen Gemeinschaften und Diskursarenen tätig waren. Grundlagentheoretisch geht unser Forschungsprojekt von der empirisch zu überprüfenden und zu differenzierenden Annahme aus, dass die lange kollektiv-historische Epoche des Staatssozialismus in Polen und Ostdeutschland in die Beziehung zwischen biographischer Identitätsentwicklung und umgebenden kollektiven Gebilden (wie dem Staat und seinen Organisationen) besonders tiefgehend-verändernd eingegriffen hat. Im Projektablauf kommt der fortlaufende transnationale Vergleich in gemeinsamen bi-nationalen Forschungswerkstätten (einschließlich fortgeschrittener Studenten) zum Zuge. Ein Teil der Interviews und deren Ergebnisse sollen für Geschichts-Ausstellungen, populäre Geschichtswerkstätten und an Laien adressierte Veröffentlichungen aufbereitet werden, um das kommunikative Gedächtnis an die lange staatsozialistische Epoche zu sichern und so den beiden nationalen Erinnerungskulturen zu dienen, zugleich aber auch im Wege der transnationalen Zusammenarbeit die europäische Dimension der biographischen Erfahrungen des Staatsozialismus und seiner prägenden kollektiv-historischen Ereigniskonstellationen deutlich zu machen.

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    Genderkompetente Bildung für nachhaltige Entwicklung (GBNE) - Entwicklung, Erprobung und Evaluation einer digitalen Micro Class zum Thema "Gender & Sustainability"
    Laufzeit: 01.03.2023 bis 31.12.2023

    Das Projekt "Genderkompetente Bildung für nachhaltige Entwicklung (GBNE)" stellt die Entwicklung, Erprobung und Evaluation eines digitalen, internationale Studierende einbindenden und in vielfältige Lehrkontexte der OVGU transferierbaren Lehr-Lern-Format dar, die Micro Class "Gender & Sustainability". In diesem können sich Studierende mit den Grundlagen genderkompetenter nachhaltiger Entwicklung zum Schwerpunkt Geschlecht(ergerechtigkeit) und Nachhaltigkeit auseinandersetzen.

    Die Lehr-Lerneinheiten des Projekts sind so konzipiert, dass sie sowohl als digitale Selbstlerneinheiten von Studierenden im Rahmen des Nachhaltigkeitszertifikats der OVGU belegt werden können. Als auch können Elemente der Micro Class von Lehrenden in den Partnerhochschulen des grünen europäischen Hochschulnetzwerks EU GREEN als unterstützendes Lehrmaterial in der eigenen Lehre eingesetzt werden.
    There is no sustainability without gender equality!
    In den 2015 verabschiedeten Sustainable Development Goals (SDGs) spielen sowohl Gender als auch Bildung eine zentrale Rolle: Geschlechtergerechtigkeit und der systematische Einbezug der Geschlechterperspektive in alle Dimensionen von Nachhaltigkeit gelten als maßgeblicher Prüfstein für Nachhaltigkeit überhaupt: "There can be no sustainable future without gender equality" (vgl. UNECE 2022). Gender ist dabei sowohl als Querschnittsthema wie auch als eigenständiges Ziel von Relevanz. Genderorientierte Nachhaltigkeitsforschung hat sich inzwischen als international anerkanntes und respektiertes Wissensfeld erwiesen und die hohe Bedeutung der Berücksichtigung von Gender für unterschiedlichste Felder wie Mobilität, Klima, Ernährung, Abfall, Wasser etc. aufgezeigt. Bildung indes wird als zentrale Voraussetzung für die Erreichung der SDGs erachtet. Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) und genderkompetente Nachhaltigkeitsforschung verstehen sich gleichermaßen als einen ganzheitlichen, transformativen Ansatz der Wissensgenerierung und der Vermittlung von wichtigen, am Verständnis lebenslangen Lernens ausgerichteten Kompetenzen.
    Das Projekt "Genderkompetente Bildung für nachhaltige Entwicklung" zielt ganz in diesem Sinne auf einen Beitrag für zukunftsorientierte, integrative, chancengleiche und hochwertige Bildung an der OVGU und im grünen europäischen Hochschulnetzwerk EU GREEN. Durch die konzeptionelle Entwicklung, Erprobung und Evaluation einer so genannten Micro Class zum Thema "Gender & Sustainability" sollen systematisch Aspekte der Geschlechtergerechtigkeit und der Nachhaltigkeit wechselseitig integriert und zugleich Perspektiven der BNE erweitert werden.

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    Green Camp Summer School
    Laufzeit: 01.10.2021 bis 30.09.2022

    Die Green Camp Summer School ist ein virtuelles, international ausgerichtetes, übercurriculares und
    interdisziplinäres Studienangebot, das Studierende aller akademischer Level (Bachelor, Master,
    PhD) absolvieren und dafür ein Zertifikat erlangen können. Lehrende der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg (OvGU, Deutschland), der University of South-Eastern Norway (USN, Norwegen), des College of Management Academic Studies, (COLMAN, Israel), des Shamoon College of Engineering, (SCE, Israel), der Université Laval (UL, Kanada) und der Vietnam National University of Forestry, (VNUF, Vietnam) entwickeln gemeinsam ein nachhaltigkeitsbezogenes Lehrprogramm, das im Rahmen einer virtuellen Summer School für Studierende dieser Hochschulen offen steht.

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    Enhancing Green Economy in three Asian Countries (EGEA)
    Laufzeit: 14.01.2019 bis 15.01.2022

    Angesichts des Wissens um die Bedeutung der "Green Economy" für weltweite wirtschaftliche Entwicklungen besteht das Hauptziel von EGEA, kurz für "Enhancing Green Economy in three Asian Countries", darin, nachhaltiges Denken und Verhalten auf allen Bildungsebenen in drei Ländern Asiens (Kirgisistan, Nepal und Indien) zu fördern. Hierbei sollen Hochschulen als Katalysatoren des Wandels fungieren und diese Rolle soll mithilfe des Projekts gestärkt werden. Im Mittelpunkt steht das übergeordnete Ziel, die Wechselbeziehung zwischen Umwelt und Wirtschaft in den Partnerländern und ihren Gesellschaften stärker zu thematisieren in den nationalen Bildungsprogrammen nachhaltig zu implementieren .
    Basierend auf früheren Kooperationen und Erfahrungen ist das Konsortium der Ansicht, dass zur Gewährleistung der Nachhaltigkeit von "Green Economy"-Initiativen Bottom-up- und Top-down-Ansätze eingesetzt werden sollten. Zu den fünf Hauptstrategien gehören

    • die Entwicklung modularer Programme zur Stärkung von Wissen und Praxis in Bezug auf "Green Economy", die in bestehende oder neue Programme an Partnerhochschulen integriert werden sollen,
    • die Verbesserung des lebenslangen Lernens durch Blended Learning-Angebote, die sich an die Erwachsenenbildung in "Green Economy" und verwandte Bereiche richten,
    • die Stärkung von Public Affairs-Abteilungen und Marketing-Einheiten, um die Rolle der Hochschulen als Förderer von Green Behaviour in der lokalen Gesellschaft zu erleichtern sowie
    • die Entwicklung von Werbekampagnen und Programmen, um nachhaltiges Handeln in der Vernetzung von Schulen und Hochschulen zu fördern.

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    Umwelt- und klimapolitische Positionen von Parteien und Eliten
    Laufzeit: 01.10.2020 bis 30.09.2022

    Das Forschungsprojekt widmet sich den Grundlagen der klassischen Parteiendifferenzhypothese und den zugrundeliegenden Kausalmechanismen. Zentrale Fragen sind: auf welche Weise entfaltet die Parteidifferenz exakt ihre Wirkungen? Welche Gruppen sind relevant für die Parteipositionierung im Feld der Umweltpolitik (Parteieliten, Mitglieder, Wähler*innen)?

    Bei dem Projekt integrieren wir bewusst die zwei verwandten, aber in der Regel eher distanzierten, sozialwissenschaftlichen Forschungsperspektiven der Politikfeldanalyse und der politischen Soziologie.

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    Autonomy and the good life.
    Laufzeit: 01.04.2016 bis 30.04.2022

    Das Dissertationsprojekt befasste sich mit der Bedeutung von individueller Autonomie für die Lebenszufriedenheit, sowohl von Erwachsenen als auch von Kindern, und mit den kontextuellen und individuellen Faktoren, die Autonomie beeinflussen.

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    Changing landscapes: From humour and/in politics to humour as politics
    Laufzeit: 01.01.2022 bis 31.12.2023

    Social Sciences and other disciplines recently discovered the funny side of politics as topic worthy of scientific attention. The trend of using strategic humour in political communication, campaigns or attacks of adversaries is of special interest, especially in times of uncertainty, crisis and autocratization. Humour has for a long time been associated with resistance and being a weapon of the weak and therefore, often positive characteristics are ascribed to it. While it has previously been seen as revolutionary it is increasingly seen as counter-revolutionary due to its disincentivising and camouflaging effects. For example, researchers have become increasingly interested in strategies involving satire and comedy which play a key role in the transformation of the public sphere and the self-representation of new authoritarian and populist leaders ascribed to. Others have started looking at the role of emotions in humour used by political leaders, movements and parties. Overall, the project wishes to contribute to this increased interest by bringing together research which examine the (new) role and function of humour in public culture and politics.
    Amongst others, following questions are of interest:

    How can various disciplines contribute to a systematization of different styles and genres of humour?

    • What can we learn from a performative lens on humour?
    • How can political humour be investigated from an aesthetic perspective in performance and popular culture?
    • How is humour connected to the debate about emotions in political communication and how can humour cause emotions?
    • What can be said about the role of satirists and comedians in politics?
    • How can humour be integrated in theoretical concepts like carnival, populism, authoritarianism, liberalism?
    • How is humour used by the powerful in politics, society and various forms of organizations as a form of defence/insulation against criticism?
    • How does humour contribute to uncertainty and the (de-)legitimation of (political) ideas?
    • How can the recently successful figure of be tricksters and clownish figures connected to legitimacy?
    • How is humour related to fake news, post-truth, attention and shareability?
    • How does humour work in times of crisis? Does political humour decrease or increase uncertainty and ontological security?
    • What does humour do in times of uncertainty and autocratization and how does it function in debates?
    • How can the changing landscape of humour in the public sphere be transferred to fields like conflict resolution, tolerance, feminism, anti-racism and migration?

    The project is interdisciplinary and we hope to address scholars who explore questions regarding the politics and constitution of humour form various disciplines such as political science, sociology, linguistics, literature theory, visual anthropology as well as film studies, media studies and visual culture. The end result should be a Special Issue in a leading international peer review journal.

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    Förderung von digitalen Lehrangeboten im EPOS Netzwerk
    Laufzeit: 01.01.2022 bis 31.12.2022

    Das Projekt befasst sich mit dem weiteren Aufbau des AGEP-Online-Learning-Programms des EPOS Netzwerks. In 2020 wurde das Projekt gestartet mit 17 Kursen, angeboten sowie von 6 EPOS-Studiengängen, als auch von externen Dozenten. Die Nachfrage der Studierenden war größer als erwartet, in allen Kursen gab es Wartelisten. Bei den Angeboten zu technischen Skills (Data Analysis in R, QGIS) waren die Wartelisten trotz Wiederholung des Angebotes im Sommer- und Wintersemester so lang, dass diese Studierenden nun auf die Wiederholung in 2022 hoffen. Damit ist die Einschätzung des Netzwerkes, dass die interdisziplinäre und überfachliche Weiterbildung gefördert und ausgebaut werden sollte, bestätigt worden und das Projekt wurde in 2021 mit 35 Kursangeboten wiederaufgelegt. Alle angebotenen Veranstaltungen wurden wahrgenommen und es gab erneut unterschiedlich lange Wartelisten. Die Evaluierungen und Rückmeldungen von Studierenden und Koordinatoren können in Teilen im Bericht zum Projekt 2021 nachgelesen werden. Sie machen deutlich, dass eine Fortführung gewünscht und ausbaufähig ist. Zum Zeitpunkt der Antragstellung können für das Sommer- und Wintersemester in 2022 38 unterschiedliche Kurse angeboten werden, von denen einige sowohl im Sommersemester, als auch im Wintersemester angeboten werden können (Methods in Peace and Conflict Studies, Data Analysis in R, Holistic Science and Systems Thinking, Strategic Environmental Assessment). Damit ist der Umfang des Angebots im Vergleich zu 2021 leicht gestiegen. Einige ECTS-Kurse sind derzeit nicht im Angebot, da die Hochschulen aktuell auf Präsenzlehre zurückschalten. Stattdessen sind neue Angebot im Bereich der überfachlichen Qualifikation hinzugekommen. Als Trend ist zu erwarten, dass sich das Angebot in Zukunft noch leicht weiterentwickeln wird. Und es ist möglich, dass im Wintersemester noch weitere Kurse für den Austausch im EPOS-Netzwerk geöffnet werden.

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    Who’s Laughing Now? Humour, Anxiety and Crisis in global politics
    Laufzeit: 01.01.2021 bis 01.10.2022

    Recent years have seen a growth of interest in the role of humour and joking in global politics. While there is a venerable tradition of critical inquiry on the resistant and subversive potential of humour (Hart 2007, Sorensen 2008), less research has been conducted on the questions of how jokes are playing an increasingly regrettable role in ‘normal politics’. Politicians joke, comedians ‘become’ politicians, and public messaging on issues as diverse as military recruitment, Covid lockdowns and Brexit are relayed in humorous terms. Due to the mediatised nature of modern political campaigning where domestic and international politics is increasingly subject to the demands of the 24hrs news and social media cycle, humorous memes and Instagram posts have been one avenue by which politicians can promote their message. Indeed, the theory and practice of new diplomacy and nation branding has embraced the everyday capacity of jokes to cut through the traditional silos of modern politics to generate a sense of authenticity, approachability and relevance. Yet, insofar as such jokes promote the laughter of identification for those who share a political message, the ambiguity of humour - both its meaning and reception - can also raise important questions about inclusion and exclusion Who gets to joke, about what and whom? From the use of memes by populist politicians in the US and UK, to the (in)direct use of irony and pranks in the hybrid warfare of Russia, the ‘comed-ification’ of global politics can present some serious diplomatic challenges. More reflexively, insofar as certain forms of humour like satire are associated with liberal ideals of democracy and free speech, events like the Danish Cartoons crisis and Charlie Hebdo point to further dilemmas of how jokes circulate within and beyond borders. Humour is a widely used and resonant form of everyday political communication that can both construct emergent forms of political identity and community, while excluding, ridiculing, or otherwise humiliating subjects and groups it performs as ‘other’.
    The aim of this project is to draw together and define the contours of this emerging set of research questions on humour and global politics. The focus will however NOT be on humour as a form of resistance and critique of the state and those in power (which already is fairly well established), but as a form of legitimation and means of establishing ontological security in situations of crisis and anxiety by (authoritarian) governments and populist movements. Here the research questions the project will be concerned with are:

    • How is humour used by states and those in political power and how does this differ from humour used by those challenging the status quo?
    • What methodological framework is suited for the analysis of humour in politics?
    • What role does humour play in situations of political anxiety and crisis?
    • What does the use of humour by authoritarian regimes and populist do politically? How does is contribute to ontological security, anxiety and crisis?
    • How can humour by authoritarian governments and populist movements be addressed by democratic governments and civil society actors?
    • What role are the various societal and immediate contexts playing for the success of humour?

    Building on the previous research on humour and ontological security, political legitimation, and everyday geo-politics, the research group will make a timely and significant contribution to the study of humour in global politics. This project will therefore provide a twofold contribution that defines and elaborates the terms of inquiry. First, the applicant and co-applicants will refine and consolidate the theoretical and methodological framework for analysing the everyday geopolitics of humour. This will ultimately yield to a series of case studies that will serve as the basis of papers and publications. Second, the applicant and co-applicants will use the project workshops (UK and Germany) and related conference panels (EISA and ISA) to generate innovative research results as well as disseminate these research findings to a broader public where humour us still seen as "inherently good” (Billig 2005). This process will also help to bring together an emerging network of researchers concerned with humour and global politics We elaborate on these points below:
    Theoretical and Methodological Framework: Humour cuts across established perceptual divides of the private/political, the individual/societal, the domestic/international, and especially, the everyday/geopolitical. To capture humour’s interaction and movement across these divides the project will utilise and further refine emerging work synthesising theories of humour with theories of ontological security management (Brassett et al. 2021; Croft 2012; Steele 2021) and research on political communication by authoritarian states and populist movements (Gil and Brea 2021)
    While theories of humour emphasise how jokes can function as a form of (i) stress relief, (ii) community building/bordering, and (iii) resistance to (or reassertion of) power relations, these all speak directly to ontological security theorising’s concern with the ability of agents to manage extant anxieties, not least through the maintenance and cultivation of coherent and satisfying biographical narratives of self-identity. Rendered as an everyday practice of ontological (in)security management an empirical focus on humour can help to animate the contemporary (geo)politics of anxiety. In some cases, jokes will assure and affirm established notions of identity (e.g. when populists joke about nationality or ‘woke’ intersectionality), yet also, and especially where such humour tries to be ‘edgy’ or transgressive, jokes can work to activate anxieties in others especially in situations of crisis. For example, when President Trump deployed Game of Thrones memes, he not only utilised an everyday reference from popular culture, but did so precisely to frame emerging anxieties about a an emerging trade war with China. Equally, China has mobilised well-circulated western jokes about both Trump’s incoherent bombast and Biden’s old age to position its own geopolitical imaginary of Chinese power and influence.
    The originality of this approach is to think of humour as a productive component of world politics. Very often, the humour of authoritarian leaders and populists or the right is dismissed as ‘offense comedy’ or ‘merely unfunny’. On one hand, this could risk overlooking the vast empirical archive of jokes, memes, and humorous aesthetics such as comic book allusions (e.g. Boris Johnson as ‘the Hulk’) that now form part of the everyday stuff of global politics. How populists mobilise irony and humour to both spread their message and disarm potential criticism is a crucial ethical and political question. On the other hand, we argue, by rendering certain case studies of humour in global politics as active (if uncertain) practices of ontological security management our project can discern important dynamics in everyday geo-politics. For example, the use of irony can be a way for certain states to affirm their reflexive or postmodern status as post-national polities. Conversely, the Russian Embassy in London sent a series satirical tweets about the Salisbury poisoning which arguably fell flat in the UK and Europe, but which affirmed a vision of Russia-phobia that circulated well with Putin’s base. In this regard, NATO has argued that the strategic use of humour is now a central part of Russian strategies of ‘hybrid warfare’, in which humour also manifests as a form of ‘anxiety geopolitics’ (Eberle and Daniel 2021); cultivating Western anxieties about Russian efforts to undermine social cohesion, democratic legitimacy and public support for Western foreign policy.
    Consolidated International Network and Outreach: This is an intellectually driven research project cutting across cultural studies (humour), sociology and IR (ontological security), political science (legitimation dynamics) and communication/media studies (nation branding a public diplomacy). It is focused on addressing the (geo)political implications of everyday contemporary practices of humour with a particular emphasis on exploring the relationship between humour and the politics of anxiety, while in turn considering what humour does to practices of ontological security management. This will be achieved via a related set of case studies focused on comedy in the intersections between (new) public diplomacy, nation branding, and popular geopolitics. These will be organised around a more specific focus on humour as a form of (populist and authoritarian) (de)legitimation and where populism is seen to be creating a mood and set of dynamics particularly attuned to the deployment of humour as a mechanism and manifestation of the new ‘anxiety (geo)politics’.
    In concrete terms, the project brings together two established teams of researchers that each are about to established an important early ‘proof of concept’ for the study of humour in global politics. The interdisciplinary project aims to culminate in a research monograph on the topic aimed at the scientific community as well as a set of pod-casts in the form of interviews and discussion, aimed at a general public, with some of the leading comedians in the UK and Germany on the results of the project on the dark side of the relationship between humour and politics. f. Moreover, the project will further consolidate the emerging network of scholars working on humour and global politics in Germany, the UK, the US, Sweden and Denmark. Crucially, this network will be the basis for organising and disseminating research progress and findings via the 2 workshops and 6 conference panels proposed in this project.

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    Fehlernarrative in der Außenpolitik demokratischer Staaten
    Laufzeit: 01.01.2020 bis 01.04.2021

    Die Außenpolitikforschung ist von Fehlern und Misserfolg fasziniert. Prominente Beispiele hierfür sind die Beschwichtigungspolitik Großbritanniens gegenüber Nazideutschland vor dem 2. Weltkrieg (vgl. Huncker 2008), der japanische Überraschungsangriff auf Pearl Harbour 1941 (vgl. Wohlstetter 1962); die Besetzung des Suezkanals 1956 (vgl. Verbeek 2003); die Invasion in der Schweinebucht 1961 (vgl. Dunne 2011); der Vietnamkrieg (vgl. Khong 1992); die versuchte Befreiung der US Geiseln im Iran 1980 (vgl. Houghton 2001); die VN-Mission in Somalia 1992/1993 und der Genozid in Ruanda (vgl. Brunck 2008); der Irakkrieg 2003 (vgl. Mitchell/Massoud 2009) oder der Austritt Großbritanniens aus der EU (vgl. Richardson/Rittberger 2020).
    Das hauptsächliche Interesse der Forschung ist dabei, warum es zu diesen Fehlern gekommen ist (vgl. Janis 1989; Walker/Malici 2011). Die Fehlerforschung verweist diesbezüglich unter anderem auf kognitive Restriktionen, Fehlwahrnehmungen und Emotionen individueller Entscheidungsträger (Jervis 1976; McDermott 2004; Brummer 2016); sozialpsychologische Dynamiken in kleinen Entscheidungsgruppen, wie insbesondere Groupthink (Janis 1982; Hart et al. 1997); bürokratische Politik und organisatorische Routinen (Allison/Zelikow 1999; Levy 1986) oder innenpolitische Zwänge (Schweller 2003). Ein wichtiger Literaturstrang befasst sich zudem mit der Frage, was man aus Fehlern lernen kann (May 1992; Levy 1994; Howlett 2012) und wie diese in Zukunft zu vermeiden sind (Rose 1991; Kruck et al. 2018; Bürgin/Oppermann 2020).
    Ein wichtiges Manko der bisherigen Forschung zu außenpolitischen Fehlern ist allerdings, dass sie die Einschätzung der analysierten Entscheidungen als "Fehler" in der Regel als gegeben annimmt (Marsh/McConnell 2010: 567). Fehler werden als objektive Fakten gesehen, die nach vorgegebenen Standards identifiziert und verifiziert werden können. Insbesondere werden politische Entscheidungen als Fehler verstanden, wenn sie bestimmte objektive Kriterien oder Ziele nicht erreichen (McConnell 2010: 349-351; Gray 1996: 76) oder wenn ihre Kosten höher sind als ihr Nutzen (King/Crewe 2013: 4; Dunleavy 1995: 52).
    Diese objektivistische Fehlerforschung (vgl. Howlett et al. 2015) vernachlässigt jedoch, dass "Fehler" nicht ein inhärentes Attribut von Politik sind, sondern dass es sich dabei um Einschätzungen und Bewertungen dieser Politik handelt. Politische Entscheidungen und Politikergebnisse sprechen nicht für sich, sondern werden erst durch die ihnen im politischen Diskurs zugewiesene Bedeutungen zu Erfolg oder Misserfolg. Die Frage nach der intersubjektiven Wahrnehmung von Außenpolitik und außenpolitischen Entscheidungen als "Fehler" ist bisher relativ unbeachtet geblieben (Oppermann/Spencer 2016a; 2016b; 2018; Spencer/Oppermann 2020). Es besteht nicht zuletzt eine Forschungslücke zu der Frage, warum manche Außenpolitik bzw. außenpolitische Entscheidungen als Fehler gesehen werden und andere nicht.
    An diesen blinden Stellen der Erforschung außenpolitischer Fehler setzt das Projekt an. Es verfolgt in Anlehnung an Mark Bovens und Paul ‘t Hart (1996: 4-11) einen konstruktivistischen Ansatz, wonach außenpolitische Fehler als im politischen Diskurs intersubjektiv geteilte Bedeutungszuschreibungen verstanden werden können. Danach definiert das Projekt außenpolitische Fehler als "foreign policies or foreign policy decisions which are widely seen by socially and politically relevant actors to involve blameworthy mistakes of the responsible decision-makers” (Bovens/‘t Hart 1996: 15). Derartige Fehlerzuschreibungen sind in der Regel umstritten und ergeben sich aus diskursiven Auseinandersetzungen. Bewertungen von Außenpolitik werden dabei durch die Werte, Identitäten und Interessen des Betrachters beeinflusst und reflektieren vorherrschende Machtpositionen in Politik und Gesellschaft (Bovens and ‘t Hart 1996: 21-32; Brändström/Kuipers 2003: 279-282; Marsh/McConnell 2010: 566-568). Die Bezeichnung einer außenpolitischen Entscheidung oder Maßnahme als "Fehler" ist zudem ein hochgradig politischer Akt (Gray 1998: 16), der genutzt werden kann, um politische Gegner zu diskreditieren und einen eigenen politischen Vorteil zu erlangen (Howlett 2012: 547). Der Vorwurf einen "Fehler" begangen zu haben, fordert die Zurückweisung dieses Vorwurfs heraus und führt somit zu einem Konflikt über die Interpretation außenpolitischer Entscheidungen (Boin et al. 2009: 82-85).
    Ausgehend von diesem Forschungsstand ist die Leitfrage des Projekts, wodurch sich überzeugende und durchsetzungsstarke Fehlerkonstruktionen auszeichnen und warum sich manche im politischen Diskurs durchsetzen und andere nicht.
    Zur Beantwortung dieser Frage knüpfen wir an eigene Vorarbeiten an, in denen wir gezeigt haben, wie außenpolitische Fehler in diskursiven Auseinandersetzungen zwischen Fehlernarrativen und Gegennarrativen, die eine Fehlerzuschreibung zurückweisen, konstruiert werden. Solche Auseinandersetzungen sind geradezu ein Wesensmerkmal demokratischer Politik, in der außenpolitische Kontroversen oft durch dichotome Fehler- und Gegennarrative von Regierung und Opposition geprägt sind (Oppermann/Spencer 20016c; 2018; Spencer/Oppermann 2020). Narrative können hierbei als eine Form der verbalen Repräsentation (White 1987: 26) verstanden werden, die Diskurse strukturieren und organisieren. Narrativanalyse ist eine spezifische Art der Diskursanalyse, die sich, ähnlich der Metaphernanalyse (Oppermann/Spencer 2013), auf bestimmte Diskurselemente konzentriert (Spencer 2017). Diese Methode hat sich in der Politikwissenschaft und in den Internationalen Beziehungen (IB) etabliert und wird von einer Reihe von Autor*innen genutzt, um ein immer breiteres Spektrum an politischen Themen zu bearbeiten (Miskimmon/O’Loughlin/Roselle 2013). Dies beinhaltet beispielsweise Analysen nationaler Identität (Campbell 1998; Hønneland 2010) und Sicherheit (Hansen 2006; Krebs 2015), außenpolitischer Entscheidungen (Ringmar 1996; Browning 2008), nicht-staatlicher Akteure (Kruck/Spencer 2013; Spencer 2016; 2019; Pfeifer/Spencer 2019), populistischer Mobilisierung (Freistein/Gadinger 2019) oder der öffentlichen Meinung (De Graaf/Dimitriu/Ringsmose 2015).
    Narrative sind aus Sicht dieser Forschung aus zwei Gründen zentral für die Politikwissenschaft . Erstens belegen Erkenntnisse der kognitiven Linguistik und der narrativen Psychologie, dass Narrative ein fundamentales Instrument des menschlichen Denkens und der menschlichen Informationsverarbeitung sind (Sarbin 1986; Turner 1996; Sommer 2009). Zweitens zeigen Arbeiten in der Geschichtswissenschaft sowie insbesondere die Forschung von Hayden White (1987), dass Narrative in jeder Form von Kultur zu finden sind und eine essentielle Rolle für die Gemeinschaftsbildung und den Aufbau einer gemeinsamen Identität spielen (Suganami 2008; Erll 2009; Fludernick 2009). Menschen verstehen ihre soziale Umwelt durch und in Form von Narrativen, leiten aus Narrativen Identität ab und legitimieren Handeln mit Narrativen (Gadinger/Jarzebski/Yildiz 2014). Narrative "leisten politische Arbeit" (Kohler Riessmann 2008: 8), indem sie zur Konstitution von Normen, Identität und Ideologien beitragen und fundamental für die Konstruktion der sozialen und politischen Welt sind (Somers 1994; Shenhav 2006; Krebs 2015; Spencer 2016).
    Das Projekt baut auf diesen Einsichten der interdisziplinären Narrativforschung auf und knüpft dabei an methodische, theoretische und empirische Forschungsergebnisse der Antragsteller in früheren Publikationen an (Oppermann/Spencer 2016b, 2018; Spencer/Oppermann 2020). Es entwickelt eine bestimmte Methode der Narrativanalyse (Spencer 2016), nach der sich Narrative durch drei strukturierende Elemente auszeichnen: (1) das Setting der Geschichte, (2) die Charakerisierung der Akteure und (3) das kausale und temporale emplotment der Ereignisse.
    Mit Hilfe dieser Art von Narrativanalyse haben die Antragsteller in früheren Publikationen bereits die narrative Konstruktion von außenpolitischen Fehlern im Kontext der deutschen Enthaltung bei der UN Resolution 1973 zur Intervention in Libyen 2011 (Oppermann/Spencer 2016b), die Debatte in den USA zum Nuklearabkommen mit dem Iran (Oppermann/Spencer 2018) sowie das Brexit-Referendum in Großbritannien (Spencer/Oppermann 2020) untersucht. Die offene Frage dieser Vorarbeiten, die auch in der theoretischen Debatte der Narrativforschung unbeantwortet bleibt, betrifft allerdings die Gründe für die Dominanz oder Marginalität von (Fehler-)Narrativen im politischen und öffentlichen Diskurs: Warum setzten sich bestimmte Fehlernarrative durch und nicht andere? Mögliche Erklärungsangebote fokussieren hierbei auf die Macht und Autorität der Erzähler eines Narrativs (Krebs 2015; Van Ham 2002), die Strukturen und Inhalte von Narrativen (Oppermann/Spencer 2018) oder die Intertextualität von Narrativen, beispielsweise ihre Konsistenz mit etablierten narrativen Genres (Spencer/Oppermann 2020). Was jedoch bisher fehlt, ist eine ausformulierte Theorie, welche die Dominanz und Marginalität von Fehlernarrativen und damit die diskursive Konstruktion außenpolitischer Fehler erklären könnte und die über mehrere Fälle hinweg empirisch plausibilisiert wurde.
    Fazit: Es gibt eine lange, zumeist positivistische, Tradition der Analyse außenpolitischer Fehler, die vor allem die Ursachen solcher Fehler in den Blick nimmt. Allerdings hat sich die Außenpolitikforschung bislang nicht systematisch mit der Frage beschäftigt, warum manche außenpolitische Entscheidungen im politischen Diskurs als Fehler konstruiert werden (können) und andere nicht. Diese Forschungslücke will das Projekt schließen. Hierzu verwendet es eine Methode der Narrativanalyse und formuliert erstmals eine Theorie der sozialen Konstruktion außenpolitischer Fehler. Ein besseres Verständnis wie und unter welchen Bedingungen außenpolitische Entscheidungen im politischen Diskurs als Fehler gedeutet werden ist in mindestens zweierlei Hinsicht von großer Relevanz. Erstens umfassen politische Kontroversen über Außenpolitik im Kern häufig widerstreitende Deutungsversuche von Außenpolitik als Fehler oder Erfolg. Zweitens beeinflusst der Ausgang solcher Auseinandersetzungen im politischen Diskurs die Reputation außenpolitischer Entscheidungsträger sowie die positiven oder negativen Lehren, die aus einer außenpolitischen Entscheidung für die Zukunft gezogen werden.

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    AFK-Jahreskolloquiums "Globale/lokale Krisen als Herausforderung für die Friedens- und Konfliktforschung
    Laufzeit: 17.03.2021 bis 19.03.2021

    Die Jahrestagungen der Arbeitsgemeinschaft für Friedens- und Konfliktforschung (AFK) sind zum
    zentralen Ort des wissenschaftlichen Austauschs in der Friedens- und Konfliktforschung geworden. Mit einem offenen Call for Papers und Panels lädt die AFK alle zu Themen im Bereich der Friedens- und Konfliktforschung arbeitenden Wissenschaftler*innen ein, Beiträge aus ihrer aktuellen Forschung
    anlässlich des Kolloquiums zur Diskussion zu stellen. Das Rahmenthema schafft eine inhaltliche
    Fokussierung und Profilierung zentraler friedenswissenschaftlicher Themen durch die Kolloquien. Das
    Thema ist so weit gefasst, dass ein großer Kreis an Interessierten angesprochen und ein theoretisch,
    methodisch und institutionell vielfältiges Tagungsprogramm gestaltet werden kann, das auch der
    Iden tifikation von neuen Forschungsfelder dient.
    Da aufgrund der Corona-Pandemie das Kolloquium 2020 kurzfristig abgesagt werden musste, die
    Themen diesen Jahres jedoch keineswegs an Relevanz verloren haben, entschied der AFK-Vorstand,
    den gleichen Call for Papers und Panels nochmals auszuschreiben. Hierbei wurden die Teilnehmenden des Kolloquiums 2020 gebeten, ihre Beiträge zur Bestätigung der Teilnahme 2021 erneut einzureichen.
    Eine große Mehrheit der Panelist*innen kam diesem Aufruf nach. Um möglichst viele Forscher*innen zu erreichen, war es auch dieses Jahr wieder möglich, Beiträge für Panels außerhalb des Themas einzubringen. Ähnlich wie bei anderen großen wissenschaftlichen Tagungen war es aus Sicht des Vorstands wichtig, der Veranstaltung einen thematischen Rahmen zu geben, aber gleichzeitig Wissenschaftler*innen, die zu anderen Themen forschen, nicht von vornherein auszuschließen. Die Qualität der Beiträge stellte das zentrale Kriterium der Auswahl dar.
    Auf diese Weise vertiefen die jährlichen AFK-Kolloquien die Vernetzung innerhalb der Friedens- und
    Konfliktforschung und ihrer Institutionen. Durch die Übernahme international geläufiger
    Tagungsformate wird zudem die wissenschaftliche Kommunikation innerhalb der deutschsprachigen
    Friedens- und Konfliktforschung kontinuierlich professionalisiert. Merkmale der AFK-Kolloquien sind
    die gezielte Nachwuchsförderung sowie die explizite Einbindung alternativer Präsentationsformate
    (wie zum Beispiel Roundtables und Fishbowls) in das Tagungsprogramm. Diese werden auch im online Format der Tagung 2021 angeboten. Mit Letzterem verbinden wir die Internationalisierung und
    Professionalisierung der Friedens- und Konfliktforschung im deutschsprachigen Raum mit ihrem
    besonderen methodisch-didaktischen Innovationspotenzial. Des Weiteren wurden diese alternativen
    Präsentations- und Diskussionsformen im Feedback zum letzten Kolloquium als sehr positiv bewertet.
    Nach den positiven Erfahrungen mit dieser Konzeption der AFK-Kolloquien seit 2011 hat der AFKVorstand in diesem Jahr für die Veranstaltung 2020/2021 einen deutsch- und englischsprachigen Call for Contributions mit dem Titel "Globale/lokale Krisen als Herausforderung für die Friedens- und
    Konfliktforschung" veröffentlicht. Die Resonanz ist mit Einreichungen für 10 Panels und 27
    Einzelbeiträgen zusätzlich zu den 9 Panels und 7 Einzelbeiträgen, die aus diesem Jahr erneut
    eingereicht wurden, auf gutem Niveau (2013: 6 Panels und 11 Einzelbeiträge, 2014: 12 Panels und 14
    Einzelbeiträge, 2015: 17 Panels und 19 Einzelbeiträge; 2016: 16 Panels und 19 Einzelbeiträge; 2017: 14
    Panels und 53 Einzelbeiträge, 2018: 20 Panels und 16 Einzelbeiträge, 2019: 10 Panels und 17
    Einzelbeiträge). Daran zeigt sich, dass die AFK sich als zentraler akademischer Fachverband der
    Friedens- und Konfliktforschung im deutschsprachigen Raum (und darüber hinaus) etabliert hat. Die
    Einreichungen machen auch eindrucksvoll deutlich, dass das Format den produktiven Austausch nicht
    nur über institutionelle und fachdisziplinäre Grenzen hinweg, sondern auch zwischen Wissenschaft,
    politischer Praxis und Öffentlichkeit ermöglicht.
    Aufgrund der anhaltenden Beschränkungen im Zusammenhang mit der Covid19-Pandemie und den
    Vorgaben der Universität Magdeburg wird es nicht möglich sein, eine Veranstaltung in Präsenz mit
    Teilnehmer*innen aus der ganzen Welt auszurichten. Stattdessen hat der AFK-Vorstand entschieden,
    ein digitales Hybrid-Kolloquium auszurichten und, sofern es die Situation und die Maßnahmen der
    Universität im März 2021 erlauben, den Studierenden des Masterstudiengangs "Peace and Conflict
    Studies" die Teilnahme an über Videosysteme übertragenen Panels vor Ort zu ermöglichen. Mit dieser
    hybriden Form der Veranstaltung kann dadurch, dass Wissenschaft für die Studierenden in Magdeburg erfahrbar gemacht wird, die für die AFK wichtige Nachwuchsförderung unterstützt werden. Das Hybrid- Konzept bedeutet, dass jedes Panel sowohl in einem digitalen Raum in Zoom und einem physischen Raum an der Universität Magdeburg stattfindet. Die digital teilnehmenden Panellist*innen und externe Zuschauer*innen werden in Zoom per Beamer in den Hörsaal übertragen und die Studierenden an der Universität Magdeburg nehmen vor Ort im Hörsaal teil. Der Hörsaal wird mit einer Raumkamera auch in den Zoom Raum übertragen, um den digitalen Panellist*innen und Teilnehmer*innen ein traditionelleres Konferenzgefühl zu geben. Teilnehmende Studierende haben natürlich wie alle anderen Teilnehmer*innen auch die Möglichkeit sich an der Diskussion zu beteiligen.
    Die für die technische Umsetzung verantwortliche Hilfskraft wird in Zusammenarbeit mit dem/der
    Chair/Moderator*in die Diskussionsbeträge der Studierenden vor Ort organisieren. Die Teilnahme vor
    Ort in Magdeburg ist nur für Studierende des Masterstudiengangs "Peace and Conflict Studies" (PACS)
    vorgesehen und wird unter den strikten Hygienevorgaben der Universität durchgeführt. Sollten die
    Infektionszahlen zu dem Zeitpunkt eine Teilnahme vor Ort unmöglich machen, können die
    Studierenden natürlich auch digital teilnehmen.

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    Fehler in der internationalen Politik
    Laufzeit: 01.01.2017 bis 01.01.2020

    The study of foreign policy ‘failures’ has a long history in the discipline of International Relations (IR). Foreign policy decisions usually attract much greater scholarly attention if they are seen to have gone wrong than if they are considered a success. It is small wonder, then, that many of the best-studied foreign policy episodes are precisely those which have been linked to ‘disastrous’ failures or consequences.
    The predominant concern of many studies so far is with understanding and explaining why a foreign policy fiasco has occurred and how to avoid them. They take the assessment of a foreign policy episode as a ‘fiasco’ for granted. They do not problematize such judgments but take them as starting points for their explanations of foreign policy failures and for the conclusions to be drawn from these explanations. Explicitly or implicitly, therefore, the analysis of foreign policy fiascos tends to follow the foundationalist and positivist tradition that has long been dominant in policy evaluation studies. According to this perspective, policy failures are objective facts that can be independently identified and verified. Thus, policies count as a failure if they fall short of certain objective criteria or benchmarks for success. In the narrowest sense, the classic model of policy evaluation starts out from a policy’s official objectives and considers the policy a failure if it does not meet these objectives. In a slightly broader sense, rationalist understandings of policy failure may also bring in the costs of a policy, the damage caused by it as well as the policy’s unintended and adverse consequences.
    This objectivist approach to studying policy failures, however, fails to acknowledge that ‘failure’ is not an inherent attribute of policy, but rather a judgment about policy. Policy outcomes do not speak for themselves, but only come to be seen as successful or unsuccessful because of the meaning imbued to them in political discourse. This critique is the main point of departure for a constructivist and interpretivist strand in policy evaluation studies, which conceives of policy fiascos as an ‘essentially contested’ concept. Since there are no fixed or commonly accepted criteria for the success or failure of a policy, such judgments are always likely to be subjective and open to dispute. This holds no less for efforts at evaluating policies against the benchmark of officially stated objectives, which will often be vague, diverse and conflicting and which may have been formulated more for their strategic or symbolic functions than as a realistic guide to policy making.
    Foreign policies that are seen as successful by some may thus well be dismissed as fiascos by others. Such opposite judgments can come, for example, from differences in the timeframes or geographical and social boundaries of assessing the impacts of a policy as well as from cultural biases or diverging evaluations of available alternatives. They may also be driven by uneven levels of expectation or aspiration. Most notably, however, the designation of (foreign) policy as success or failure is inescapably intertwined with politics. Policy evaluations will thus be influenced by the values, identity and interests of the evaluator and may reflect underlying power relations in the political arena or in society at large. In particular, labelling a policy or decision a ‘fiasco’ is an intensely political act. It makes for a powerful semantic tool in political discourse to discredit opponents and seek political advantage. At the same time, accusations of policy failure are likely to provoke political conflict over the interpretation of a policy.
    Along these lines, we follow the constructivist critique of objectivist approaches to policy evaluation and conceptualizes foreign policy fiascos not as facts to be discovered and explained, but rather as social constructs which are constituted in political discourse. While the discursive construction of fiascos will always be subject to contestation, the characterization of a foreign policy decision as a fiasco depends on the extent of intersubjective agreement in this regard, in particular among powerful political and social actors. Similarly, the difference between mere ‘failures’ or ‘mistakes’ and ‘fiascos’ in foreign policy has less to do with any objective measure of the scale of a failure or mistake, but more with their politicization in the public sphere. Political discourse, in this sense, can be seen as a struggle between competing claims which either attribute the ‘fiasco’ label to foreign policy decisions or reject such a label.
    We thus understand foreign policy fiascos as significant foreign policies or foreign policy decisions which have been highly politicized in political discourse and which are widely seen by socially and politically relevant actors to involve blameworthy failures and mistakes of the responsible decision-makers. While we subscribe to a constructivist and interpretivist understanding of foreign policy fiascos, we reject purely relativistic accounts according to which foreign policy success or failure is completely ‘in the eye of the beholder’. Rather, we start out from the assumption that not all foreign policy decisions are equally likely to be constructed as ‘fiascos’ in political discourse, but that some claims to this effect are more convincing and powerful than others. Specifically, we suggest that foreign policy fiascos are constructed through narratives and that these narratives are more compelling if they can draw on arguments and characterizations that are widely seen in a certain context as plausible criteria and ingredients of foreign policy failures.

    The role of narratives
    While narratives can be simply understood as ‘someone telling someone else that something happened’ they nevertheless do political work as they play an important role in the constitution of norms, identities and ideologies and are fundamental to the construction of not only the individual and past historical world but also the current political world. There are two overlapping perspectives for why narratives are important for politics: A cognitive perspective based on the insights from narrative psychology and a cultural perspective inspired by research into historical narratives.
    The cognitive perspective emphasizes that narratives are a fundamental part of human cognition. Narratives here are considered to be part of human mental activity and give meaning to experiences. Similar to metaphors or analogies, already adopted into the realm of politics and IR, narratives illustrate a cognitive process of making sense of the world through narration as humans general consider their life as a more or less coherent story.
    From a cultural perspective narratives are a culturally embedded phenomenon which is part of every society. Myths and stories of the past and thereby information about our forefathers are an essential, not necessarily intentional, part of all forms of community, nation or state building where the constitution of a common identity is sought. Groups, be they local or regional communities, nation states or (international) organizations, narrate and re-narrate events of the past in order to establish shared values and norms and constitute and shared cultural identity.
    Taking these two perspectives together, one can argue that individuals as well as communities make sense of themselves and of the social world around them through narratives which constitute their identities. As indicated above the analysis of narratives is of relevance particularly for political science and IR as it is relevant to our understanding of political reality and therefor essential for explaining or understanding political behaviour on all levels of political life in a community such as the family, the state or the international community. By placing oneself or a community (not necessarily consciously) in a particular narrative and thereby constituting identity narratives guide action.

    A narrative approach to ‘failures’
    Apart from the reasons for why narratives are important for politics, literary studies and Narratology point out that narratives are made up of three important elements including setting, characterization and emplotment which offer a framework for the analysis of narratives of foreign policy ‘failure’. We hold that all these narrative elements are needed in order to tell a story of failure to the general public.
    With regard to the setting the idea is that similar to a stage play or a film the background or location in front of which the story unfolds is of importance for the narrative as a whole. In the case of narratives of failure in foreign policy, the setting, for example the diplomatic realm of the UN Security Council, has important implications for what is considered to be suitable behavior on the international stage. The representation of the setting indicates the set of norms and values the reader considers to be appropriate for the situation. Furthermore, narratives on foreign policy fiascos involve settings which allow for the possibility of alternatives and different behavior. Narratives in which agents are left with no alternative but to act the ways they did are generally not told as a fiasco.
    The second essential part of narratives is the characterization of the agents involved in a story both on an individual and a collective level. We are all highly interested in what an agent in a story is like.  In narratives of ‘failure’ this can include the characterization of individual decision makers such as head of government and the departmental ministers responsible for foreign policy, most notably the foreign minister. Specifically, the narrative construction of foreign policy fiascos can be driven by characterizations of decision-makers which cast doubt on their competence, credibility and sincerity. Examples include allegations of inexperience, weakness, dishonesty or arrogance as well as the imputation of personal or domestic political motives for foreign policy decisions. Furthermore, on the collective level the characterization can also focus on deficient process characteristics of policy making found in institutions such as the relevant government departments. Prime examples of such deficiencies include undue haste, excessive informality, biased information processing, ineffective checks and balances and lack of broader consultation.
    Thirdly, the event and the emplotment are essential for a narrative: in a narrative something has to happen. In particular the causal dimension in relation to events and action is of importance here. What has commonly been termed ‘causal emplotment’ elaborates the relationship between the elements of a story mentioned above. It is through the emplotment of events and the actions of characters in front of a setting that they gain a narrative meaning. Emplotment allow us to weight and explain events rather than just list them, to turn a set of propositions into an intelligible sequence about which we can form an opinion. The notion of causal emplotment illustrates how events hang together. In the case of a fiasco narrative, the emplotment starts out with the labeling of an event or action as a fiasco, mistake, disaster or similar concept which highlights the significance of the policy in question and the severity of the damage done. The event or policy which is constituted as a fiasco and its consequences are described as highly negative. The fiasco is emplotted into a chain of events which have resulted in an event considered undesirable. In particular, ‘fiasco’ narratives may put foreign policy decisions in the context of doing harm to a country’s national interests, of not being effective in addressing the foreign policy problem at hand or of being inappropriate in view of international or domestic norms and expectations. What is more, the emplotment of narratives of foreign policy fiascos involves the explanation of why a failure has occurred and importantly who is to blame for it. Firstly, narratives of foreign policy fiascos depend on establishing a causal link between the actions or non-actions of one or more agents and the policies or consequences which are described as undesirable. Secondly, the narrative needs the allocation of responsibility and blame as a crucial ingredient to any social construction of policy fiascos on which the audience can form an opinion.
    In order to further develop narrative analyses of foreign policy fiascos and to examine their empirical and methodological usefulness, one may identify at least three avenues for future research. First, the empirical scope of analysis needs to be expanded from a single case study to a broader comparative case study design. Most notably, such a comparative endeavor holds the promise of identifying common discursive elements of narratives of foreign policy fiascos. Second, future research should be mindful of the relationship between ‘fiasco’ narratives and counter-narratives. Counter-narratives contest the construction of foreign policy as a ‘fiasco’ and represent the legitimation discourse of foreign policy decision makers. Research should attend more specifically to the conditions under which they succeed or fail in avoiding the construction of foreign policy decisions as ‘fiascos’ in political discourse. Third, it would be fruitful to investigate cases of attempted but ultimately ‘unsuccessful’ narrative constructions of foreign policy fiascos. In particular, the inclusion of ‘near misses’ and ‘non-fiascos’ would promise insights into the discursive and contextual conditions under which fiasco narratives will likely be most compelling.

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    Visualizing Peace in World Politics
    Laufzeit: 01.01.2017 bis 31.12.2019

    The project brings together innovative research papers on the study of visualization in peace and conflict studies. While the importance of visualization has gathered great momentum in the discipline of International Relations, far less has been said about the concept of visualization in peace and conflict studies. The project has three central aims including the politics (1), the policy (2.) and the pedagogy (3) of visualizing peace: 1.) It will reflect on how peace is visualized in artifacts such as films, comics or posters and consider what these representations of peace do politically. In other words what is presented in the picture of peace and what is left out? What consequences can that have for the construction of politics? While there has been tremendous research on the depiction of violence, war and notions of self and other, very little has been done on the visualization of peace. 2.) Connected to the first aim, the special issue will reflect on how visual artifacts can contribute to real world peace after violent conflict. How can visualization in film, comics or posters help build peace and contribute to conflict resolution? Films are often seen as a means of contributing to the dichotomous construction of others and thereby aiding the legitimization of violence and conflict. If this holds, then film also can play a role in peace processes. (3.) Finally, the project will consider how visual artifacts of peace can used to teach students about a variety of issues in peace and conflict studies, conflict resolution and transitional justice.

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    Contesting Failures: US Narratives on the Iran Nuclear Deal
    Laufzeit: 01.01.2017 bis 01.07.2018

    This article applies a method of narrative analysis to investigate the discursive contestation over the ‘Iran nuclear deal’ in the United States. Specifically, it explores the struggle in the US Congress between narratives constituting the deal as a US foreign policy success or failure. The article argues that foreign policy successes and failures are socially constructed through narratives and suggests how narrative analysis as a discourse analytical method can be employed to trace discursive contests about such constructions. Based on insights from literary studies and narratology, it shows that stories of failures and successes follow similar structures and include a number of key elements, including a particular setting; a negative/positive characterization of individual and collective decision-makers; and an emplotment of success or failure through the attribution of credit/blame and responsibility. The article foregrounds the importance of how stories are told as an explanation for the dominance or marginality of narratives in political discourse.

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    Political Mistakes and Policy Failures in International Relations
    Laufzeit: 01.01.2016 bis 01.07.2017

    We all make mistakes. Mistakes are human. Mistakes happen not only in our individual lives, but also in national and international politics. The project is concerned with mistakes in different areas of international relations including the realms of security, economics and finance, health and development, environmental policy and migration, international organization as well as the media and public diplomacy. While mistakes have always been at the center stage of International Relations as a discipline implicitly, due to the fact that events attract far more attention when they are considered to have gone wrong, the conceptualization of mistakes as an explicit analytical concept and focus so far has been neglected. In political science, research on mistakes or rather fiascos has been dominated by scholars in public policy who have examined various failures of governments around the world from both an objectivist perspective which considers failures objectively measurable facts as well as an interpretivist perspective which considers them social constructions determined in a discursive struggle over interpretation.
    The project will take insights from these findings in public policy and investigate their merits for i/International r/Relations. It is interested not only in large scale catastrophic failures or fiascos but also in smaller, lesser known blunders and even instances of `successful failure where policy failures paradoxically contributed to the political success of the responsible actors. By starting out from a broad concept of mistakes as something gone wrong in programmatic (policy performance) or political (reputational) terms, the project allows for a comparison of mistakes of different severity and in very different realms of international relations in order to draw out answers to the following guiding questions:

    • How does one identify and research a mistake?
    • Why do mistakes happen?
    • How are actors made responsible?
    • What consequences do mistakes have?
    • When and how do actors learn from mistakes?

    Leaning on the research in public policy the volume s epistemological stance is open as it will include both parts which consider mistakes to be objective facts as well as parts which consider mistakes to be social constructions.

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    Körperpolitik, Bio-Macht und der Wert menschlichen Lebens. Nationalsozialistische Zwangssterilisation auf dem Gebiet des heutigen Bundeslandes Sachsen-Anhalt
    Laufzeit: 01.04.2015 bis 01.09.2021

    Das Forschungsprojekt beabsichtigt eine Untersuchung sowohl der medizinisch-psychia-trischen als auch der sozialen Diagnostik nationalsozialistischer Zwangssterilisationspraxis, insbesondere aber auch der Beurteilung des gesellschaftlichen Wertes und der damit einher-gehenden Ausschlussverfahren von so genannter Minderwertigkeit bei Frauen und Männern. Damit hat das Forschungsprojekt nicht nur die erstmalige Analyse und Publikation der Durch-führung von Zwangssterilisationen für den gesamten Raum des heutigen Bundeslandes Sachsen-Anhalt zum Ziel, sondern möchte diesen für das Verständnis nationalsozialistischer Gewaltpolitik grundlegenden Themenbereich zugleich erstmals auch unter geschlechterge-schichtlichen Aspekten untersuchen. Einer Analyse unterzogen werden sollen hierbei einerseits die psychiatrischen Einrichtungen Altscherbitz, Bernburg, Haldensleben und Uchtspringe und andererseits die Städte Halle und Magdeburg, in denen zwischen 1934 und 1945 Zwangssterilisationen vorgenommen wurden. Unter Einbezug vor allem geschlechter- und kulturgeschichtlicher Fragestellungen und unter Anwendung neuer Forschungsmethoden soll damit ein entscheidender Beitrag zur historischen Aufarbeitung eines regionalen Forschungs-desiderats und zur Intensivierung der genderbezogenen universitären Forschung geleistet werden. Das Forschungsprojekt, das seinen inhaltlichen Schwerpunkt auf die ohnehin in der regionalen Forschung bisher vernachlässigte Untersuchung nationalsozialistischer Zwangs-sterilisation legt, stellt hierbei die geschlechtsbezogenen und geschlechtsspezifischen Beurteilungs- und Verfahrenskriterien, den Umgang mit betroffenen Männern und Frauen sowie ihren Familien und die nationalsozialistische Konstruktion von männlicher und weiblicher Minderwertigkeit in den Mittelpunkt der Untersuchung.

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    Körperpolitik, Bio-Macht und der Wert menschlichen Lebens. Nationalsozialistische Zwangssterilisation auf dem Gebiet des heutigen Bundeslandes Sachsen-Anhalt
    Laufzeit: 01.01.2010 bis 31.12.2014

    Das Forschungsprojekt beabsichtigt eine Untersuchung sowohl der medizinisch-psychiatrischen als auch der sozialen Diagnostik nationalsozialistischer Zwangssterilisationspraxis, insbesondere aber auch der Beurteilung des gesellschaftlichen Wertes und der damit einhergehenden Ausschlussverfahren von so genannter „Minderwertigkeit“ bei Frauen und Männern. Damit hat das Forschungsprojekt nicht nur die erstmalige Analyse und Publikation der Durchführung von Zwangssterilisationen für den gesamten Raum des heutigen Bundeslandes Sachsen-Anhalt zum Ziel, sondern möchte diesen für das Verständnis nationalsozialistischer Gewaltpolitik grundlegenden Themenbereich zugleich erstmals auch unter geschlechtergeschichtlichen Aspekten untersuchen. Einer Analyse unterzogen werden sollen hierbei einerseits die psychiatrischen Einrichtungen Altscherbitz, Bernburg, Haldensleben und Uchtspringe und andererseits die Städte Halle und Magdeburg, in denen zwischen 1934 und 1945 Zwangssterilisationen vorgenommen wurden. Unter Einbezug vor allem geschlechter- und kulturgeschichtlicher Fragestellungen und unter Anwendung neuer Forschungsmethoden soll damit ein entscheidender Beitrag zur historischen Aufarbeitung eines regionalen Forschungsdesiderats und zur Intensivierung der genderbezogenen universitären Forschung geleistet werden. Das Forschungsprojekt, das seinen inhaltlichen Schwerpunkt auf die ohnehin in der regionalen Forschung bisher vernachlässigte Untersuchung nationalsozialistischer Zwangssterilisation legt, stellt hierbei die geschlechtsbezogenen und geschlechtsspezifischen Beurteilungs- und Verfahrenskriterien, den Umgang mit betroffenen Männern und Frauen sowie ihren Familien und die nationalsozialistische Konstruktion von männlicher und weiblicher „Minderwertigkeit“ in den Mittelpunkt der Untersuchung.

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    Forschungs-, Ausstellungs- und Buchprojekt: Im Schatte. Frauenleben zwischen Altmark und Unstruttal
    Laufzeit: 01.01.2009 bis 31.12.2011

    • Wanderausstellung "SchattenRisse. Frauenleben zwischen Altmark und Unstruttal" mit Begleitmaterial (Faltblatt und Plakate); Eröffnung am 14.12.2005 im Landtag des Landes Sachsen-Anhalt durch den Landtagspräsidenten
    • Buchveröffentlichung: Elke Stolze, Parlamentarierinnen im Landtag der preußischen Provinz Sachsen im 19. und 20. Jahrhundert, Halle 2007 (Mitteldeutscher Verlag)
    • Weiterführung des Projektes "FrauenOrte" mit der Erstellung von 9 Tafeln
    • Betreuung und Begleitung der Wandersausstellung 2005-2013

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    Repression, Haft und Geschlecht. Opferrolle und Täterschaft von politischen Häftlingen und Gefängnispersonal in der Untersuchungshaftanstalt des Ministeriums für Staatssicherheit Magdeburg-Neustadt 1956-1989
    Laufzeit: 01.08.2008 bis 30.06.2010

    Das anvisierte Projekt unternimmt den Versuch, insbesondere die Beteiligung von Frauen am Repressionsapparat, aber ebenso den Rekurs auf gesellschaftliche Rollenbilder für Frauen und Männer als auch die entsprechenden Umgangs -und Vorgehensweisen des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) zu analysieren. Unter Berücksichtigung genderimmanenter Fragestellungen wird zudem die Praxis der Repression anhand der Situation und dem Umgang mit männlichen und weiblichen Häftlingen der Untersuchungshaftanstalt Magdeburg-Neustadt erforscht. Die Täter- und Opferrolle von Frauen in MfS-Untersuchungshaftanstalten in der DDR bildet dabei einen Schwerpunkt des Forschungsprojektes. Dieser Untersuchungsansatz zielt auf ein Forschungsdesiderat der DDR-Geschichte. Bisherige Publikationen zum MfS grenzten die Frage nach Geschlecht und Mittäterschaft von Frauen weitgehend aus. Den Ergebnissen der wenigen Untersuchungen zu diesem Aspekt kann nur ein vorläufiger Charakter beigemessen werden, obwohl sie erstmals auf die Fruchtbarkeit der Gender-Perspektive hinwiesen. Das Vorhaben versucht diese Forschungslücke zu schließen. Indem die Frage nach dem Geschlecht, nach Rollenbildern, praktischen Verhaltens- und Handlungsweisen in den Mittelpunkt gestellt wird, ist es möglich, die Beteiligung und Mittäterschaft vor allem auch von Frauen am Repressionsapparat des MfS zu analysieren.

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    „Der Turm“ – Die Aneignung und Authentifizierung von DDR-Geschichte im Fernsehen durch jugendliche Zuschauer
    Laufzeit: 01.08.2011 bis 31.07.2016

    Das Promotionsvorhaben wirft einen empirischen Blick auf die Rezeption zeitgeschichtlicher Narrative im Spielfilm. Am Beispiel der Romanverfilmung Der Turm (Uwe Tellkamp 2008) sollen individuelle Aneignungen der DDR-Geschichte im Fernsehen untersucht werden. Neben den wahrgenommenen Geschichtsbildern, die Jugendliche Zuschauer in der fiktionalen Literaturverfilmung sehen, stellt die Authentizität der TV-Geschichte ein zentrales Erkenntnisinteresse dar. Wie Authentizität als zentrale Kategorie historischer Darstellung und filmischer Erzählung gleichermaßen von jugendlichen Zuschauern wahrgenommen und zugeschrieben wird, soll mithilfe offener Leitfadeninterviews qualitativ untersucht werden, um den Umgang mit dem heute allgegenwärtigen Zeitgeschichts-Fernsehen besser zu verstehen. Insbesondere verschiedene Prozesse, wie die Zuschauer den Narrativen des TV-Events das Gütesiegel der "Authentizität" verleihen, stehen im Zentrum des Dissertationsprojektes.

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    1914-1918: Heimat im Krieg. Jugendwettbewerb zur Alltagsgeschichte des Ersten Weltkriegs in Sachsen-Anhalt
    Laufzeit: 01.01.2013 bis 31.12.2014

    2014 jährt sich der Beginn des Ersten Weltkrieges zum 100. Mal. Grund genug, um mal wieder einen Blick »zurück« zu werfen, oder?Anlässlich dieses Jahrestages bietet der Jugendwettbewerb »1914-1918: Heimat im Krieg« Jugendlichen im Alter von 14 bis 22 Jahren die Möglichkeit, sich mit den Veränderungen und Umbrüchen für die Region Sachsen-Anhalt im Ersten Weltkrieg auseinandersetzen.
    Der Jugendwettbewerb zur Alltagsgeschichte des Ersten Weltkriegs in Sachsen-Anhalt ist ein Kooperationsprojekt der lkj Sachsen-Anhalt e.V. und dem Institut für Geschichte der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg.

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    Nach der Krise: Kriegsbewältigung und Nachkriegszeit des Dreißigjährigen Krieges in ausgewählten deutschen Regionen 1648 bis 1700
    Laufzeit: 01.12.2013 bis 23.03.2020

    Die Arbeit will der Frage nachgehen, wie sich das Leben der Menschen und der Wiederaufbau in der Nachkriegszeit des Dreißigjährigen Krieges gestalteten und welche Faktoren eine Rolle spielten, etwa bei einem Wiederaufbau oder auch bei der Aufgabe von Siedlungen. Des Weiteren ist den Spuren des Dreißigjährigen Krieges, die er bei den Menschen hinterlassen hat, nachzugehen. Die folgenden Schwerpunkte der Arbeit sollen sich auf der Mikroebene betrachtet werden:
    1. Bewältigung der materiellen Kriegsschäden
    2. Bewältigung der mentalen Kriegsschäden (inkl. Aufbruchstimmung)
    3. Bewältigung der menschlichen Kriegsschäden (der schiere Umgang mit dem Mangel an Menschen)
    4. Auseinandersetzung mit der Natur
    5. Umgang mit der Herrschaft
    6. Veränderungen der Kultur durch den Krieg
    Vor allen ist es interessant herauszufinden, in welchem Ordnungssystem die Menschen ihren Halt gefunden haben, um die Zerstörung ihrer Welt und die Rückschläge zu verarbeiten. Dazu muss beachtet werden, dass sie danach weiterhin von Bränden, Heimsuchungen von Soldaten, Kriegsbelastungen und Pestepidemien heimgesucht wurden.

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    "Unsre schon erlangte Freude in Trauer zu verwandeln." Der Kindstod in der Dynastie der Ernestiner von 1600 bis 1800, Bearbeitung Anita Henneberger
    Laufzeit: 01.07.2017 bis 01.07.2023

    Die unter unterschiedlichen Perspektiven und mit verschiedenen methodi-schen Ansätzen geplante Analyse bietet zum einen die Möglichkeit der geballten Anwendung neuartiger und bisher wenig in historischen Untersuchun-gen erprobter theoretisch-methodischer Zugangsweisen, etwa der Symbol- und Ritualanalyse, der Selbstzeugnisforschung, der historischen Geschlech-ter-, Mentalitäts- und Emotionalitätsforschung. Tod und Sterben als Grund-konstanten des menschlichen Lebens können durch diese kombinierte Me-thodik und vielseitige Fragestellung nicht nur als Übergangsrituale, als Unterbrechungen von Kontinuitäten in einer kontinuierlich gedachten und aufrechterhaltenen adligen Rangfolge, Einschnitte und Krisensituationen im machtpolitischen bis familiären Bereich, sondern auch als Momente der affektiven Betroffenheit, der symbolischen und rituellen Überwindung, der Grenzüberschreitung oder Phasen der kollektiven wie individuellen Erschüt-terung analysiert werden. Insbesondere der Wandel im Verhältnis der Eltern oder anderer Verwandter zu den Kindern und damit auch im Umgang mit de-ren Sterben und Tod, das Reden und Schreiben darüber, die Veränderungen der Bestattungs-, Übergangs- und Ablösungsrituale, die das Projekt in der Zeit von 1600 bis 1800 vor dem Hintergrund zunächst von Reformati-on/Konfessionalisierung, dann Aufklärung, Rationalisierung und der Zeit des sog. "Kirchenkampfes" untersuchen möchte, werden die Entwicklungen hin zu unserem heutigen Verhältnis zum Sterben und die modernen Funktionen der Bestattungsbräuche erklären helfen. Vor allem aber werden sie das vormo-derne Verständnis und seine Genese bis heute über die Adelskultur hinaus erhellen. Der Tod eines kindlichen Nachkommens, der vom Sterben und Tod eines Erwachsenen in Brauchtum wie Symbolik unterschieden werden muss, stellte gerade im Adel die dynastische Abfolge und damit den Übergang von Macht, Territorialbesitz und Herrschaft von einer auf die nächste Generation generell in Frage, symbolisierte darüber hinaus jedoch weit mehr als das: fehlenden Gottessegen und Strafe Gottes, Anfälligkeit des adligen Hauses für Krankheiten, unvollkommene familiäre Fruchtbarkeit usw. Das Promotionsprojekt wird für den gesamten Komplex um Sterben, Tod, Begräbniskultur und Trauer bei Kindstodfällen im engeren, und um die Auffassung von Kindheit, den Umgang mit und das Verhältnis zu den eigenen Kindern und deren Tod völlig neue, vor allem interdisziplinäre Erkenntnisse vorlegen können. Dies gilt etwa für die Genderforschung, die Theologie und die Religionsge-schichte, die Medizingeschichte (Krankheiten, Körperkonstellation als Todes-ursache) oder die Volkskunde/Europäische Ethnologie (Brauchtumsforschung), aber auch für die Sozialwissenschaften. Für die Geschichtswissen-schaft sind die "Innensichten", d.h. die emotionalen Lagen, Gefühle, Träume, Wünsche und Imaginationen der Menschen früherer bis zum Teil heutiger Ge-sellschaften bislang so gut wie unerforscht, insbesondere für das Verhältnis zwischen Erwachsenen und Kindern.

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    Geschlecht und Gewalt in Geschichte und Gegenwart. Intzerdisziplinäre Annäherungen an alte und aktuelle Affinitäten, Bearbeitung: Prof. Dr. Eva Labouvie, Dr. Mareike Fingerhut-Säck, Susanne Klose, Stefanie Fabian
    Laufzeit: 01.12.2020 bis 29.06.2023

    Das Thema Gewalt ist in der heutigen Zeit durch die metoo-Bewegung und Diskussionen um häusliche Gewalt während der Corona-Epidemie aktueller denn je. Mit einem Blick in die Geschichte waren Akte von öffentlicher, offizieller und familiärer/häuslicher/privater Gewalt immer präsent, haben allerdings im Laufe der Jahrhunderte ihren gesellschaftlichen, rechtlichen, sozialen und kulturell-mentalen Standort verändert. Wenig wurde bisher in der Geschichtswissenschaft außerhalb von einzelnen Themenschwerpunkten (Kriminalitätsgeschichte, Militärgeschichte, sexuelle Gewalt und Inzest, Kindsmord usw.) zur geschlechtsspezifischen Gewalt und zu Gewalttaten von Menschen unterschiedlichen Geschlechts geforscht. Insbesondere fehlt der analytische Blick aus der Perspektive der Geschlechterforschung.
    Die im Kontext des Themas für Februar 2022 geplante Tagung wird sich Fragen nach den bis heutige gängigen, häufig vom Geschlecht abhängigen populären wie (straf-)rechtlichen Zuschreibungen von Gewalt und Gewaltformen, nach Gewaltdiskursen und ihrem Wandel seit dem 16. Jahrhundert, Gewaltprävention, -anwendung, oder -wahrnehmung, aber auch nach der Legitimität, nach Formen, Strukturen, Intensitäten und Potenzialen von Gewalt unter geschlechtergeschichtlicher Perspektive interdisziplinär und bis zur Gegenwart zuwenden. Ihr Anliegen ist die Verfolgung der "langue durée" von geschlechterzentrierten Gewaltdiskursen, ist Aufklärung und die Hinterfragung gegenwärtiger Einstellungen, Stereotype und Umgangsformen nicht zuletzt vor dem Hintergrund einer insbesondere auch bezüglich "sex" und "gender" vielgestaltigen Gegenwart.
    Das Forschungs- und Tagungsprojekt soll seinen Abschluss in einer Publikationen finden.

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    Körpermagie - magische Körper - Magie der Körper - Magic Bodies, Bearbeitung: Prof. Dr. Eva Labouvie
    Laufzeit: 01.01.2020 bis 01.05.2023

    In der Frühen Neuzeit bildete der Körper eine Einheit. Jeden seiner Teile stellte man sich in Wechselbeziehung mit allen anderen Körperteilen und in einem dynamischen Austausch mit seiner Umgebung vor. Die Zusammensetzung der Körpersäfte, äußere Einflüsse und Lebensbedingungen bis hin zu Lebensstilen und Arbeitsweisen bestimmten gemeinsam den Zustand und das Befinden, erklärten Phasen der Gesundheit wie Krankheit. In diesem Körperkonzept hatte einmal die Vorstellung ihren Platz, der Körper sei anfällig für magische Einflüsse, ja könne in bestimmten Kontexten oder Lebensphasen in besonderem Masse durch zauberische oder magische Kräften gefährdet sein. Dies galt besonders für den geschwächten kranken, schwangeren, noch nicht voll entwickelten kleinkindlichen oder besonderen Anstrengungen ausgesetzten Körper. Auf der anderen Seite schrieb man den Körpern und Körperteilen besonderer Personen, vor allem solcher, die auf widernatürliche Weise ihr Leben verloren hatten (verstorbene Schwangere, Hingerichtete, Ermordete, Selbstmörder), magische Kräfte im positiven wie negativen Sinne zu. Diese Annahme besonderer Kräfte im Körper und den Körpergliedern von Menschen, deren Übergang vom Diesseits zum Jenseits nicht in üblicher Weise und mit den notwendigen Ritualen der Ablösung vonstatten gegangen war, übertrug sich aber ebenfalls auf Vorstellungen von den Körpereigenschaften solcher Menschen, die in einem Ausnahmezustand lebten: einmal auf menstruierende oder schwangere Frauen, Kindsmörderinnen oder Personen, die angeblich einen Pakt mit dem Teufel geschlossen hatten, zum anderen auf Menschen, die mit besonderen Gaben des Heilens, Wahrsagens oder Bannens ausgestattet waren. Entweder galten ihre Körper selbst - sogar über ihren Tod hinweg - als ,Sender’ magischer Energien zur Heilung oder Schädigung, die sie 'ad personam' durch Berührung, durch Blicke oder das sogenannte "Anblasen" übertragen konnten. Oder man unterstellte ihnen die Fähigkeit zur Magisierung fremder Körperteile oder -substanzen durch Übertragung der eigenen Körpermagie in besonderen Ritualen. Bei der Annahme von Fähigkeiten zur direkten Übertragung magischer Einflüsse von einem Körper zum anderen spielte die Bewertung der Körperöffnungen und ihrer Ausscheidungen eine besondere Rolle. Dass etwas aus ihnen hervortrat - Speichel, Urin, Kot, Blut, Tränen, Nachgeburt - versinnbildlichte nicht nur nachhaltig die Durchlässigkeit zwischen körperlichem Inneren und Außenwelt, sondern machte diese Körperbereiche gleichsam zu Kontaktstellen eines unmittelbaren kraftvollen Austausches: Der Gedanke an Schädigung traf sein Opfer ungefiltert durch das Auge mittels des 'bösen Blickes'; die durch den Mund ausgesprochene Verwünschung drang durch das Ohr in den Körper ein; die durch das Auge wahrgenommene schreckliche Erscheinung konnte sich dem ungeborenen Kind aufprägen, und der Geschlechtsakt mit dem Teufel säte den Samen des Bösen im Körper der Teufelsbuhlerin.
    In Analogie und Ergänzung zu diesen außerordentlichen Formen der Körpermagie entwickelten sich innerhalb des populären Heil- und Abwehrzaubers auch Vorstellungen zum magischen Gebrauch von zunächst neutralen Körperstoffen und Körperteilen. Hier etablierten sich vor allem aufgrund der 'Signaturenlehre' Rituale der personenunabhängigen Körpermagie und der 'Organotherapie'. Weit mehr als bei der Körpermagie 'ad personam', deren Ursprünge man weit öfter in Verbindung mit teuflischen oder dämonischen denn göttlichen Einflüssen deutete, gestattete die Verwendung und rituelle Magisierung von Körperstoffen oder -teilen in der populären Magie auch deren Verwendung zur 'weißen Magie'.
    Das Projekt beschäftigt sich mit all diesen verschiedenen Vorstellungen und ihren Folgen für das frühneuzeitliche Zusammenleben in einer face-to-face-Gesellschaft.

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    Leben im Krieg. Begegnungen mit der "entfesselten" und "gezähmten" Bellona (1618-1763) Bearbeitung: Stefanie Fabian
    Laufzeit: 01.09.2014 bis 30.04.2023

    Das Forschungsprojekt untersucht mit Hilfe von historisch-anthropologischen,  mikrohistorischen und Herangehensweisen der Geschlechterforschung die Lebensumstände von Frauen, Männern und Kindern in den Wirren des Dreißigjährigen (1618-1648) und des Siebenjährigen Krieges (1756-1763). Dabei werden über die Auswertung verschiedenster Quellengattungen - darunter Selbstzeugnisse, Tagebücher und Chroniken, aber auch behördliche Korrespondenzen und Militaria - die Lebensverhältnisse und Kriegserlebnisse, die  Konfrontation der Menschen mit Gewalt und ihre Wahrnehmungen entschlüsselt. Mittels einer Kontextualisierung dieser Begegnungen und Erfahrungen mit dem Kriegsalltag, d.h. über eine Einordnung in den je spezifischen Kriegshintergrund und die ihn bedingenden Gegebenheiten, wird eine Relativierung, Korrektur oder Vertiefung der bislang nur durch makrohistorische Untersuchungen gewonnenen wissenschaftlichen Befunde zum Dreißigjährigen und  Siebenjährigen Krieg angestrebt. Das Vorhaben versucht Forschungslücke zu schließen, indem es sich mittels quellenbasierter Analysen auch mit der Frage auseinander setzt, ob das von Gerhard Ritter erstmals aufgegriffene und bislang kaum hinterfragte Postulat von der "gezähmten Bellona" des aufgeklärten Zeitalters zutrifft oder die seit dieser Zeit scheinbar "eingehegten Kriege" weiterhin, und nicht nur auf den Schlachtfeldern, von massiver Gewaltausübung geprägt waren. Es stellt eine erste mikroanalytischen Fokussierung auf den mitteldeutschen Raum dar und will einen wichtigen und kritischen Beitrag zur Um- und Neubewertung von Kriegen und Katastrophen auf dem Weg Deutschlands und Europas in die Moderne leisten.

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    Projekt und Tagung: Geburt(shilfe – Gebären – Mutterschaft. Interdisziplinäre Tagung an der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg
    Laufzeit: 01.02.2022 bis 30.04.2023

    Die Tagung hat sich zum Ziel gesetzt, transdisziplinär und über einen langen histori-schen Bogen vom 16. Jahrhundert bis in die Gegenwart zu beleuchten, wie Geburt, Gebären und Mutterschaft gesellschaftlich wie sozial konstruiert werden, wie sich Vorstellungen, Praktiken und Regelungen über Geburt, Gebären und Mutterschaft entwickelten sowie bis heute in Brüchen und Kontinuitäten präsentieren. Zugleich möchte die Tagung dazu beitragen zu verstehen, warum sich insbesondere vom 18. zum 19. Jahrhundert und ganz besonders in der zweiten Hälfte des 20. und im 21. Jahrhundert zum Teil immense Verschiebungen – etwa innerhalb der Gruppe der Menschen um die Gebärende, bezüglich des Geburtsortes, der Sinnhaftigkeit der Geburt eines Kindes oder der Verortung von Mutterschaft – ereigneten.
    In jüngerer Zeit sind Geburt, Gebären und Mutterschaft vermehrt in den Fokus der gesellschaftlichen Aufmerksamkeit gerückt, weil sich nicht nur die Kulturen des Ge-bärens verändert haben, sondern die geburtshilflichen Professionen mit der Akademisierung des Hebammenwesens und der Orientierung am Leitbild der „frauzentrierten Geburtshilfe“ derzeit wieder einen tiefgreifenden Wandel durchlaufen. Auch schon in der Vormoderne wurde intensiv über die richtige Art des Gebärens, die Ausbildung der „Wehemütter“ und später der approbierten Hebammen, seit dem späten 18. Jahrhundert über die Rolle von männlichen ärztlichen Geburtshelfern, die Orte der Niederkunft und über Mütterlichkeit als einer „natürlichen“ Bestimmung „der“ Frau diskutiert. Aber erst mit den populären Diskursen um die „sanfte“ Geburt in den 1980er Jahren wuchs auch in der Wissenschaft das Interesse an der Erfor-schung von Geburtserfahrungen und Mutterschaft in verschiedensten wissenschaftli-chen Fachrichtungen, bisher mit einem Schwerpunkt im 20./21. Jahrhundert. Eine transdisziplinäre Zusammenschau, wie sie die Tagung plant, fehlt bislang aber ebenso wie eine Perspektive der „longue durée“, die den historischen Wandel und seine Folgen für eine moderne europäische Kultur des Gebärens und der Geburts-hilfe wie auch für heutige Konzepte von Mutterschaft und Mütterlichkeit in den Blick nimmt.
    Die Tagung „Geburt(-hilfe) – Gebären – Mutterschaft“ wird vom 20. bis 21. April 2023 unter der gemeinsamen Leitung von Prof. Dr. Eva Labouvie und Prof. Dr. Tina Jung an der Otto-von-Guericke-Universität in Magdeburg stattfinden.

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    Ringvorlesung: Geschlecht — Natur — Kultur — Umwelt: Verflechtungen von Gender, Ökologie, Klima und Nachhaltig, zusammen mit der Gleichstellungsstelle der Otto-von-Guericke-Universität, Dr. Mareike Fingerhut-Säck
    Laufzeit: 31.07.2022 bis 30.04.2023

    Klimawandel, Umweltkatastrophen oder Krisen der Nachhaltigkeit sind keineswegs geschlechtsneutral. Frauen, Männer und diverse Menschen tragen auf unterschiedliche Weise dazu bei, gehen auf verschiedene Arten mit ihren Auswirkungen um und sind von ihren Folgen ungleich betroffen. Damit drängen sich Fragen nach den Verflechtungen von Geschlecht und Klima- oder Umweltkrisen, ja dezidiert nach geschlechtsspezifischen Perspektiven geradezu auf. Ebenso kann nach den Zusammenhängen zwischen Geschlechtszugehörigkeit bzw. Geschlechterordnung und umweltbedingten Krankheiten, Umweltfaktoren, Nachhaltigkeit, Ressourcenverteilungen, ökologischen Rechten oder nach Genderaspekten in Umwelt- und Klimaschutz oder -gestaltung bis hin zu den Positionen eines neuerdings vieldiskutierten Ökofeminismus gefragt werden.
    Die an der Otto-von-Guericke-Universität im kommenden Wintersemester 2022/2023 geplante Ringvorlesung möchte all diese vielfältigen Aspekte in den Fokus rücken und in ihren Verwebungen mit der Kategorie Geschlecht sowie mit dem „Doing gender“ – auch außerhalb des binären Diskurses – beleuchten.

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    Helden und Hysteriker. Der Umgang mit psychisch Versehrten des Ersten Weltkrieges in der Psychiatrie und in den Familien, Bearbeitung: Petra Kaiser
    Laufzeit: 01.01.2019 bis 30.11.2022

    Die Dissertation widmet sich mittels geschlechtergeschichtlicher und medizinhistorischer Ansätze der Untersuchung von Patientenakten und Egodokumenten von psychisch Versehrten des Ersten Weltkrieges und deren Familienangehörigen. Sie stellt die Frage nach der Genese der Bilder von Männlichkeit in der Wilhelminischen Zeit bis zum Nationalsozialismus in der Psychiatrie und in der Gesellschaft und fragt nach der Veränderung dieser Vorstellungen bzw. Zuschreibungen von Männlichkeit und des Männerbildes bei Soldaten nach Eintreten einer kriegsbedingten Versehrtheit. Zur Erforschung der "Entmännlichung" der soldatischen Helden werden Krankenakten, Egodokumente udn weitere Schriften zu Soldaten untersucht, die in eine Psychiatrie eingewiesen und ärztlich begutachtet wurden; einbezogen werden neben den medizinischen Akten ebenso Briefe oder Aufzeichnungen der Betroffenen selbst und ihrer Familienangehörigen, insbesondere der Ehefrauen. Vor allem Egodokumente wie Briefe dokumentieren veränderte bzw. umgedrehte Geschlechterverhältnisse (Frauen als Familienernährerinnen, Männer als hilflose Kranke) und die Dekonstruktion von Männlichkeitsbildern, die selbst über die Sprache fassbar wird. An augenfälligen Folgen seien Ehescheidungen und die Bescheinigung der Eheunfähigkeit oder einer Erbkrankheit genannt. Die Diskriminierung als "irrer Ehemann" zeitigte allerdings auch soziale und weitere psychische Folgen: Dem Makel der Unmännlichkeit, Schwäche und Neurose trat der behördliche Umgang mit den als "hysterisch" verunglimpften Kranken ("Kriegszitterern") an die Seite, deren Erkrankungen keine Anerkennung und deren Angehörige keine staatliche Unterstützung erhielten. Die psychisch kranken Kriegshelden verloren ihren Status in Gesellschaft und Familie, ja wurden über Sprache feminisiert und über den Umgang mit ihnen oder die ihnen zugeschriebenen Eigenschaften und Verhaltensweisen sowie ihre gesellschaftliche Rolle "entmannt".

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    Einführung der Reformation in Stift und Stadt Quedlinburg (1517-1580)
    Laufzeit: 01.07.2015 bis 03.11.2022

    Die geplante Dissertation greift ein Thema auf, das in der bisherigen Forschung noch nicht bearbeitet wurde, aber einen entscheidenden und sehr innovativen Beitrag zur Reformationsforschung, zum Nebeneinander von kaiserlicher, päpstlicher, landesherrlicher, stiftischer und städtischer Macht sowie zum Miteinander von oben und unten beim Wandel von Geschichte leisten kann. Am Beispiel der Stadt und des Stiftes Quedlinburg kann paradigmatisch aufgezeigt werden, wie sich der Prozess der Einführung der Reformation über Jahrzehnte sowohl in einer (mitteldeutschen) Stadt als auch in einem geistlichen, noch dazu reichsunmittelbaren und dem Kaiser direkt unterstellten Stift parallel vollzog. Dabei ist bisher unbekannt, aus welchen Gründen Äbtissin Anna II. von Stolberg-Wernigerode (1516-1574) im Jahr 1539 die Reformation im Quedlinburger Stift und Kapitel einführte, noch welche Einflüsse, Konflikte oder Diskurse innerhalb der Stadtbevölkerung bereits seit 1517 zu einer reformationsnahen Haltung geführt haben müssen und wie beides sich zueinander verhielt. Selbst jüngste Forschungsarbeiten zu Reformation und Konfessiona-lisierung gehen über den Verlauf des vielschichtigen und oft keineswegs spontanen Wechsels vom Katholizismus zum Protestantismus allermeist mit der Nennung des Eckdatums der offiziellen Einführung der Reformation hinweg, so dass wir letztlich kaum Wissen über die hier über einen längeren Zeitraum wirkenden Kräfte, Netzwerke, Kommunikationsprozesse oder Machtkalküle haben. Die Untersuchung will dagegen durch eine Kombination aus mikro-, meso- und makroperspektivischem Zugang neben der obrigkeitlichen Reformation des Stiftes im Jahr 1539 insbesondere auch die Reformation von unten (Stadt- und Stiftsbevölkerung, Geistliche, Bruderschaften, Ratsfamilien, Mönche, Nonnen, Bewohner des Umlandes usw.) seit 1517 in den Fokus nehmen, die den offiziellen Wechsel vor- und nachbereitete und bis zur Formula Concordia 1780, der offiziellen Annahme des Luthertums, andauerte. Als besonders bedeutsam stellt sich im gesamten Kontext das Wirken und die Stellung der vom Kaiser eingesetzten Äbtissin dar, die sich und ihr Stift mit der Einführung der Reformation der Gefahr des Verlustes der Reichsstandschaft, der Mediatisierung durch (Kur-)Sachsen und einer neuartigen Legitimierung ihres Amtes sowie der Aufgaben der Klostergemeinschaft (Gründung durch Heinrich I., zuständig für die sakrale Memoria der Ottonen) aussetzte, zugleich aber die Chance erhielt, das Stift durch Säkularisierung der Klöster wirtschaftlich zu konsolidieren und sich von Kaiser, Papst und Diözesanbischof zu emanzipieren.

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    Mutter werden und Mutter sein - Mutterschaft gestern und heute, Bearbeitung Prof. Dr. Eva Labouvie
    Laufzeit: 01.03.2019 bis 31.12.2021

    Mutter werden ist zwar keine gesellschaftliche Notwendigkeit und kein biologischer Automatismus mehr, sondern ein frei wählbares Lebenskonzept. Immer resultiert, aus welcher der Mutteridentitäten auch immer, aber eine Leistungsmotivation. Immer kennzeichnen ambivalente Gefühle, ja eine Reihe von Paradoxien, das Verhältnis von Frauen- und Mutterrolle sowie das Erleben von Mutterschaft. Beinhaltete Mutterschaft in der Vergangenheit einen kollektiv eingebundenen Statuswechsel bei gleich-zeitiger Statuserhöhung, ist sie heute eine individuelle soziale und psychische Leis-tung jeder einzelnen Frau, verbunden mit Beschränkungen und Autonomieverlust. Standen in früheren Jahrhunderten die Frauen unter dem Druck, unbedingt Mutter zu werden, stehen sie heute, wenn sie Mütter sind, unter dem Druck, eine "gute Mutter" sein zu müssen oder zu wollen. "Ängste und Schuldgefühle der Mütter", erklärt Elisabeth Badinter in ihrem Band zur Mutterliebe "sind nie so groß gewesen, wie heute" (Elisabeth Badinter, Die Mutterliebe. Die Geschichte eines Gefühls vom 17. Jahrhundert bis heute, München 1981, S. 34).

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    Menschen mit Behinderung in der ehemaligen DDR. Eine regionale Untersuchung für den Raum Sachsen-Anhalt und die Stadt Magdeburg
    Laufzeit: 30.04.2018 bis 31.10.2021

    Das Forschungsprojekt beabsichtigt eine erstmalige Untersuchung der Lebenssituation und des Umgangs mit behinderten Menschen im Raum Sachsen-Anhalt mit einer vertiefenden Fokussierung auf die Stadt Magdeburg und ihr Umland. Im Hinblick auf die staatliche Perspektive (1) wird jenes augenscheinliche Paradoxon näher analysiert, das sich durch ein politisches System ergab, welches einerseits den Arbeiter- und Bauernstaat in den Vordergrund stellte, auf der anderen Seite die sozialistische Gemeinschaft, in der jeder seinen Platz haben sollte, betonte. Mit dem Blick auf die gesellschaftlichen Verhältnisse (2) rücken Aspekte des Umgangs mit Differenz, welche zwischen den Polen von Integration und Isolation anhand ausgewählter Lebensbereiche (Arbeit, gesellschaftliche Teilhabe, Lebens- und Wohnsituation) untersucht werden können, in den Mittelpunkt. Über die Perspektive der behinderten Menschen und ihres Umfeldes (3) will das Forschungsprojekt über die Lebenssituation und gesellschaftliche Stellung von Menschen mit Behinderung in der DDR und insbesondere in der Region Sachsen-Anhalt aufklären.

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    Protestantismus - Schulbildung - Alphabetisierung. Das Elementarschulwesen im Raum Sachsen-Anhalt seit der Reformation bis 1800
    Laufzeit: 01.10.2014 bis 30.09.2019

    Das Promotionsthema stellt ein wahres Desiderat im Geburtsland des deutschen  Protestantismus und darüber hinaus dar. Mit der Untersuchung sowohl der  Elementarschullandschaft ab der Reformation bis ins 18. Jahrhundert im Raum des  heutigen Sachsen-Anhalt schon dies eine Pionierleistung als auch der Frage  nach der vielbehaupteten, aber nie grundlegend verifizierten Affinität zwischen  (Schul-)Bildung und Reformation bzw. Protestantismus kann Frau Tempelhoff für  die Geschichtswissenschaft, aber auch die Erziehungswissenschaften und die  Theologie, insbesondere aber auch für die Genderforschung, zu neuartigen Einschätzungen, möglicherweise auch Relativierungen oder Korrekturen gelangen:  dies zum einen bezüglich der wenig erforschten Entwicklung der Alphabetisierung  von Jungen wie Mädchen über drei Jahrhunderte Melanchthon, später auch Luther  forderte als erste den Unterricht für Mädchen und gründete im heutigen Sachsen- Anhalt die ersten Mädchenschulen in Europa , zum anderen bezüglich der praktischen Umsetzung eines aus dem Protestantismus der ersten Stunde  entwickelten neuen Bildungsanspruchs, dessen Auswirkungen sich bis ins 18.  Jahrhundert am Dessauer Philanthropin als erster Aufklärungsschule Europas  verfolgen lassen. Nur mit einer erstmaligen Untersuchung der tatsächlichen  Schullandschaft in Sachsen-Anhalt, ihren Konzepten, Bedingungen, ihrer Akzeptanz in der Bevölkerung, ihren Lehrern und ersten Lehrerinnen hier nicht erst im 18.,  sondern bereits seit dem 16. Jahrhundert nachweisbar , vor allem aber ihrer  Nachhaltigkeit, lässt sich die in der Forschung unhinterfragte Behauptung eines  höheren Bildungs- und Alphabetisierungsgrades in protestantischen Regionen  adäquat untersuchen und mit Ansätzen in katholischen Ländern vergleichen.  Hierfür bildet der Untersuchungsraum ganz besondere Quellenbedingungen, da im  Land der Reformation auch die ersten Quellen zum damals noch von der  protestantischen Kirche getragenen Schulwesen existieren, so dass nur im Raum  Sachsen-Anhalt eine tatsächliche Analyse auch der Anfangsbedingungen und- schwierigkeiten sowie des Wandels möglich sind.

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    Bedeutende Frauen aus Sachsen-Anhalt vom Mittelalter bis zum 19. Jahrhundert. Ein biographisch-bibliographisches Lexikon
    Laufzeit: 01.01.2015 bis 31.12.2018

    Das Lexikon untersucht bedeutende Frauen aus dem Raum Sachsen-Anhalt, d.h. Frauen, die auf sehr unterschiedlichen Ebenen Besonderes geleistet haben, sich in hervorragender Weise als Künstlerinnen, Politikerinnen, Schriftstellerinnen, Unternehmerinnen, als Trägerinnen von Ideen, Schöpferinnen neuer Denk- und Handlungsweisen oder als Amtsinhaberinnen in ihrer Zeit ausgezeichnet und für ihre Zeit und die Menschen engagiert haben. Diese Frauen haben Besonderes geleistet, doch war es, auch wenn der Blick in viele historische und regionale Bücher das nahelegt, weil man kaum Näheres zu den Frauen findet, keine Besonderheit, dass Frauen früherer Jahrhunderte wie Frauen heute, Besonderes leisteten. Einerseits leistet das Lexikon damit eine Art "Wiederbelebung", also ein Zurückholen aus der Vergessenheit zum Zwecke der adäquaten Berücksichtigung und Anerkennung im regionalen und überregionalen historischen Gedächtnis, zum anderen geht es insbesondere darum, den vielen bisher namenlosen, aber bedeutsamen Frauen, einen Platz in der Geschichte zu geben. Inhaltlich beziehen sich die Einträge auf Frauen der sogenannten Vormoderne des 16. bis 19. Jahrhunderts, und auf Frauen des Mittelalters.

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    Frauen in Sachsen-Anhalt. Ein biographisch-bibliographiesches Lexikon vom 19. Jahrhundert bis 1945 (Bd. 2)
    Laufzeit: 01.06.2016 bis 31.12.2018

    Das Lexikon stellt Frauen vom beginnenden 19. Jahrhundert bis 1945 vor, die im Raum des heutigen Sachsen-Anhalts und zum Teil weit darüber hinaus in ganz unterschiedlichen Bereichen Besonderes geleistet oder ein für Frauen ungewöhnliches Leben geführt haben. In über 130 biographisch-bibliographischen Porträts sowie über 140 Kurzporträts werden die Lebenswege und das Engagement von bekannten Frauen und Berühmtheiten wie Käte Kruse, Louise Aston, Elisabeth von Ardenne, Fontanes "Effi Briest", Jenny Marx oder Hedwig Courths-Mahler, von Protagonistinnen der Ersten Frauenbewegung wie Gertrud Bäumer, Elisabeth Gnauck-Kühne, Jenny Hirsch und Lily Braun, von Unternehmerinnen wie Selma Rudolph oder der Schauspielerinnen Henny Porten und Lia Wöhr neuartig präsentiert. Erstmals gelingt es zudem die Verdienste von bislang unbekannten, vergessenen oder noch nicht erforschten Juristinnen, Politikerinnen, Widerstandskämpferinnen, Wissenschaftlerinnen, Frauenrechtlerinnen, Schriftstellerinnen, Pädagoginnen, Ärztinnen, Künstlerinnen, Sportlerinnen, Regisseurinnen oder Unternehmerinnen zu würdigen und ihnen einen Platz in der Geschichte zu geben. Die von FachwissenschaftlerInnen konzipierten Artikel geben durch Angabe von Literatur und Archivmaterial gezielt Anregungen für weitere Forschungen.

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    Glaube und Geschlecht. Interdisziplinäres Forschungs- und Tagungsprojekt. Zugleich Beitrag der OvGu zum Reformationsjubiläum., Forschungs- und Buchprojekt
    Laufzeit: 01.07.2017 bis 31.12.2018

    Das Projekt umfasste eine große internationale Tagung (Glaube und Geschlecht - Gender Reformation) vom 29.6.2017 bis 1.7.2017 und wird in einem Tagungsband, der 2018 im Böhlau Verlag erscheinen wird, dokumentiert werden.

    Die Re­forma­tion wurde durch das re­ligiöse Engagement der Laien getragen, ein Auf­bruch, der Frau­en völ­lig neue Handlungsmöglichkei­ten eröffnete und die Geschlechterordnung in den europäischen Ländern nachhaltig veränderte. Sie hat daher nicht nur einen  einschneidenden Wandel durch die erstmalige Möglichkeit der Wahl zwischen Glaubensrichtungen bewirkt, sondern durch die Ehelehren Martin Luthers und weiterer Reformatoren die Rollen von Männern und Frauen, Müttern und Vätern sowie die Vorstellungen vom Zusammenleben der Geschlechter nachhaltig und bis in die Gegenwart geprägt. Geschlechterfragen und die Einbindung von Frauen bilden trotz der Ökumene bis heute - als letzte Bastion der einen, als liberales Aushängeschild der anderen Konfession - den immer wieder betonten Unterschied zwischen Katholizismus und Protestantismus.
    Die interdisziplinäre wie internationale Tagung "Glaube und Geschlecht - Gender Reformation" möchte sich mit diesem Grundlagenthema der Reformation vor allem unter der Perspektive der Wechselbeziehungen zwischen "Glaube und Geschlecht" auseinander setzen. Sie betrachtet Bezüge, die erstmals von Frauen und Männern in der reformatorischen Bewegung des 16. Jahrhunderts hergestellt und gelebt wurden und jenseits von Konfession und eigener Gläubigkeit bis heute ein Kulturgut der westlichen Welt darstellen. Dabei fragt sie sowohl nach den Anteilen von Männern und Frauen an Kirche und Religiosität als auch nach ihren durch die Religion begründeten oder bedingten Rollen, Räumen, Aufgaben und Lebenswegen, nach Gewinnen, Verlusten und nach Kontinuitätslinien bis in die heutige Gesellschaft.

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    Glaube und Geschlecht. Internationale und interdisziplinäre Tagung, der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg, 20.6.-1.7.2017, zum Reformationsjubiläum 2017 - Tagung
    Laufzeit: 01.08.2016 bis 31.08.2017

    Die Re­forma­tion wurde durch das re­ligiöse Engagement der Laien getragen, ein Auf­bruch, der Frau­en völ­lig neue Handlungsmöglichkei­ten eröffnete und die Geschlechterordnung in den europäischen Ländern nachhaltig veränderte. Sie hat daher nicht nur einen  einschneidenden Wandel durch die erstmalige Möglichkeit der Wahl zwischen Glaubensrichtungen bewirkt, sondern durch die Ehelehren Martin Luthers und weiterer Reformatoren die Rollen von Männern und Frauen, Müttern und Vätern sowie die Vorstellungen vom Zusammenleben der Geschlechter nachhaltig und bis in die Gegenwart geprägt. Geschlechterfragen und die Einbindung von Frauen bilden trotz der Ökumene bis heute - als letzte Bastion der einen, als liberales Aushängeschild der anderen Konfession - den immer wieder betonten Unterschied zwischen Katholizismus und Protestantismus.
    Die interdisziplinäre wie internationale Tagung "Glaube und Geschlecht - Gender Reformation" möchte sich mit diesem Grundlagenthema der Reformation vor allem unter der Perspektive der Wechselbeziehungen zwischen "Glaube und Geschlecht" auseinander setzen. Sie betrachtet Bezüge, die erstmals von Frauen und Männern in der reformatorischen Bewegung des 16. Jahrhunderts hergestellt und gelebt wurden und jenseits von Konfession und eigener Gläubigkeit bis heute ein Kulturgut der westlichen Welt darstellen. Dabei fragt sie sowohl nach den Anteilen von Männern und Frauen an Kirche und Religiosität als auch nach ihren durch die Religion begründeten oder bedingten Rollen, Räumen, Aufgaben und Lebenswegen, nach Gewinnen, Verlusten und nach Kontinuitätslinien bis in die heutige Gesellschaft.
    Aus unterschiedlicher Perspektive wird sowohl nach brisanten und vieldiskutierten Entwicklungen, wie den aktuellen Überlegungen zur Einführung eines weiblichen Diakonats in der katholischen Kirche gefragt, als auch nach den Wechselwirkungen von Glaube und Geschlecht in weiteren Religionen wie dem Hinduismus, Buddhismus, Judentum und Islam. Die Diskussion über Möglichkeiten und Grenzen der Vereinbarkeit vor allem nichtchristlicher mit den Gesellschafts- und Geschlechterordnungen christlich geprägter europäischer Länder dürfte vor dem Hintergrund der jüngsten Migrationsbewegungen zu den aktuellsten Fragen der Gegenwart zählen.

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    Universitätsweite Ringvorlesung: Die Reformation - eine religiöse, kulturelle und politische Bewegung, SS 2017 zum Reformationsjubiläum 4. April - 27. Juni 2017
    Laufzeit: 01.01.2017 bis 15.07.2017

    Die interdisziplinäre Ringvorlesung verfolgt die Entstehung, den Verlauf, die Entwicklung und die Auswirkungen der Reformation im deutschsprachigen Raum und in ausgewählten europäischen Ländern. Ihr Augenmerk gilt dabei sowohl der Reformationsbewegung, ihren Vertretern, der Theologie und Ethik, den politischen Konzepten als auch neueren Forschungsansätzen zur Geschichte von Reformation und Protestantismus. Einen besonderen Schwerpunkt legt die Ringvorlesung auf den Transformationscharakter der neuen religiösen und sozialen Lehren im Hinblick auf das gesellschaftliche, kulturelle Leben und Zusammenleben, auf die Verwendung neuer medialer Kommunikationspraktiken und die mit der sozialen, kulturellen und religiösen Alltagskultur stets verbundene politische Entwicklung in der europäischen Geschichte. Indem sie in einmaliger Konzentration die Vorträge von Forschern und Forscherinnen aus der Kirchen-, Kunst- und Rechtsgeschichte, der Geschichtswissenschaft, Theologie und Philosophie vereint, bietet sie ein interdisziplinäres Prisma der aktuellen wissenschaftlichen Reflexionen im Kontext des Reformationsjubiläums.
     
    Studierende können die Ringvorlesung mit einer Prüfung in Form einer schriftlichen Klausur am 4.7.2017 (HS 6, 17.15-18.45 Uhr) abschließen und sie bei bestandener Prüfung mit maximal 5 CP (unbenotet) anrechnen. In Studiengängen der FHW, die ein Modul beinhalten, das den Besuch einer interdisziplinären Ringvorlesung voraussetzt, kann die Anrechnung in diesem Modul erfolgen (z. B. MGerm 22); in allen anderen Studiengängen der OvGU kann die Ringvorlesung im jeweiligen optionalen Bereich des Studiengangs angerechnet werden (bitte nehmen Sie jeweils Rücksprache mit dem oder der Studiengangsbeauftragten Ihres Studiengangs).

    Das Programm der Ringvorlesung:

    04. APRIL
    Ilse Junkermann, Bischöfin der Ev. Kirche in Mitteldeutschland
    Prof. Dr. Jens Strackeljan, Rektor der Universität Magdeburg
    Grußworte
    Prof. Dr. Eva Labouvie, Universität Magdeburg: Einführung

    Prof. Dr. Athina Lexutt, Kirchengeschichte, Universität Gießen
    Grundlegendes zur Reformation – Ein erster Faktencheck
     
    11. APRIL
    Prof. Dr. Luise Schorn-Schütte, Geschichtswissenschaft, Universität Frankfurt/M.
    Die Reformation als Umbruch? Religion und Politik in der Frühen Neuzeit
     
    18. APRIL
    Prof. Dr. Thomas Kaufmann, Kirchengeschichte, Universität Göttingen
    Buchdruck und Reformation
     
    25. APRIL
    Prof. Dr. Eva Labouvie, Geschichtswissenschaft, Universität Magdeburg
    Keine „Entzauberung der Welt“ (M. Weber).
    Aberglaube und Protestantismus seit der Reformation
    19.30 Uhr, Wallonerkirche:
                Der Evangelische Hochschulbeirat lädt ein zum Akademischen Gottesdienst
     
    02. MAI
    Prof. Dr. Anselm Schubert, Kirchengeschichte, Universität Erlangen
    Reformation als Konflikt. Der Streit um das Abendmahl
     
    09. MAI
    Prof. Dr. Martin H. Jung, Historische Theologie, Universität Osnabrück
    Gab es auch Reformatorinnen unter den Reformatoren? Zur Bedeutung und Rolle von Frauen im konfessionellen Wandel des 16. Jahrhunderts
     
    16. MAI
    Prof. Dr. Matthias Asche, Geschichtswissenschaft, Universität Tübingen
    Von der Kirchenreform zur Reformation – die Entstehung des Protestantismus in Frankreich
     
    23. MAI
    Dr. Friedrich-K. Unterweg, Anglistik, Universität Düsseldorf
    Heinrich VIII. und sein Bruch mit Rom. Der Anfang der Reformation in England?
     
    30. MAI
    Prof. Dr. Heiner Lück, Rechtsgeschichte, Universität Halle
    Rechtsbruch durch Reformation?
     
    06. JUNI
    Prof. em. Dr. Christoph Kaehler, Neues Testament, Universität Leipzig
    Ach, es ist dolmetschen keineswegs eines jeglichen Kunst.“
    Luthers Bibelübersetzung und ihre Revision 2017
     
    13. JUNI
    Dr. Bettina Seyderhelm, Kunstgeschichte, Ev. Kirche in Mitteldeutschland
    Hilfe für die Armen und Trost für verwaiste Eltern. Neue Forschungen zu Bildzeugnissen des 16. Jahrhunderts aus dem Kernland der Reformation
     
    20. JUNI
    Prof. Dr. Héctor Wittwer, Praktische Philosophie, Universität Magdeburg
    Der Einfluss der Reformation auf die Moralphilosophie
    Im Anschluss lädt der Evangelische Hochschulbeirat zu einer Akademischen Tafel
                im Foyer des Hörsaals 6

    27. JUNI
    Jana Tempelhoff, M. A., Universität Magdeburg
    Dr. Carsten Nahrendorff, Germanistik / Geschichtswissenschaft, Universität Erfurt
    Reformation und Bildung. Das Elementar- und Gelehrtenschulwesen des 16. Jahrhunderts im Raum des heutigen Sachsen-Anhalt

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    Pietismus "von oben". Seine Einführung und Konsolidierung in der Grafschaft Stolberg-Wernigerode durch das Grafenpaar Sophie-Charlotte (1695-1762) und Christian Ernst (1691-1771).
    Laufzeit: 30.06.2015 bis 29.05.2017

    Das Promotionsprojekt hat zum Ziel, erstmals den Pietismus als Glaubensform und religiöse Frömmigkeitspraxis in der Grafschaft Stolberg-Wernigerode zu untersuchen, in der sich mit dem "Wernigeröder Pietismus" im 18. Jahrhundert eine besondere, weitreichende und einflussreiche Form des Pietismus etablierte. Zugleich verfolgt das Projekt eine neuartige und bislang von der Forschung nicht geleistete Untersuchung zum Prozess der Einführung und Manifestierung eines "herrschaftlichen Pietismus", der in der Grafschaft Stolberg-Wernigerode im Regierungszeitraum des Grafenpaares Sophie-Charlotte (1695-1762) und Christian Ernst (1691-1771) "von oben", d.h. im Gegensatz zum pietistischen Anspruch, religiöse Volksbewegung zu sein, etabliert werden konnte. Unter Anwendung von sozial- und kultur-historischen Methoden soll aufgezeigt werden, wie diese alternative Glaubensform speziell durch die Initiative eines Grafenpaares eingeführt wurde und eben nicht hauptsächlich auf der Initiative und dem Engagement von missionarisch tätigen Theologen oder der Bevölkerung beruhte, wie dies bislang aus Untersuchungen zum Pietismus bekannt ist. Die Prozesse und Interaktionen, die es möglich machten, nicht nur innerhalb eines halben Jahrzehnts, sondern  ausgerechnet zum eigentlichen Ende der Blütezeit des Pietismus im Heiligen Römischen Reich einen solchen Erfolg mit der Einführung einer neuen Religionsform zu erzielen, sollen analysiert und mit Hilfe spezieller Methoden der historischen Sozial- und Kulturforschung  ausgewertet und interpretiert werden. Die Ergebnisse des Forschungsprojektes werden nicht nur zur Erweiterung der europäischen Pietismusforschung beitragen, die bis heute hauptsächlich auf den "bürgerlichen" Pietismus konzentriert ist. Insgesamt bearbeitet das Projekt die Besonderheit einer "zweiten", neben dem bekannten Halleschen Pietismus (August Hermann Francke) äußert einflussreichen Variante des mitteldeutschen Pietismus, die bisher nicht erforscht wurde.

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    Bedeutende Frauen aus Sachsen-Anhalt vom Mittelalter bis zum 19. Jahrhundert. Ein biographisch-bibliographisches Lexikon
    Laufzeit: 01.01.2013 bis 31.12.2016

    Das Lexikon untersucht bedeutende Frauen aus dem Raum Sachsen-Anhalt, d.h. Frauen, die auf sehr unterschiedlichen Ebenen Besonderes geleistet haben, sich in hervorragender Weise als Künstlerinnen, Politikerinnen, Schriftstellerinnen, Unternehmerinnen, als Trägerinnen von Ideen, Schöpferinnen neuer Denk- und Handlungsweisen oder als Amtsinhaberinnen in ihrer Zeit ausgezeichnet und für ihre Zeit und die Menschen engagiert haben. Diese Frauen haben Besonderes geleistet, doch war es, auch wenn der Blick in viele historische und regionale Bücher das nahelegt, weil man kaum Näheres zu den Frauen findet, keine Besonderheit, dass Frauen früherer Jahrhunderte wie Frauen heute, Besonderes leisteten. Einerseits leistet das Lexikon damit eine Art "Wiederbelebung", also ein Zurückholen aus der Vergessenheit zum Zwecke der adäquaten Berücksichtigung und Anerkennung im regionalen und überregionalen historischen Gedächtnis, zum anderen geht es insbesondere darum, den vielen bisher namenlosen, aber bedeutsamen Frauen, einen Platz in der Geschichte zu geben. Inhaltlich beziehen sich die Einträge auf Frauen der sogenannten Vormoderne des 16. bis 19. Jahrhunderts, und auf Frauen des Mittelalters.
    Bd. 1: Frauen in Sachsen-Anhalt. Ein biographisch-bibliographisches Lexikon vom Mittelalter bis zum 18. Jahrhundert, Köln/Wiemar/Wien 2016 ist abgeschlossen
    Bd. 2: Frauen in Sachsen-Anhalt. Ein biographisch-bibliographisches Lexikon vom 19. Jahrhundert bis 1945 wird im Sommer 2018 erscheinen.

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    Otto von Guerickes Weltbild und sein Verhältnis zu Religion und Kirche
    Laufzeit: 01.11.2013 bis 31.12.2016

    In etlichen Schriften, die sein naturwissenschaftliches Werk (3 Bde.) weit übersteigen, hat sich Otto von Guericke mit Fragen zum Weltbild, zum Menschenbild und zum Gottesbild seiner Zeit auseinander gesetzt, dies einerseits vor dem Hintergrund seiner natur-wissenschaftlichen Entdeckungen, die viele bisher üblichen Glaubens- und Weltvorstellungen nicht mehr oder nur noch als einge-schränkt haltbar erscheinen lassen mussten, dies andererseits vor dem Hintergrund tiefer eigener lutherischer Gläubigkeit und als Bürgermeister einer Stadt, die als "Unseres Herrgotts Kanzlei" zum Symbol für die Rechtsgläubigkeit und mit ihrer Zerstörung 1631 zum Symbol der Zerstörung aller Ordnung im Zuge der konfessionellen Auseinandersetzungen wurde. Otto von Guerickes bislang noch nicht wissenschaftlich untersuchte Reflexionen zu Religion, Kirche, Konfession, zum Gottesbild und Universum berühren zentrale Fragen des Wandels von Weltsichten im Zuge der Entstehung der neuzeitlichen Naturwissenschaften und in der Folge des Reformationszeitalters; seine schriftlich geäußerten neuen Erkenntnisse in diesem Zusammenhang stehen in einer Reihe mit jenen revolutionären Gedankengängen eines Giordano Bruno oder Galileo Galilei, Zeitgenossen allerdings, die wenige Jahre vor der Abfassung und Veröf-fentlichung der Schriften Guerickes für ihre Äußerungen noch hingerichtet bzw. verbannt worden waren. Daher reiht sich das Forschungsprojekt ein in die wichtige Untersuchung der Wechselwirkungen zwischen Reforma-tions- und Konfessionalisierungsgeschehen und naturwissenschaftlicher Erkenntnis sowie den daraus resul-tierenden Folgen, untersucht nicht nur an einem der wichtigsten Brennpunkte der Reformation und ihren Auswirkungen im Dreißigjährigen Krieg, sondern auch anhand der bisher unbekannten Schriften eines Magdeburgers, den man als einen der wichtigsten Grenzgänger zwischen konfessionell-religiöser Einge-bundenheit und wissenschaftlichem Erkenntnisdrang betrachten darf.

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    Katharina von Bora. Die adlige und gelehrte Frau an Luthers Seite
    Laufzeit: 01.10.2012 bis 01.11.2016

    Das Projekt setzt sich - im Zusammenhang mit den Jubiläen zum Lutherjahrzehnt und den Feierlichkeiten bis zur Jährung des Thesenanschlags 2017 - mit der Frau an der Seite Martin Luthers auseinander, über die in der historischgen Wissenschaft bisher ausgesprochen wenig geforscht wurde. Neben der Persönlichkeit und dem Engagemet Katharinas wird auch die Frage nach der Etablierung der Pfarrfrau und die Frage nach ihrer Rolle und ihren Aufgaben über diejenigen der Haus-, Ehefrau und Mutter hinaus angegangen werden.

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    Marienborn - Wallfahrtsort, Frauenkloster und adeliges Damenstift. Eine geistige Kommunität im Spiegel ihrer Chronik (1191-1910)
    Laufzeit: 01.01.2016 bis 31.07.2016

    Die neun Jahrhunderte umspannende, in Marienborn selbst handshriftlich überlieferte Chronik des Wallfahrtsortes, Klosters, Stifts und Gutes Marienborn im heutigen Sachsen-Anhalt stellt einen Informationspool vergangener Lebenswelten, Kulturen und Ereignisse um eine geistliche Frauengemeinschaft vom Mittelalter bis zur Neuzeit dar. Das Forschungsprojekt wertet die Chronik aus und geht zudem der Frage nach, ob eine Klosterchronk als Selbstzeugnis ihrer SchreiberInnen und als Geschichtswerk begriffen werden kann

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    Forschungs-, Ausstellungs- und Buchprojekt: Im Schatten. Frauenleben zwischen Altmark und Unstruttal
    Laufzeit: 01.01.2012 bis 31.12.2015

    • Wanderausstellung "SchattenRisse. Frauenleben zwischen Altmark und Unstruttal" mit Begleitmaterial (Faltblatt und Plakate); Eröffnung am 14.12.2005 im Landtag des Landes Sachsen-Anhalt durch den Landtagspräsidenten
    • Buchveröffentlichung: Elke Stolze, Parlamentarierinnen im Landtag der preußischen Provinz Sachsen im 19. und 20. Jahrhundert, Halle 2007 (Mitteldeutscher Verlag)
    • Weiterführung des Projektes "FrauenOrte" mit der Erstellung von 9 Tafeln
    • Betreuung und Begleitung der Wandersausstellung 2005-2013

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    Kleine Kulturgeschichte der Geburt
    Laufzeit: 01.01.2012 bis 31.12.2015

    Das Projekt behandelt die Geschichte der Geburt und der Geburtshilfe für den europäischen Raum. Es geht dabei sowohl auf die Geburt als sinnstiftendes Ereignis und Erfahrungsraum von und unter Frauen (Geburt im Kreis von Frauen, als Initiations- und Übergangsritual. Risiken und Rituale) als auch auf die weibliche Geburtshilfe (Hebemütter, Hebammenwesen) und ihre Professionalisierung (approbierte Hebammen, Bezirks-, Kreis- und Amtshebammen, Hebammenkurse, -schulen und Entbindungsanstalten), die Medikalisierung der Geburt und die Entstehung der männlichen Geburtshilfe (Accoucheure) und Gynäkologie ein. Das Projekt erschließt Entwicklungen und Veränderungen vom 15./16. Jahrhundert bis in die Gegenwart und setzt sich auch mit der neuen Technisierung der Geburt im Kliniksystem auseinander.

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    Bedeutende Frauen aus Sachsen-Anhalt vom Mittelalter bis zum 19. Jahrhundert, Tagung und Buchprojekt
    Laufzeit: 01.10.2013 bis 31.12.2014

    Das Lexikon untersucht bedeutende Frauen aus dem Raum Sachsen-Anhalt, d.h. Frauen, die auf sehr unterschiedlichen Ebenen Besonderes geleistet haben, sich in hervorragender Weise als Künstlerinnen, Politikerinnen, Schriftstellerinnen, Unternehmerinnen, als Trägerinnen von Ideen, Schöpferinnen neuer Denk- und Handlungsweisen oder als Amtsinhaberinnen in ihrer Zeit ausgezeichnet und für ihre Zeit und die Menschen engagiert haben. Diese Frauen haben Besonderes geleistet, doch war es, auch wenn der Blick in viele historische und regionale Bücher das nahelegt, weil man kaum Näheres zu den Frauen findet, keine Besonderheit, dass Frauen früherer Jahrhunderte wie Frauen heute, Besonderes leisteten. Einerseits leistet das Lexikon damit eine Art Wiederbelebung , also ein Zurückholen aus der Vergessenheit zum Zwecke der adäquaten Berücksichtigung und Anerkennung im regionalen und überregionalen historischen Gedächtnis, zum anderen geht es insbesondere darum, den vielen bisher namenlosen, aber bedeutsamen Frauen, einen Platz in der Geschichte zu geben. Inhaltlich beziehen sich die Einträge auf Frauen der sogenannten Vormoderne des 16. bis 19. Jahrhunderts, und auf Frauen des Mittelalters.

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    Magdeburger Biographisches Lexikon des 16. und 17. Jahrhunderts
    Laufzeit: 01.06.2010 bis 31.12.2014

    Das Lexikon erfasst die für die Stadt Magdeburg bedeutsamen Persönlichkeiten des 16. und 17. Jahrhunderts, die hier wirksam waren, in Magdeburg geboren wurden oder verstorben sind. Dabei werden sämtliche Berufsgruppen, Ämter, Formen der Tätigkeit und des Wirkens im Interesse und zum Wohle der Stadt berücksichtigt. Die bisher erstellte Lemmaliste enthält ca. 600 Personen.

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    Konfessionelle Konversionen von Frauen im deutschen Adel (16.-18. Jahrhundert)
    Laufzeit: 01.08.2010 bis 31.07.2014

    Das Forschungsvorhaben beschäftigt sich mit den ? zumeist anlässlich der Eheschließung ? erfolgten Konversionen adliger Frauen im deutschen Reich ab der Zeit der Reformation und behandelt sowohl Konversionen vom Katholizismus zum Protestantismus als auch solche vom Protestantismus zum Katholizismus. Dabei sollen vor allem die Motive der Frauen selbst als auch die Überzeugungsstrategien und die Reaktionen von Familie und Verwandtschaft bei Konversionen im Mittelpunkt stehen. Ebenso wird nach dem konkreten Verlauf einer Konversion und ihren Folgen für die weiteren Lebenswege der Frauen, nach Unterschieden zwischen den Konfessionen, zwischen Konversionen von Männern und Frauen und zwischen äußerer Konfessionszugehörigkeit und innerer Glaubensüberzeugung gefragt.

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    Maria Theresia von Österreich. Eine Biographie
    Laufzeit: 01.11.2010 bis 31.12.2013

    Das Forschungsprojekt versucht eine kulturhistorische Aufarbeitung der Persönlichkeit und der Leistungen Maria Theresias und beleuchtet die vielseitigen Facetten dieser Frau unter Bezug auf die Theorie und Methoden der Genderforschung sowie der historischen Kulturforschung.

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    Forschungs-, Ausstellungs- und Buchprojekt: Im Schatte. Frauenleben zwischen Altmark und Unstruttal
    Laufzeit: 31.12.2011 bis 01.04.2012

    • Wanderausstellung "SchattenRisse. Frauenleben zwischen Altmark und Unstruttal" mit Begleitmaterial (Faltblatt und Plakate); Eröffnung am 14.12.2005 im Landtag des Landes Sachsen-Anhalt durch den Landtagspräsidenten
    • Buchveröffentlichung: Elke Stolze, Parlamentarierinnen im Landtag der preußischen Provinz Sachsen im 19. und 20. Jahrhundert, Halle 2007 (Mitteldeutscher Verlag)
    • Weiterführung des Projektes "FrauenOrte" mit der Erstellung von 9 Tafeln
    • Betreuung und Begleitung der Wandersausstellung 2005-2013

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    Beziehungs- und Kommunikationskulturen von Frauen im 18. Jahrhundert unter besonderer Berücksichtigung des Raumes Sachsen-Anhalt
    Laufzeit: 01.11.2007 bis 31.12.2010

    Das Forschungsprojekt nimmt Bezug zum Themenjahr 2008 der Initiative Sachsen-Anhalt und das 18. Jahrhundert , das unter dem Motto Frauen im 18. Jahrhundert stehen wird. Es untersucht die Beziehungs- und Kommunikationskulturen verwandter und freundschaftlich verbundener Frauen, insbesondere von Schwestern und Freundinnen unter geschlechtergeschichtlichen Fragestellungen und unter Anwendung neuer Forschungsmethoden. Dabei wird die anvisierte Thematik auf einer interdisziplinären und internationalen Ebene im europäischen Kontext angegangen und die Beziehungs- und Kommunikationskulturen von Frauen unterschiedlicher sozialer Milieus, aber auch grundlegende Fragen zu Freundschaft und Geschlechtszugehörigkeit, zur Beziehung von Schwestern und verwandten Frauen, zu weiblichen Schreib- und Briefkulturen und der (sozialen, politischen, mentalen, kulturellen, emotionalen usw.) Bedeutung weiblicher Netzwerke analysiert. In Planung ist eine zweitägige Konferenz zum Thema: Schwestern und Freundinnen. Zur Kommunikations- und Beziehungskultur zwischen Frauen in der Vormoderne .

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    Getrennt und doch verbunden. Zur Kommunikations- und Beziehungskultur adliger Frauen im Raum Sachsen-Anhalt auf der Basis ihrer Korrespondenzen
    Laufzeit: 01.11.2007 bis 31.12.2010

    Das Forschungsprojekt wendet sich einem von der geistes-, kultur- und sozialwissenschaftlichen Forschung stiefmütterlich behandelten Themenkomplex, der Beziehungs-, Kommunikations- und insbesondere auch der Briefkultur von und unter Frauen im regionalen Kontext zu. Von der Geschichtswissenschaft wurde die Analyse von Frauennetzwerken bisher sowohl auf regionaler wie europäischer Ebene ausgeblendet, selbst die Geschlechterforschung hat sich mit dieser Thematik erst vereinzelt auseinander gesetzt. Weibliche Beziehungsmuster und -medien sowie ihre Ausgestaltung können aber nicht nur bislang unbekannte Einblicke in den Alltag und das Selbstverständnis von Frauen, sondern zugleich neue Erkenntnisse über inner- und außerfamiliäre sowie geschlechtsspezifische Beziehungsstrukturen geben, in denen sich die jeweiligen Korrespondenzpartnerinnen befanden. Insbesondere für adlige Frauen stellt sich die Frage, welche Bedeutung der schriftlichen Mitteilung zukam, zumal gerade für die weiblichen Angehörigen aus Adelsfamilien eine ausgesprochen umfangreiche Korrespondenztätigkeit nachgewiesen werden kann. Sich über Jahre oder sogar Jahrzehnte erstreckende Briefwechsel unterhielten Frauen der Adelsschicht aber nicht nur mit zahlreichen verwandten oder befreundeten Frauen aus den eigenen Adelskreisen, sondern auch mit Frauen aus dem bürgerlichen Stand. Besonders Briefe waren als Medien der Informationsvermittlung, zur Überbrückung von Distanzen und zum Austausch von Neuigkeiten unerlässlich und erlangten mit der Entstehung breiter Informations- und Kommunikationstechniken und ihrer Optimierung im 18. Jahrhundert eine unvergleichliche Bedeutung. Sie ermöglichten die Ausbildung und Verstetigung von Vernetzungen, den Austausch ständiger und damit aktueller Informationen, die Schaffung und dauerhafte Aufrechterhaltung von Beziehungen. Da adlige Frauen anders als Frauen anderer sozialer Stände und auch im Gegensatz zu ihren vor Ort verbleibenden männlichen Verwandten durch Verheiratung in eine zumeist große räumliche Distanz zu ihrer Herkunftsfamilie gerieten, dürfte ihren Aktivitäten im Briefeschreiben und Korrespondieren gerade im Kontext der Beziehungspflege und -stiftung eine spezifische Bedeutung zukommen.

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    Alkoholgegnerische Frauen im Deutschen Kaiserreich und der Weimarer Republik: Weibliches Selbstverständnis und Engagement innerhalb einer sozialen Reformbewegung
    Laufzeit: 01.01.2005 bis 24.02.2009

    Das Forschungsprojekt möchte aufgrund einer besonderen Quellenbasis den Fokus über die Vereinsaktivitäten der Alkoholgegnerischen Bewegung in Deutschland weit hinaus bis in die Familien von Alkoholabhängigen und deren zerrütteten Alltag legen und arbeitet daher zum einen zum Thema ?Alkoholgegnerische Frauen im Deutschen Kaiserreich und der Weimarer Republik. Hierzu werden, ausgehend von allgemeinen Überlegungen zur Rolle und Funktion der alkoholischen Trinkkultur und zur Entstehung eines Problembewusstseins für Alkoholkonsum, zunächst die äußeren Rahmenbedingungen der Entstehung einer weiblichen bzw. gemischten nationalen und international vernetzten Vereins- und Reformbewegungskultur betrachtet, um schließlich zu den Menschen, den weiblichen Mitgliedern und Aktivistinnen in den Vereinen und ihren konkreten Aktivitäten, aber auch den Betroffenen und Opfern der Alkoholsucht, den Trunksüchtigen beiderlei Geschlechts und ihren Familienangehörigen, vorzudringen. Das Forschungsprojekt versteht sich als Beitrag zur Frauen- und Geschlechtergeschichte, zugleich aber auch zur Geschichte, zum Wandel der Einstellungen und des Konsumverhaltens gegenüber alkoholischen Getränken. Zwar liegen bereits vereinzelte Untersuchun-gen zur Bewegungs- und Vereinsgeschichte der Mäßigkeits- und Abstinenzbewegung, konzentriert auf die zweite Phase der Bewegung zwischen 1883 und 1933, vor. Diesen geht es jedoch vor allem um Organisationsstrukturen und geographische Verteilungen sowie um vereinsbasierte Aktivitäten. Entgegen dieser bisherigen Konzentration auf Strukturen und die Vereinsgeschichte möchte das Projekt die alkoholgegnerische Bewegung zum einen aus einer frauen- und geschlechterbezogenen Perspektive analysieren, zum anderen als eine soziale Reformbewegung, deren erste Anfänge um 1800 zu verorten sind. Bisher sah die Forschung in der deutschen alkoholgegnerischen Bewegung eine vordergründig von Männern für Männer geschaffene Organisation und übersah den auch in Deutschland enormen und sogar in vielen Vereinen führenden Anteil von Frauen und ihr Engagement nicht nur gegen die Trunksucht von Männern, sondern ebenso gegen den nicht geringen Alkoholismus unter Frauen, ein bisher nicht thematisiertes Forschungsfeld.

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    Forschungs-, Ausstellungs- und Buchprojekt: Im Schatten. Frauenleben zwischen Altmark und Unstruttal
    Laufzeit: 15.10.2004 bis 31.12.2008

    • Wanderausstellung "SchattenRisse. Frauenleben zwischen Altmark und Unstruttal" mit Begleitmaterial (Faltblatt und Plakate); Eröffnung am 14.12.2005 im Landtag des Landes Sachsen-Anhalt durch den Landtagspräsidenten
    • Buchveröffentlichung: Elke Stolze, Parlamentarierinnen im Landtag der preußischen Provinz Sachsen im 19. und 20. Jahrhundert, Halle 2007 (Mitteldeutscher Verlag)
    • Weiterführung des Projektes "FrauenOrte" mit der Erstellung von 9 Tafeln
    • Betreuung und Begleitung der Wandersausstellung 2005-2011

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    Familienbande - Familienschande. Geschlechterverhältnisse in Familie und Verwandtschaft
    Laufzeit: 01.03.2006 bis 31.12.2007

    Familie und Verwandtschaft stellen Ordnungsgefüge dar, die gesellschaftliche, soziale und kulturelle, aber auch die Geschlechterordnung einer jeweiligen Kultur und Zeit spiegeln. In besonderer Weise erlaubt es gerade der Mikrokosmos von Familie und Verwandtschaft, ge-schlechtsspezifische Rollen und Vorstellungen, Aufgaben und Umgangsweisen, das Zusam-menleben der Geschlechter auf engem Raum und die Geschlechterbeziehungen zwischen Fa-milienangehörigen gleichen und unterschiedlichen Geschlechts in den Blick zu nehmen. Zu einer solchen, hier angestrebten interdisziplinären wissenschaftlichen Diskussion können un-terschiedliche fachspezifische und fachübergreifende Sichtweisen beitragen. Vor dem Hintergrund der erheblichen Defizite aller Fachdisziplinen im Hinblick auf eine me-thodisch-theoretische und inhaltliche Verbindung von Familien- und Genderforschung möchte das Forschungsprojekt den vielfältigen Aspekten einer solchen Zusammenschau unter den folgen-den Hauptaspekten nachgehen: I. Familienbande 1. Familie und Verwandtschaft als Lebenszusammenhang 2. Familie als Arbeitszusammenhang 3. Geschlechterbeziehungen zwischen Familien- und Verwandtschaftsangehörigen 4. Symbolische Formen der Verwandtschaft II. Familienschande 1. Familienehre und verwandtschaftlicher Ehrenkodex 2. Familie und Verwandtschaft als Orte von Krisen und Krisenherden 3. Geschlechtsspezifische Gewalt in der Familie

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    Parlamentarierinnen in Sachsen-Anhalt 1918 bis 1945
    Laufzeit: 01.03.2007 bis 31.12.2007

    Das Projekt untersucht die parlamentarische Tätigkeit von Frauen seit der Ausübung des aktiven und passiven Wahlrechts im Raum Sachsen-Anhalt. Dabei bezieht es Parlamentarierinnen sowohl in der Nationalversammlung, im Landtag von Anhalt und im Landtag der Preußischen Provinz Sachsen (Privinziallandtag) mit ein. Über eine biographischeAnnäherung versucht das Projekt eine Annäherung an das Engagement dieser ersten Politikerinnen, die zumeist entweder aus der Arbeiterinnenbewegung oder der ersten Frauenbewegung langjährige Erfahrungen mit in die Parlemente brachten.

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    Ringvorlesung: Kultur und Geschlecht in Europa
    Laufzeit: 01.04.2007 bis 30.09.2007

    Es handelt sich um eine interdisziplinäre Ringvorlesung an der Otto-von-Guericke-Universität im Sommersemester 2007

    Themen:

    16.4.2007: Prof. Dr. Eva Labouvie, Adam, die Rippe und der Apfel: Eine Einführung

    Prof. Dr. Lyndal Roper, Univ. Oxford: Luthers Körper, der Teufel und der Haushalt

    23.4.2007: Prof. Dr. Claudia Opitz, Univ. Basel: Staatsräson hat kein Geschlecht. Über weibli-che Herrschaft in der Frühen Neuzeit

    30.4.2007: Prof. Dr. Georg Lohmann, Univ. Magdeburg: Weibliche Kultur bei Georg Simmel

    7.5.2007: Prof. Dr. Peter Fritzsche, Univ. Magdeburg: Muslime in Europa. Frauenrechte - Män-nerrechte - Menschenrechte

    21.5.2007: PD Dr. Bernhard Jahn, Univ. Magdeburg: Schwache Männer um 1900

    4.6.2007: Prof. Dr. Gudrun Goes, Univ. Magdeburg: Der geflügelte Eros. Frauen für und unter Stalin

    11.6.2007: PD Dr. Haci-Halil Uslucan, HU Berlin: Gegenwelten von MigrantInnen

    18.6.2007: Prof.Dr. W. Marotzki/Benjamin Joerissen, Univ. Magdeburg: Die unendliche Bürde mit den Optionen. zu Männer- und Frauenfiguren in Wong Kar-Wais Film 2046

    25.6.2007: PD Dr. Eva brinkschulte, Univ. Magdeburg: Anatomie der Geschlechterdifferenz

    2.7.2007: Dr. Michael Thomas, Univ. Magdeburg: Die Gymnastik Adolf Werners (1794-1866)

    9.7.2007: PD Dr. Holger Dainat, Univ. Magdeburg: "Std. chem. Helene Willfüer" & "Menschen im Hof". Vicki Baum oder die 'Neue Frau' in der Weimarer Republik

    14.5.2007: Prof. Dr. Martin Dreher, Univ. Magdeburg: Kultur und Geschlecht in der griechischen Polis

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    Adlige Gesellschaft und höfische Kultur im Raum Sachsen-Anhalt.
    Laufzeit: 01.04.2005 bis 31.03.2007

    Das Forschungsprojekt ging hervor aus einem Hauptseminar im WS 2004/05. Es wird getragen von Studierendes des Instituts für Geschichte der FGSE der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg und ergänzt durch Untersuchungen von FachwissenschaftlerInnen. Ziel ist die Bearbeitung kultur- und geschlechtergeschichtlicher Aspekte, die bislang in der stark territorial- und herrschaftsgeschichtlich geprägten Adelsforschung für Sachsen-Anhalt keine Beachtung fanden. Beachtung finden u.a. Themen wie adlige Frauen- und Männerkulturen, männliche Bildung, Jagd und Militär als Männerdomänen, Eheschließungen, Ehen zur linken Hand, Witwen und Regentinnen, Feste und Feiern bei Hof, adlige Frauen und Männer als UnternehmerInnen, adlige Repräsentation (geschlechtsspezifisch), adlige Erinnerungskulturen.

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    Parlamentarierinnen in Sachsen-Anhalt 1918 bis 1945
    Laufzeit: 01.01.2006 bis 28.02.2007

    Das Projekt untersucht die parlamentarische Tätigkeit von Frauen seit der Ausübung des aktiven und passiven Wahlrechts im Raum Sachsen-Anhalt. Dabei bezieht es Parlamentarierinnen sowohl in der Nationalversammlung, im Landtag von Anhalt und im Landtag der Preußischen Provinz Sachsen (Privinziallandtag) mit ein. Über eine biographischeAnnäherung versucht das Projekt eine Annäherung an das Engagement dieser ersten Politikerinnen, die zumeist entweder aus der Arbeiterinnenbewegung oder der ersten Frauenbewegung langjährige Erfahrungen mit in die Parlemente brachten.

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    Leben in der Stadt. Eine Kultur- und Geschlechtergeschichte Magdeburgs
    Laufzeit: 01.04.2002 bis 30.06.2005

    Das Forschungsprojekt untersucht das facettenreiche Stadtleben Magdeburgs vom frühen Mittelalter bis in die heutige Zeit. Dabei werden politische, rechtliche, wirtschaftliche und soziale Aspekte beleuchtet. Das Hauptaugenmerk liegt auf neuartigen kulturgeschichtlichen Fragestellungen sowie auf dem Einbezug von Theorien und Methoden der Historischen Anthropologie, der Mentalitäts- und Alltagsgeschichte, der Mikrohistoire und der Geschlechterforschung. In den Blick kommen sowohl das Zusammenleben der Geschlechter, der Einheimischen mit den Fremden als auch die Beziehungen zwischen den verschiedenen sozialen und religiösen Gruppierungen in der Stadt (Bürger, Soldaten, Fremde, Sinti und Roma, Häftlinde des KZ Rothensee, Prostituierte, KünsterInnen, Magistrat usw.). Das interdiszipliäre Projekt arbeitet in engem Austausch von GeisteswissenschaftlerInnen unterschiedlichster Disziplinen. Ziel ist die Erschließung neuer methodischer Zugänge und neuer thematischer Felder für die Stadtgeschichts- und Stadtraumforschung. Ein Buch zum Forschungsprojekt und zum 1200jährigen Stadtjubiläum Magdeburgs 2005 (ca. 400 S., 45 Abb., auch bunt) erscheint im November 2004 im Böhlau-Verlag.

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    Geschlecht und Gesundheit
    Laufzeit: 01.10.2004 bis 31.12.2004

    Das Projet widet sich den Themen:1. State of Well-Being/Wohlbefinden2. Schutz der Gesundheit3. Gesundheitsförderung.Es handelt sich um ein interdiszilinäres Projekt mit Beteidigung von WissenschaftlerInnen aus der Geschichtswissenschaft, Politologie, Medizin, Volkskunde, Sportwissenschaft, Verwaltungswissenschaft, Psychologie und Geschichte der Medizin

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    Ökonomien des Lebens. Zum Wirtschaften der Geschlechter in Geschichte und Gegenwart
    Laufzeit: 01.11.2003 bis 31.12.2004

    Das Projekt beschäftigt sich mit der Vielschichtigkeit ökonomischen Gestaltens in unterschiedlichen historischen Zeiten und Bereichen (16. Jh. bis heute) unter geschlechtsspezifischen Fragestellungen. Im Mittelpunkt stehen dabei Kulturen des Ökonomischen als auch die Möglichkeiten von Männern und Frauen, mit ihrem Leben und ihren Lebenschancen zu wirtschaften, häusliches gemeinsames Wirtschaften ebenso wie die Erwirtschaftung der existenzgrundlagen, das Wirtschaften mit der Geschlechterordnung (Arbeitsmarkt, Gesundheitswesen) ebenso wie Ökonomien des Begehrens, der Emotionen oder des männlichen Blicks.

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    Pionierinnen, Wissenschaftlerinnen, Kämpferinnen: Dorothea Christiana Erxleben und die weibliche Seite der (Natur-) Wissenschaften"
    Laufzeit: 01.06.2003 bis 31.07.2004

    Tagung: "Dorothea Christiana Erxleben und die weibliche Seite der (Natur-) Wissenschaften", 19.04. 2004, Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg Referentinnen: PD Dr. Eva Brinkschulte, OvGU Magdeburg; PD Dr. Katharina Fietze, Univ. Hamburg; Prof. Dr. Elke Kleinaus, Univ. Köln; Prof. Dr. Eva Labouvie, OvGU Magdeburg; Prof. Dr. Anne Lützenkirchen, Univ. Köln; Prof. Dr. Ortrun Riha, Univ. Leipzig; Ursula Schmiedgen, Neinstedt Podiumsdiskussion: "Frauenforschung - Frauenförderung: Wie männlich ist die Wissenschaft?", Schirmherrschaft: Prof. Dr. E. K. Pollmann, Rektor der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg und Dr. Bärbel Freudenberg-Pilster, Staatssekretärin des Ministeriums f. Gesundheit und Soziales, 8.6.2004, Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg Referentinnen: bisherige Inhaberinnen der Dorothea-Erxleben-Gastprofessur an der OvGU Magdeburg; Bärbel Freudenberg-Pilster, Staatssekretäron, Ministerium f. Gesundheit und Soziales LSA; Dr. Astrid Bühren, Präsidentin Dt. Ärztinnenbund; Dr. Gerlinde Weise, Ärztekammer LSA; Prof. Dr. Gabriele Kaczmarczyk, Charité Berlin; Dr. Irmgard Adam, Gleichstellungsbeauftragte, OvGU Magdeburg; Silke Janko, Redakteurin der Volksstimme Magdeburg; Elke Kuerschner, Journalistin MDR Wanderausstellung: "Weibliche Ärzte" (zus. mit PD Dr. Eva Brinkschulte, Med. Fakultät), Eröffnung: 8.6.2004 im Foyer der Universitätsbibliothek Magdeburg Buchveröffentlichung: Eva Brinkschulte/Eva Labouvie (Hg.), Dorothea Christiana Erxleben - Weibliche Gelehrsamkeit und medizinische Profession seit dem 18. Jahrhundert, Halle 2006 (Mitteldeutscher Verlag) Autorinnen: PD Dr. Eva Brinkschulte, FMED, OvGU Magdeburg: Annette Fulda, Dipl.-Bibliothekarin, Verbundsstelle GBV, Göttingen; Prof. Dr. Elke Kleinau, Univ. Köln; Prof. Dr. Eva Labouvie, OvGU Magdeburg; Prof. Dr. Anne Lützenkirchen, Univ. Köln; Prof. Dr. Ortrun Riha, Univ. Leipzig; Ursula Schmiedgen, Historikerin, Neinstedt Abendvortrag: Prof. Dr. Karin Stukenbrock, Dorothea-Erxleben-Gastprofessur, Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg

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    Aufbau und Entwicklung von politischer Bildung in Transformationsgesellschaften seit 1990
    Laufzeit: 01.01.2015 bis 31.12.2022

    Politische Bildung kann ein zentrales Element und Instrument der Demokratisierung von Gesellschaften sein. Gerade in Transformationsgesellschaften nach dem Ende des Ost-West-Konflikts 1990 stellt sich die Frage, wie das Konzept Demokratie im Bildungssystem implementiert wurde und wird, sowie welche staatlichen und zivilgesellschaftlichen, internen und externen Akteure auf diesem Feld handeln.
    Es wird untersucht, ob und wie politische Bildung auf das politische Bewusstsein der Bevölkerungen in diesen Transformationsländern Einfluss nimmt und welche Auswirkungen sich auf das Gesellschaftssystem und den jeweiligen Staat ergeben. Wie wird also die Stabilisierung eines demokratischen Herrschaftssystems mit Hilfe von politischer Bildung an die Bevölkerungen verschiedener Staaten vermittelt? Es soll zunächst eine internationale Bestandsaufnahme der aktiven Maßnahmen zur Demokratisierung durch Bildung vorgenommen werden, um die Entwicklungen der bisher ausgewählten Staaten (Polen, Rumänien, Ungarn, Mosambik, Namibia, Republik Südafrika), auch in Hinblick auf Kriterien der good governance, zu beleuchten; auch die Möglichkeit des Scheiterns von Demokratie wird hierbei berücksichtigt.
    Projektziel soll es sein, best-practice-Modelle und zukünftige Handlungsfelder und -optionen zu erarbeiten, die die politische Bildung in Transformationsgesellschaften im Sinne einer stabilen und umfassenden Demokratisierung voran bringen.

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    Localising Humanitarian Action
    Laufzeit: 01.10.2016 bis 30.04.2020

    Calls for a greater inclusion of local actors, local communities and local organisations as well as a better sensitivity toward the local context in which humanitarian action takes place have featured for some time in debates on how to improve the humanitarian system and its effectiveness on the ground. In what can be labelled a `local turn in international humanitarian action, localised humanitarian action is increasingly seen as panacea to ill-fitted and inefficient humanitarian. Localising humanitarian action has also been propagated for addressing structural shortcomings of the humanitarian system that has been criticised for reproducing power imbalances between countries (and people) from the Global North and the Global South. Despite the general acknowledgement of the importance of localising humanitarian action, research and evaluations of humanitarian activities reveal that the localisation of humanitarian action has been implemented in practice only to a limited extend. Within a qualitative research design and in reference to specific cases, this projects seeks to close an existing research gap on the potential and challenges of localising humanitarian action. Particular attention will be given to the way the local is construed, negotiated and represented in humanitarian action.

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    Religiöse Vergehen und das römische Recht
    Laufzeit: 01.01.2018 bis 31.12.2020

    Für den Zeitraum der späten römischen Republik wird untersucht, was in Recht und Gesellschaft als religiöses Vergehen galt. Dabei ist davon auszugehen, dass kein gesetzlich fixiertes Sakralrecht bestand, so dass Senat und Priesterschaften solche Vergehen gegebenenfalls durch Sühnemaßnahmen wiedergutzumachen suchten.

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    Magische Verfluchungen als Durchsetzung von Recht.
    Laufzeit: 01.09.2017 bis 31.03.2018

    Verlängerung des Projekts, das von 01.01.2015 bis 31.08.2017 lief.
    Das Projekt untersucht auf der Basis sämtlicher antiker Fluchtafeln das übergreifende Motiv der Autoren und Autorinnen, ihr subjektiv empfundenes Recht mit Hilfe von übernatürlichen Kräften durchzusetzen.

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    Magische Verfluchungen als Durchsetzung von Recht. Transkulturelle Entwicklung und individuelle Prägung der antiken Fluchtafeln
    Laufzeit: 01.01.2015 bis 31.08.2017

    Die Fluchtafeln (defixiones) werden aufgefasst als Mittel der Autorinnen und Autoren, ihr subjektiv empfundenes Recht durchzusetzen. Anhand der in den Texten enthaltenen Formeln will das Projekt die Entwicklung dieser Textgattung durch die ganze Antike nachzeichnen und die geographischen und chronologischen Zusammenhänge aufzeigen.
    Als Materialbasis wird die bereits bestehende Datenbank TheDeMa (Thesaurus Defixionum Magdeburgensis) durch die Eingabe von weiteren ca. 800 Täfelchen vervollständigt.

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    Die Romanisierung der Provinz Britannia im Bereich der Kulte
    Laufzeit: 01.10.2014 bis 30.09.2016

    Untersucht wird, inwiefern bei der Gründung der Provinz Britannia einheimische Kulte weiterbestanden oder an die römischen Traditionen angepasst wurden, und welche Kulte durch die Römer neu in die Region gebracht wurden. Die Untersuchung geht für den kultischen Bereich dem Grad und di rEntwicklung der Romanisierung Britanniens nach.

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    Polis und Zentralgewalt in den griechischen Bundesstaaten
    Laufzeit: 01.04.2009 bis 30.06.2012

    In der 2012 eingereichten und verteidigten Dissertation wird das Spannungsverhältnis zwischen den Zentralgewalten und den Mitgliedspoleis in den griechischen Bundesstaaten untersucht. Durch die Berücksichtigung der regionalen Besonderheiten ergibt sich ein sehr differenziertes Bild solcher Machtverhältnisse.

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    Die griechischen Amnestien
    Laufzeit: 01.03.2008 bis 30.10.2010

    Die Einrichtung der Amnestie von Seiten des Staates ist eine Erfindung der alten Griechen. In einem internationalen und interdisziplinären Projekt der Universität Wien soll die Amnestie in verschiedenen Epochen des Altertums untersucht werden, um Gemeinsamkeiten und Unterschiede herauszuarbeiten. In Magdeburg werden die Amnestien der archaischen und klassischen Zeit Griechenlands bearbeitet.

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    Die antiken Fluchtafeln
    Laufzeit: 01.10.2009 bis 30.09.2010

    Ziel des (vorläufigen) Projekts ist die Einreichung eines DFG-Antrags, der folgende Zielsetzung hat:
    Erstens Erstellung einer relationalen Datenbank sämtlicher griechischer und lateinischer Fluchtafeln. Zweitens die Auswertung der gesammelten Daten unter der Fragestellung, wie sich die Formeln in den Fluchtafeln zeitlich und regional entwickelt haben, um die Entwicklung dieser magischen Praxis in der gesamten Antike zu dokumentieren.

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    Die Institutionen der Strafgerichtsbarkeit in der römischen Republik
    Laufzeit: 01.07.2004 bis 30.06.2009

    Untersucht wird, inwieweit sich das Strafrecht der römischen Republik bis zum Beginn des Prinzipats entwickelt und ausdifferenziert hat. Das starre institutionelle Schema, das in der bisherigen Forschung angenommen wurde, wird grundsätzlich in Frage gestellt.

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    Die Stabilität des spartanischen Kosmos
    Laufzeit: 01.05.2008 bis 31.03.2009

    Das Projekt ist Teil des internationalen und interdisziplären Projekts "Ordine e sovversione nel mondo greco e romano" (Ordnung und Subversion in der griechisch-römischen Welt), das von der Fondazione Niccolò Canussio, Cividale del Friuli, gefördert wird. In Magdeburg wird der spartanische Kosmos der archaischen und klassischen Zeit daraufhin untersucht, ob er durch die Unterdrückung der Heloten oder andere spezifische Gegebenheiten gefährdet war.

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    Das antike Asyl
    Laufzeit: 01.01.2005 bis 31.12.2008

    Erarbeitet wird eine Sammlung von repräsentativen Quellen zu den verschiedenen Typen des antiken Asyls von der griechischen Frühzeit bis in die christliche Spätantike. Die Texte sollen zweisprachig publiziert werden.

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    Das antike Sizilien
    Laufzeit: 01.01.2007 bis 28.02.2008

    In einem Buchprojekt wird die Geschichte Siziliens im Altertum von der griechischen Kolonisation (8. Jahrhundert v. Chr.) bis zur arabischen Eroberung (8. Jh. n. Chr.) behandelt. Unterkapitel sind den einzelnen Phasen gewidmet, die innerhalb der griechischen, römischen, hellenistischen und spätantiken Epoche angesiedelt sind.
    In Vorträgen und Aufsätzen geht es um spezifischere Fragen wie Bürgerrecht, Asyl, Tyrannis, Frauen in den sizilischen Poleis sowie um die Beziehungen dieser Städte ins griechische Mutterland.

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    Geschichtsnetzwerk Sachsen-Anhalt
    Laufzeit: 01.06.2006 bis 31.03.2007

    Aufgabe des Projekts ist die Zusammenarbeit zwischen Schülern, Lehrern und Wissenschaftlern im Fach Geschichte. Einbezogen werden auch Museen und weitere wissenschaftliche Einrichtungen. Im Zentrum steht ein Schülerkongreß im Frühjahr 2007 und die Langobardenwerkstatt, d.h. experimentelle Archäologie bei den Ausgrabungen in Zethlingen (Sachsen-Anhalt).

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    Landesgeschichte Sachsen-Anhalt 19./20. Jahrhundert
    Laufzeit: 01.01.2004 bis 31.12.2006

    Politische Parteien und Landtagsgeschichte in der preußischen Provinz Sachsen und in Anhalt:

    • Entstehung, Wirkung und Besonderheiten
    • Sozial- und wirtschaftsgeschichtliche Ausprägungen

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    Geschichte Politische Parteien in Sachsen-Anhalt
    Laufzeit: 01.02.2005 bis 01.06.2006

    Entstehung und Entwicklung politischer Parteien im Bereich des aktuellen Landes Sachsen-Anhalt von den Anfängen bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts - Bedingungen, Ausprägungen und Besonderheiten;Biograpische Studien zu einzelnen ausgewählten Persönlichkeiten; parlamentarische und außerparlamentarische Entwicklungen der Parteien; regionales Wahlverhalten

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    Geschichte und pädagogische Konzeption der `Schule der Freundschaft` Staßfurt 1982-88
    Laufzeit: 01.01.2000 bis 30.12.2004

    Geschichte der in der Zusammenarbeit mit der Dritten Welt außerordentlichen Einrichtung einer Schule für afrikanische (mosambikanische) Kinder in Zentraleuropa während der Zeit der DDR; Genese, Besonderheiten und Wirkungen für die Mosambikanische Seite

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    Europäische Technologie- und Forschungspolitik
    Laufzeit: 01.10.2005 bis 31.07.2010

    Die Dissertation analysiert die Besonderheiten des Politikprozesses in der Forschungs-, Technologie- und Innovationspolitik der Europäischen Union. Dabei soll u.a. die integrative Wirkung der EU-Forschungsrahmenprogramme im Zuge der EU-Osterweiterung unter besonderer Berücksichtigung der Visegrád-Staaten bewertet werden.

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    Lifelong Learning: Education and Training, Programmes and Actions/Erasmus - Jean Monnet (einziger Vertragspartner)
    Laufzeit: 01.10.2005 bis 30.09.2008

    Verstärkte Lehre im Bereich der EU und europäischen Integration, Begleitung von studentischen Praktika und Exkusionen zu den Einrichtungen der EU und anderen europäischen Einrichtungen. Schwerpunkt Politik- und Rechtswissenschaft, im wesentlichen integriert in den Bachelor- und den Master-Studiengang European Studies. Kleinere studentische Forschungsarbeiten (z.B.Masterarbeiten) werden teilweise in enger Kooperation mit der Landesverwaltung zu landesspezifischen Themen verfasst.

    Jean-Monnet Lehrstuhl, Förderung des European Studies Programm (BA und MA) an der OvGU

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    Lutherrezeption und Reformationserinnerung im 20. und 21. Jahrhundert“
    Laufzeit: 01.12.2013 bis 28.11.2018

    Stellt ein Teilprojekt im Programm „Spurenlese“ des 2011 begründeten Forschungsverbundes „Reformationsjubiläum 2017“ dar.

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    „War and Media: Narratives of War in ‚real’ and ‚virtual’ War in the 20th and 21st Century: Agents – Interests – Constructs“
    Laufzeit: 01.01.2013 bis 01.01.2018

    Diese interdisziplinäre und transnationale Forschungsplattform vernetzt von 2013 an Geschichts-, Medien- und Kommunikationswissenschaftler in Zentraleuropa; Mitglied des Advisory Board und Kooperationspartnerin mit dem inhaltlichen Schwerpunkt Gender und Krieg

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    „Gott im Vernichtungskrieg“
    Laufzeit: 01.01.2013 bis 28.11.2016

    Das Projekt untersucht wie Wehrmachtssoldaten die Diskrepanz zwischen ihrer christlichen Erziehung und ihren Erlebnissen im totalen Vernichtungskrieg gegen die Sowjetunion verarbeiteten. Als Fixpunkt dient dabei ihr Gottesbild, das anhand von Feldpostbriefen, Tagebüchern, Abhörprotokollen und Seelsorgeberichten inhaltsanalytisch extrapoliert wird. Am Ende soll ein Einblick in die Erfahrungswelten der Soldaten stehen.

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    „Die Gedenkstätte Deutsche Teilung Marienborn als Medium der Erinnerungskultur. Eine historiographisch-sozialwissenschaftliche Rezeptionsstudie“
    Laufzeit: 01.01.2012 bis 31.12.2015

    Gedenkstätten nehmen in den Erinnerungskulturen moderner Gesellschaften einen bedeuten-den Platz ein. Als Medien der Geschichtsvermittlung am historischen Ort vermögen sie es, Vergangenes zu vergegenwärtigen, das für öffentliches wie privates Erinnern von grundlegender Bedeutung ist. Möglich wird dies dank der Existenz der am Ort überlieferten Räume und Dinge aus der Zeit, die von den Einrichtungen arrangiert und präsentiert werden, um sie für historisch-politische Bildung zu nutzen. Doch wie genau nutzen und begegnen welche Gruppen und „Generationen“ von Besuchern diese historischen und historisierenden Environments und Arrangements? Welche Bedeutungshorizonte verknüpfen sie mit den Angeboten? Wissenschaftliche Analysen, die sich Wahrnehmungen und Bewertungen einer Gedenkstätte durch ihre Besucher annehmen, fehlen bis jetzt völlig. Mit diesem Promotionsprojekt wird am Fallbeispiel der Gedenkstätte Deutsche Teilung Marienborn diese Forschungslücke geschlossen, indem das Zusammenspiel von Besuchern, Räumen und Objekten durch klassisch historiographische Quellenanalysen in Kombination mit soziologisch-ethnographischer Feldforschung untersucht wird.

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    „Die Wirkung von DDR-Darstellungen im Film auf das Geschichtsbewusstsein von Schülern - Eine empirische Untersuchung“
    Laufzeit: 01.01.2012 bis 31.12.2015

    Mit Hilfe einer empirischen Rezeptionsstudie sollen zunächst Forschungslücken bezüglich der Wirkungsweise von filmischen Geschichtsdarstellungen, speziell von Spielfilmen mit Geschichtsinhalten zum Thema DDR-Geschichte, geschlossen werden. Die Ergebnisse der Studie dienen im Weiteren dazu, Rückschlüsse auf den Einsatz von Spielfilmen im Geschichtsunterricht zu ziehen und entsprechende Unterrichtskonzepte zu entwickeln.

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    „Vom Zeitzeugen zum professionellen Schauspieler. Personalisierungsstrategien des Historischen im Fernsehen an der Epochenschwelle zum 21. Jahrhundert“
    Laufzeit: 01.01.2013 bis 31.12.2015

    Das Projekt ist Teil des Forschungsverbundes "Geschichtsvermittlung in der Mediengesellschaft" des Instituts für Publizistik- und Kommunikationswissenschaft der Universität Wien, des Historischen Instituts der Universität Jena, des Instituts für Medienforschung der Hochschule für Bildende Künste Braunschweig und des Instituts für Geschichte der Universität Magdeburg in Zusammenarbeit mit Johannes Dicke, Stabsstelle Programmplanung ZDF/3sat (Mainz), und mit Dr. Katja Wildermuth, Chefredakteurin Geschichte und Gesellschaft beim MDR (Leipzig).

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    Geschichtsvermittlung in der Mediengesellschaft
    Laufzeit: 01.12.2010 bis 30.11.2015

    Im Winter 2008/9 gründete sich ein internationaler und interdisziplinärer Projektverbund, um die Problemhorizonte einer Geschichtsvermittelung in der Mediengesellschaft vor allem unter rezeptionsanalytischen Auspizien aufzuarbeiten. Ein sogenannter Paketantrag einer Forschergruppe wird im Dezember 2010 bei der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) eingereicht.

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    Unterschiedliche Akteure bei der systematischen Überwachung der Transitstrecke. Kontinuitäten und Brüche
    Laufzeit: 01.08.2012 bis 31.07.2015

    Das Forschungsprojekt untersucht die Zusammenarbeit (bzw. das Zusammenwirken) der unterschiedlichen zivilen und militärischen Akteure bei der Überwachung der Interzonen- bzw. Transitstrecke Hannover-Berlin, einschließlich der Grenzübergangsstellen Marienborn und Drewitz (Drewitz II). In dem Untersuchungszeitraum von Juli 1945 bis in die Zeit des politischen Umbruchs 1989/90 sollen neben der  immer ausgefeilteren technischen Überwachung der Transitstrecke durch die bewaffneten Organe der DDR und eingebundenen zivilen Kräften sollen vor allem Kontinuitäten und Brüche bzw. Probleme bei der Zusammenarbeit der unterschiedlichen Akteure untersucht werden. Darüber hinaus soll in dem Zusammenhang geschaut werden, wer aus welchen Gründen überwacht wurde und welche Sicherheitskonzeptionen hinter der Überwachung der im weiten Sinne Transitstrecke standen und in wieweit diese durch die politischen Beziehungen zwischen den beiden deutschen Staaten beeinflusst wurden.

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    „denkwerk“ – Schüler erforschen die lokale Geschichte des Ersten Weltkriegs
    Laufzeit: 01.08.2012 bis 31.12.2014

    Seit September 2012 existiert ein Schülerprojekt, in dem Schüler des Domgymnasiums Magdeburg und des Gymnasiums Stadtfeld/Wernigerode lokalgeschichtlich relevante Aspekte der Weltkriegsgeschichte recherchieren und in eigenen Ausstellungen der Öffentlichkeit präsentieren sollen.

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    Henning von Tresckow. Eine wissenschaftliche Biographie
    Laufzeit: 01.12.2012 bis 30.11.2014

    Ziel ist die Erarbeitung einer biographisch-systematischen Studie unter Einbeziehung neuer bzw. bislang nur einseitig ausgewerteter Quellen. Ausgehend vom kulturgeschichtlichen Ansatz einer netzartigen Verflechtung strukturhafter Verbindungen sollen wesentliche individuell-biographische Perspektiven mit strukturell-politischen und gesellschaftlichen Gegebenheiten in der Gesamtschau von Tresckows Wirken kontextualisierend verarbeitet werden.

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    Historische Erfahrung und psychosoziale Lebenssituation von Kriegskindern. Eine interdisziplinäre Studie
    Laufzeit: 01.10.2012 bis 30.09.2014

    Im Frühjahr 1945 marschierten die Truppen der Alliierten in Deutschland ein. Neun Monate später kamen die ersten „Besatzungskinder“ zur Welt. Schätzungen gehen davon aus, dass im ersten Nachkriegsjahrzehnt etwa 400.000 Kinder geboren wurden, deren Väter Besatzungssoldaten waren; nur in den seltensten Fällen erkannten diese ihre Vaterschaft amtlich an. Die „Besatzungskinder“ trugen ein doppeltes Stigma: Sie waren von unehelicher Geburt und Kinder einer Beziehung mit dem „Feind“. Ihr soziales Umfeld diskriminierte und grenzte sie aus, sie wurden verhöhnt und zuweilen auch körperlich misshandelt. Heute, fast siebzig Jahre nach Ende des Zweiten Weltkrieges, beginnen sich Betroffene in öffentlichen und semiöffentlichen Foren zu artikulieren und sich ihrer selbst zu vergewissern. Die Gründe für diese Suchbewegungen liegen im hohen Alter ihrer Mütter und Väter, aber auch im Alter der „Besatzungskinder“ selbst. Das Forschungsprojekt nutzt diese Situation der „egohistorischen“ Offenheit, um drei Kardinalziele umzusetzen: Erstens wird die Beobachtung individualpsychischer und psychosozialer Entwicklungsdynamiken der Besatzungskinder mit der Aufklärung ihrer gesellschaftlichen und politischen Bedeutungshorizonte verzahnt. Zweitens soll ein neuartiges transdisziplinäres Erhebungs- und Analyseinstrument entwickelt werden, welches im Nachgang der Scientific Community für weitere grenzüberschreitende Projekten zur Verfügung stehen wird. Drittens gilt es, die Forschungsbefunde zur Gruppe der Besatzungskinder des Zweiten Weltkrieges zu Gunsten von stigmatisierten und diskriminierten „Kindern des Krieges“ in der Gegenwart und der Zukunft zu deuten und politisch über Expertisen und Regularien wirksam werden zu lassen.

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    Heimat im Krieg – die regionale Geschichte des Ersten Weltkriegs
    Laufzeit: 01.10.2012 bis 31.01.2014

    2014 jährt sich zum 100. Mal der Beginn des Ersten Weltkriegs, jener sprichwörtlichen „Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts“.  Das Projekt stellt sich das Ziel, bis Anfang 2014 in enger Kooperation mit dem Museumsverband Sachsen-Anhalt eine Wanderausstellung zu den Auswirkungen des Krieges auf die Region des heutigen Bundeslandes Sachsen-Anhalt zu erarbeiten. Von der privaten Geschichte einzelner Zeitgenossen in der „Heimat“ und an der „Front“ über institutionsgeschichtliche Fragen, etwa zur Rolle der Kirche, der Schulen und Verbände, bis zu übergreifenden Problemen der Sozial- und Wirtschaftsgeschichte sowie erinnerungskulturellen Aspekten sollen Themenfelder neu erschlossen werden. Es geht also um einen Forschungsbeitrag und seine praktische Umsetzung in eine öffentlichkeitswirksame Form der Geschichtsvermittlung. 24.01.2013 - Magdeburg im Ersten Weltkrieg – eine Stadt an der „Heimatfront“.
    Kolloquium in Kooperation mit dem Stadtarchiv Magdeburg.12.07.2013 - Wachstum aus der Katastrophe. Mitteldeutschlands Industrien im Kontext des Ersten Weltkriegs. (6. Wirtschaftsgeschichtliches Kolloquium Wolfen).Kolloquium in Kooperation mit dem Filmmuseum Wolfen.Magdeburg im Ersten Weltkrieg – eine Stadt an der Heimatfront.
    In der Reihe der „Magdeburger Schriften“ (Hg. Stadtarchiv Magdeburg) wird im Sommer 2014 ein umfangreicher Sammelband erscheinen, in den einige MitarbeiterInnen und StudentInnen am IGES eingebunden sind.

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    Magdeburger jüdische Frontsoldaten im Ersten Weltkrieg
    Laufzeit: 01.04.2012 bis 31.01.2014

    Unter den deutschen Staatsbürgern, die sich zu Beginn des Ersten Weltkrieges 1914 freiwillig zum „Kampf fürs Vaterland“ meldeten, waren auch Tausende junge Deutsche jüdischen Glaubens. „Ich bin als Deutscher ins Feld gezogen, um mein bedrängtes Vaterland zu schützen. Aber auch als Jude, um die volle Gleichberechtigung meiner Glaubensbrüder zu erstreiten.“ Dieses Bekenntnis im Testament des 1915 gefallenen Fliegerleutnants Josef Zürndorfer steht für die Haltung und Hoffnung vieler jüdischer Frontsoldaten. Das Projekt will am Magdeburger Beispiel die regionale Dimension der Beteiligung jüdischer Bürger am Ersten Weltkrieg ausleuchten, die bislang noch ein Forschungsdesiderat darstellt. Mit Blick auf das Jahr 2014 – dem 100. Jahrestag des Beginns des Ersten Weltkrieges – wird eine Ausstellung zu jüdischen Frontkämpfern Magdeburgs erarbeitet.

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    Mütter und Töchter. Weitergabe von Kriegseinsatzerfahrungen nach 1945
    Laufzeit: 08.12.2010 bis 31.12.2013

    Es ist communis opinio, dass der Zweite Weltkrieg als in jeder Hinsicht Totaler Krieg aufzufassen ist. Für die Frauen der kriegführenden Nationen bedeutete dies eine territorial bezogene und soziologisch fassbare Totalität der Inanspruchnahme sowie eine neue Qualität der physischen und psychischen Mobilisierung. Als Soldatinnen beteiligten sie sich erstmals in großem Umfang am Töten. Die tiefe Bruchstelle, die der Totale Krieg der Erfahrung dieser weiblichen Generation schlug und ihre Lebenswege auch nach Kriegsende bestimmte, lenkt die Frage auf die Erfahrungsverarbeitung innerhalb der Nachkriegsgesellschaften sowie auf den Erfahrungstransfer an die nächste Generation. Das Forschungsprojekt fragt, ob die seit den späten 1960er Jahren anwachsenden Artikulationen des Feminismus nicht zum Teil auch eine generationell verschobene Folge weiblicher Kriegserfahrung im Zweiten Weltkrieg sein könnten.

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    Vom Herzog zum Reichstatthalter. Anhalts Weg ins „Zeitalter der Extreme“ 1871–1949.
    Laufzeit: 01.01.2012 bis 31.12.2013

    Im Jahr 2012 feiert man in Sachsen-Anhalt das 8oojährige Jubiläum des zweiten Namensbestandteils. Am 9. Februar 1212 starb Herzog Bernhard I., Begründer der sächsisch-askanischen Linie der Herzöge von Sachsen-Wittenberg. Dessen jüngster Sohn, Albrecht I., wurde Herzog. Der Älteste, Heinrich I., erhielt die anhaltischen Lande und begründete so die Linie der Fürsten von Anhalt. Damit begann eine Jahrhunderte lange, wechselvolle Geschichte, die mit der Liquidation des Landes Sachsen-Anhalt im dortigen Landtag am 25. Juli 1952 ihr offizielles Ende fand. Die Feierlichkeiten, Veranstaltungen, Ausstellungen und wissenschaftlichen Tagungen im Programm „Anhalt 800“ des Jahres 2012 richteten ihr Hauptaugenmerk auf die mittelalterliche, frühneuzeitliche und neuere Geschichte des heutigen Landesteiles Anhalt. Die jüngere und jüngste Vergangenheit blieb weitgehend unbeachtet.   Das Kolloquium wollte neuere Forschungsergebnisse zusammentragen, dabei die Forschungsdesiderate umso deutlicher benennen sowie weiterführende kultur- und erinnerungsgeschichtliche Fragestellung und Methoden an Anhalts jüngste Geschichte herantragen. Es verstand sich als Anregung für weitere Forschungen und wollte diejenigen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die sich mit „Anhalts Weg ins ‚Zeitalter der Extreme’“ beschäftigen, enger vernetzen.Vom Herzog zum Reichstatthalter.
    Im Auftrag der Forschungsstelle Moderne Regionalgeschichte am Institut für Geschichte der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg und in Zusammenarbeit mit der Landeszentrale für politische Bildung Sachsen-Anhalt herausgegeben von Justus H. Ulbricht.
    Halle 2013 (im Ersch.).

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    „Widerstandskämpfer“ und „Illegalisten“ als Konstrukte des kollektiven Gedächtnisses in Rumänien und der DDR
    Laufzeit: 01.08.2012 bis 31.07.2013

    Das Promotionsprojekt setzt sich mit der filmischen Konstruktion des kollektiven Gedächtnisses in Rumänien und in der DDR auseinander. Dabei steht die Frage nach der Aushandlung der Vergangenheit im Mittelpunkt der Untersuchung. Die in den beiden Ländern zum Vorschein kommenden Gedächtnisprozesse und –Formen werden durch die exemplarische Analyse des „kommunistischen Widerstandskämpfers“ und des „Illegalisten“ kritisch beleuchtet.

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    Napola- und Parteikader. Elitebildung im Nationalsozialismus und in der DDR am Beispiel der Bildungsstätte Ballenstedt
    Laufzeit: 01.07.2010 bis 30.06.2013

    Das Projekt fragt nach der Geschichte des nationalsozialistischen Schulungsortes sowie der nach 1945 eröffneten sozialistischen Parteischule Ballenstedt. Anhand dieses konkreten historischen Ortes und seiner Kontinuitäten und Brüche vermag es darüber hinaus, generelle Erkenntnisse über Elitebildung in Diktaturen zu gewinnen.

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    Die Kulturgeschichte der "Pille"
    Laufzeit: 01.04.2010 bis 31.03.2013

    Das Projekt untersucht die spezifischen gesellschaftlichen Konstellationen, die in der DDR als erstem Ostblockstaat die Entscheidung für eine hormonelle Empfängnisverhütung ermöglichten. Die Pille wird dabei als ein Produkt im wahrsten Sinne des Wortes in den Blick genommen, an dessen Ein­führung, Verbreitung und Gebrauch zahlreiche politische und gesellschaftliche Akteure beteiligt waren, die unter den spezifischen Bedingungen der staatssozialistischen Diktatur und der stummen Anwesenheit des Westens auf unterschiedlichen Ebenen und mit unterschiedlichen Intentionen interagierten und kommunizierten.Wissenschaftliche Tagung  „Kulturgeschichte der Fertilität von der Frühen Neuzeit bis zur Gegenwart“ In Kooperation mit der Universität Jena und gefördert durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft. Die Tagung fand vom 10. bis 12.1.2013 in Imshausen statt.

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    Das Stalag XI-A Altengrabow 1939-1945
    Laufzeit: 01.07.2010 bis 01.01.2013

    DasStalag XI-A Altengrabow war eines der größten Kriegsgefangenenlager Mitteldeutschlands, welches während der gesamten Kriegsdauer genutzt wurde. Das Forschungsprojekt fragt nach der politischen, wirtschaftlichen, sozialen, militärischen und der Kulturgeschichte des Lagers sowie seinen vielfältigen Einbindungen in Kommune, Region und Land.

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    „Soldatinnen im Zweiten Weltkrieg und die Folgen. USA, England, Sowjetunion und Deutschland im Vergleich“
    Laufzeit: 01.01.2008 bis 31.12.2012

    Die Mobilisierung und Selbstmobilisierung von Frauen, ihre Erwartungen an den Einsatz und ihre Erfahrungen im Krieg, die kurz- und langfristigen Folgen für die zivilen und militärischen Geschlechterverhältnisse sowie für die Art und Weise der Kriegführung, sind die Schwerpunkte mit denen sich das Projekt beschäftigt.

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    Zur Rolle der Leipziger Versteigerungshäuser Klemm und Thiemig bei der Verwertung des Eigentums von Emigranten und deportierten jüdischen Bürgern im Zeitraum 1933 bis 1945
    Laufzeit: 01.10.2011 bis 30.11.2012

    Von 1939 bis 1945 führte die Firma Hans Klemm in Leipzig im Auftrag der Gestapo und des Oberfinanzpräsidenten Leipzig Versteigerungen von so genanntem „nicht arischen Eigentum“ durch. Die Überlieferungen dokumentieren sowohl Versteigerungen im Auftrag der Gestapo und des Oberfinanzpräsidenten als auch Nachlassversteigerungen und Haushaltsauflösungen. Das Projekt realisiert auf der Grundlage einer umfassenden Recherche in den einschlägigen Archiven die Verstrickung der Versteigerungshäuser Hans Klemm (Leipzig) und Hermann Thiemig (Leipzig) in den Vorgang „NS-verfolgungsbedingt entzogenes Kulturgut, insbesondere aus jüdischem Besitz“ und realisiert auf dieser Grundlage die Anfertigung einer Datenbank mit sämtlichen relevanten Daten zum Verkauf und Erwerb der Vermögensgegenständen aus diesen Unterlagen im Zeitraum 1933 bis 1945.

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    Die Wirkung von DDR-Darstellungen im Film auf das Geschichtsbewusstsein von Schülern Eine empirische Untersuchung
    Laufzeit: 01.07.2009 bis 30.06.2012

    Historische und politische Bildung in der Schule müssen sich vermehrt audiovisueller Medien bedienen, um Aufmerksamkeit zu wecken und Akzeptanz zu heischen. Vor dem Hintergrund der höchst emotional geführten gesellschaftlichen Debatten um eine Bewertung der DDR als Unrechtsdiktatur oder als Sozialparadies , vor dem Hintergrund auch, dass sich Ostdeutsche und Westdeutsche immer noch (oder schon wieder) als die jeweils Anderen ausmachen, scheint es geradezu zwingend, die heranwachsenden Generationen differenziert aufzuklären. Dabei dürfen wir die Vermittlung nicht allein den Eltern respektive den spezifischen Regeln gehorchenden öffentlichen Medien überlassen. Vielmehr müssen wir die dort angebotenen, hoch erfolgreichen Produkte , allen voran die Filme, moderiert zur Aufklärung der Schüler nutzen. Wenn wir wissen, welche Wirkung welche Filmformate auf Schüler zeitigen, werden wir in einem zweiten Schritt in der Lage sein, Handlungsrichtlinien für Schulen und für Lehrer zu entwickeln, damit diese  die Filme ihrerseits erfolgreich im Unterricht nutzen können.

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    "Besatzungskinder". Zur Sozial-, Diskurs- und Biographiegeschichte einer in beiden deutschen Nachkriegsgesellschaften beschwiegenen Gruppe
    Laufzeit: 01.04.2008 bis 31.03.2012

    Das Projekt rekonstruiert die Geschichte dieser besonderen Gruppe von „Kriegskindern“ sozial-, diskurs- und biographiegeschichtlich. Es will einen Beitrag zur Kultur- und Gesellschaftsgeschichte der beiden deutschen Nachkriegsgesell­schaften sowie zu einer europäischen und transatlantischen Beziehungsgeschichte liefern.
    Aus- und Aufbaustufe: In Vorbereitung ist derzeit eine Erweiterung des Forschungsprojektes auf den Raum Europa: Soldaten der deutschen Wehrmacht sowie der alliierten Truppen zeugten in ganz Europa und darüber hinaus „Besatzungskinder“, die in „fremden“, nicht selten gar feindlich gesinnten Nachkriegsgesellschaften groß werden mussten.wissenschaftliche Tagung Besatzerkinder. Spätfolgen des Zweiten Weltkrieges in Deutschland und Österreich“ In Kooperation mit dem Ludwig-Boltzmann-Institut für Kriegsfolgenforschung Graz und gefördert durch die Fritz Thyssen Stiftung sowie dem National Center of Culture Warschau. Die Tagung fand am 27.9.2012 in Wien statt.

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    Die postsozialistischen Verfassungsgebungen Ungarns im Vergleich. Die Gestaltungsmacht über Verfahrensregeln als Bedingung für Scheitern und Erfolg
    Laufzeit: 14.02.2018 bis 22.01.2020

    Die Arbeit untersucht zwei Verfassungebungen in Ungarn nach dem Systemwechsel 1989/90, wobei die erste Verfassungsgebung zwischen 1994 und 1998 scheiterte, die zweite erfolgreich war, obwohl in beiden Fällen die initiierenden Regierungsparteien im Parlament über eine verfassungsändernde Zweidrittelmehrheit verfügten. Die Frage lautet daher: Was erklärt, dass trotz ähnlicher Rahmenbedingungen die erste Verfassungsgebung scheiterte, während die zweite formal erfolgreich war?
    Auf Basis des theoretischen Ansatzes des distributiven Rational Choice Institutionalismus kommt die Arbeit zu dem Ergebnis, dass die Varianz der Ergebnisse auf die unterschiedliche Gestaltung der Verfahrensregeln im Vorfeld der Verfassungsgebung durch mit unterschiedlichen Machtressourcen ausgestatteten Akteuren zu erklären ist.

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    DDR-Geschichte im Medienkoffer
    Laufzeit: 01.10.2009 bis 31.03.2013

    Um den Geschichtsunterricht zur DDR-Geschichte an den Sekundarschulen und Gymnasien des Landes Sachsen-Anhalt künftig noch nachhaltiger und vor allem handlungs- sowie kompetenzorientierter gestalten zu können, hat der Landesbeauftragte die Zusammenstellung eines entsprechenden Medienkoffers in Auftrag gegeben. Die Teilnehmer des Projekts stellen den Inhalt dieses Koffers zusammen, erarbeiten zu den jeweiligen Medien Begleitmaterialien und zeigen konkrete pädagogische Einsatzmöglichkeiten auf. Der komplette Medienkoffer soll für alle Medienstellen des Landes Sachsen-Anhalt und darüber hinaus ggf. für alle Schulen produziert werden.

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    Methodenprojekt „Gustav Adolf Spengler“
    Laufzeit: 01.01.2011 bis 31.03.2012

    Mit der Einführung der Erprobungsfassung des Lehrplanes für Geschichte in Sekundarschulen des Landes Sachsen-Anhalt im Jahr 2010 wurden Methodenpraktika als neue Unterrichtsform eingeführt. Speziell auf die Ausstellung im Spenglermuseum und Spenglerhaus in Sangerhausen zugeschnitten wurden Materialien entwickelt, die die Durchführung des Methodenpraktikums „Geschichte in Sachzeugnissen“ für Schülerinnen und Schüler der Klassenstufen 5 und 6 ermöglicht. Diese umfassen sowohl Hinweise zur Durchführung des Praktikums als auch Arbeitsmaterialen und werden dem Museum im Februar 2012 übergeben.

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    Methodenprojekt „Zeitgeschichte in einer Ausstellung“
    Laufzeit: 01.01.2011 bis 31.03.2012

    Mit der Einführung der Erprobungsfassung des Lehrplanes für Geschichte in Sekundarschulen des Landes Sachsen-Anhalt im Jahr 2010 wurden Methodenpraktika als neue Unterrichtsform eingeführt. Speziell auf die Ausstellung im Spenglermuseum in Sangerhausen zugeschnitten wurden Materialien entwickelt, die die Durchführung des Methodenpraktikums „Geschichte in einer Ausstellung“ für Schülerinnen und Schüler der Klassenstufen 9 und 10 ermöglicht. Im Mittelpunkt steht dabei die Geschichte Sangerhausens im Ersten Weltkrieg.

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    Erarbeitung eines Methodenpraktikums Zeitgeschichte in einer Ausstellung und Vorbereitung einer Lehrerfortbildung
    Laufzeit: 01.10.2010 bis 30.06.2011

    In dem neuen kompetenzorientierten Lehrplan für das Fach Geschichte für die Sekundarschulen Sachsen-Anhalts sind erstmals sog. Methodenpraktika integriert. Diese erfordern einen grundsätzlich anderen fachdidaktisch-unterrichtlichen Zugriff sowie eine enge Kooperation der Schulen mit außerschulischen Partnern. Im Rahmen des Projekts erarbeiten die Teilnehmer konkrete Ablaufpläne und Materialien für die Umsetzung des Methodenpraktikums Zeitgeschichte in einer Ausstellung in der Gedenkstätte Marienborn. Gleichzeitig bereiten sie eine einführende Lehrerfortbildung vor, die vom 4.-6. Juli 2011 in der Gedenkstätte stattfinden wird.

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    Zeitgeschichte im Schulbuch II
    Laufzeit: 01.10.2010 bis 28.03.2011

    Die Einführung eines neuen kompetenzorientierten Lehrplans für das Fach Geschichte an den Sekundarschulen Sachsen-Anhalts stellte die Schulbuchverlage vor die Aufgabe, die bisherigen Lehrwerke gründlich zu überarbeiten bzw. völlig neu zu konzipieren. In dem laufenden Projekt erarbeiten die Studierenden unter Anleitung für das Lehrwerk Die Reise in die Vergangenheit ein neues, komplettes Schulbuchkapitel für die Klassenstufen 9/10 zum Thema Zeitgeschichte im digitalen Medium .

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    Zeitgeschichte im Schulbuch I
    Laufzeit: 01.01.2010 bis 28.02.2011

    Die Einführung eines neuen kompetenzorientierten Lehrplans für das Fach Geschichte an den Sekundarschulen Sachsen-Anhalts stellte die Schulbuchverlage vor die Aufgabe, die bisherigen Lehrwerke gründlich zu überarbeiten bzw. völlig neu zu konzipieren. In dem laufenden Projekt erarbeiten die Studierenden unter Anleitung für das Lehrwerk Die Reise in die Vergangenheit ein neues komplettes Schulbuchkapitel für die Klassenstufen 9/10 zum Thema Zeitgeschichte in einer Ausstellung .

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    Erarbeitung eines Lehrerbegleitmaterials für das Medienpaket Sachsen-Anhalt ´89. Die unbekannten Geschichten der Wende
    Laufzeit: 01.10.2009 bis 30.09.2010

    Das Medienpaket, das auf Basis von Zeitzeugeninterviews vom MDR ursprünglich für Rundfunk und Fernsehen produziert wurde, wird im Rahmen des Projekts für die Bildungsarbeit im Geschichtsunterricht aufbereitet. Das von den Studierenden zu erarbeitende Begleitmaterial soll neben historischen Zusatz- und Hintergrundinformationen zu den vorgestellten Einzelschicksalen konkrete Einsatzmöglichkeiten in der unterrichtlichen Arbeit aufzeigen.

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    Geschichte der innerdeutschen Grenze
    Laufzeit: 01.01.2009 bis 31.12.2009

    Im Rahmen einer Lehrveranstaltung bereiteten Studierende des IGES zunächst eine mehrstündige, später unter fachlicher und didaktischer Anleitung eine dreitägige Lehrerfortbildung zur innerdeutschen Grenze vor. Im Ergebnis entstand eine Publikation von Darstellungen und Quellen zur Unterrichtsvorbereitung

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    Materialien zur Zeitgeschichte für den Einsatz im Unterricht
    Laufzeit: 01.01.2009 bis 31.12.2009

    Im Rahmen einer fachwissenschaftlich und didaktisch orientierten Lehrveranstaltung erarbeiten Studierende des IGES Begleitmaterialien für zwei DVD s (Geschichte der Juden in Sachsen-Anhalt zwischen 1933 und 1945 und Herbst 1989 in Sachsen-Anhalt), die auf den neuen Lehrplan der Sekundarschulen abgestimmt sind.

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    Lehrplan Geschichte
    Laufzeit: 01.01.2009 bis 31.08.2012

    fachwissenschaftliche und fachdidaktische Beratung bei der Erstellung des neuen Lehrplans für das Unterrichtsfach Geschichte an Sekundarschulen des Landes Sachsen-Anhalt in den Klassenstufen 5 bis 10 + Überarbeitung der Erprobungsfassung

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    Die touristische Entdeckung des Harzes Ausstellungs- und Publikationsprojekt
    Laufzeit: 01.01.2010 bis 31.12.2011

    Das seit 2008 laufende Forschungsvorhaben hat das Ziel, erstmals die frühe touristische Entwicklung des Harzes von der Mitte des 17. bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts zu rekonstruieren und zu dokumentieren. Ausgangspunkt des Projekts ist die Gegenwartsbedeutung des Tourismus als entscheidender Wirtschafts- und Imagefaktor im Harz. Die Forschungsergebnisse werden in einer Monographie sowie in einer Sonderausstellung präsentiert. Letztere findet in den Räumen der Galerie 1530 in Wernigerode von April bis Dezember 2011 statt.

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    Walpurgisfeiern im Harz Ausstellungsprojekt
    Laufzeit: 01.09.2010 bis 31.12.2011

    Das Projekt widmet sich den seit Ende des 19. Jahrhunderts kommerziell betriebenen Walpurgisfeiern auf dem Brocken und im Harz. Ziel ist es, die Hintergründe und Abläufe dieser alljährlichen Feste zu dokumentieren und in den Kontext der touristischen Entwicklung des Harzes einzuordnen. Das Sonderausstellungsprojekt, das im Harzmuseum Wernigerode zwischen Frühjahr und Herbst 2011 realisiert wird, versteht sich als Korrespondenz zu der zeitgleich in der Galerie 1530 stattfindenden Ausstellung zur Geschichte des Harztourismus.

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    Erarbeitung eines Lehrerbegleitmaterials für das Medienpaket Da war immer nur Angst. Jüdische Schicksale in Sachsen-Anhalt
    Laufzeit: 01.10.2009 bis 30.09.2010

    Das Medienpaket, das auf Basis von Zeitzeugeninterviews vom MDR ursprünglich für Rundfunk und Fernsehen produziert wurde, wird im Rahmen des Projekts für die Bildungsarbeit im Geschichtsunterricht aufbereitet. Das von den Studierenden zu erarbeitende Begleitmaterial soll neben historischen Zusatz- und Hintergrundinformationen zu den vorgestellten Einzelschicksalen konkrete Einsatzmöglichkeiten in der unterrichtlichen Arbeit aufzeigen.

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    Pietismus von oben. Seine Einführung und Konsolidierung in der Grafschaft Wernigerode durch das Grafenehepaar Sophie Charlotte (1695-1762) und Christian Ernst (1691-1771) zwischen 1714 und 1771
    Laufzeit: 01.07.2012 bis 31.12.2015

    Das  Promotionsprojekt hat zum Ziel, erstmals den Pietismus als Glaubensform und religiöse Frömmigkeitspraxis in der Grafschaft Wernigerode zu untersuchen, in der sich mit dem Wernigeröder Pietismus im 18. Jahrhundert eine besondere, weitreichende und einflussreiche Form des Pietismus etablierte. Zugleich verfolgt das Projekt eine neuartige und bislang von der Forschung nicht geleistete Untersuchung zum Prozess der Einführung und Manifestierung eines herrschaftlichen Pietismus , der in der Grafschaft Wernigerode im Regierungszeitraum des Grafenpaares Sophie Charlotte (1695-1762) und Christian Ernst (1691-1771) von oben , d.h. im Gegensatz zum pietistischen Anspruch, religiöse Volksbewegung zu sein, etabliert werden konnte. Unter Anwendung von sozial- und kultur-historischen Methoden soll aufgezeigt werden, wie diese alternative Glaubensform speziell durch die Initiative eines Grafenpaares eingeführt wurde und eben nicht hauptsächlich auf der Initiative und dem Engagement von missionarisch tätigen Theologen oder der Bevölkerung beruhte, wie dies bislang aus Untersuchungen zum Pietismus bekannt ist.

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    Arztvorträge und ihr Beitrag zur "Krankheitsbewältigung" - eine mikrosoziologische Untersuchung ärztlicher Gruppenvermittlungs- und -beratungssettings bei Brustkrebs
    Laufzeit: 03.03.2014 bis 03.03.2018

    Aufgrund der gestiegenen Lebenserwartung und den weitreichenden Fortschritten in der Medizin sind Ärzt_innen heute vielmehr mit der Behandlung chronisch Erkrankter konfrontiert als noch vor wenigen Jahrzehnten. Sowohl an Akut-, aber v.a. auch an Rehabilitationskliniken haben sich ärztliche Vorträge deshalb als ein wichtiges Instrument erwiesen, um im Sinne einer Sekundär- und Tertiärprävention bereits chronisch Erkrankten im Rahmen kollektiver und dementsprechend zeitsparender Settings Wissen zu vermitteln und sie so entsprechend der Forderungen nach einem "informierten Patienten" zu schulen und mit dem Ziel eines Empowerment zu beraten und anzuleiten, damit eine gesellschaftliche Teilhabe sowie eine gewisse Lebensqualität gesichert und die Krankheit "bewältigt" werden kann.
     
    Mit Blick auf den Forschungsstand wird jedoch deutlich, dass die Rolle von ärztlichen Vorträgen während und für die Behandlung von Patient_innen sowie die unterschiedlichen Interaktionsstrategien von Ärzt_innen und Patient_innen während dieser Gruppenvermittlungs- und -beratungssettings noch weitestgehend unerforscht sind. Zudem zeigen  Interviews mit Patient_innen, dass der Einfluss der Vorträge auf die Krankheitsbewältigung kaum rekonstruiert werden kann - dies v.a. deswegen, da die Erinnerung an den Behandlungsprozess vielfach von den direkten Arztgesprächen überdeckt und eine Reflektion des Einflusses der Vorträge so verstellt wird.

    In der qualitativ angelegten Dissertationsforschung stehen deshalb die Interaktionsstrategien und insbesondere die ärztlichen Vermittlungs- und Beratungsaktivitäten, wie sie sich in den Vorträgen zeigen, im Mittelpunkt. Untersucht werden hierbei v.a. die verschiedenen Vermittlungsdimensionen, die zutage tretenden Arbeitslinien sowie Methoden und Mechanismen ärztlicher Vorträge. Auch die Rolle der Patient_innen während und für das medizinisch-pädagogische Setting "Arztvortrag" wird näher betrachtet.
    Hierfür wurden 12 ärztliche Vorträge vor Brustkrebspatient_innen an Akut- und Rehabilitationskliniken teilnehmend beobachtet und aufgenommen, protokolliert und transkribiert und mittels der soziolinguistischen Prozessanalyse (Fritz Schütze) analysiert.

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    Erfolgsfaktoren für Netzwerke zur Hochschulentwicklung: Governancemodelle und soziale Praxis interdisziplinärer Kooperation (NetKoop)
    Laufzeit: 01.10.2020 bis 30.09.2023

    Aktivitäten für eine lehrbezogene Qualitätsentwicklung finden zunehmend in Hochschulverbünden statt. Von diesen zumeist durch Drittmittelförderung entstandenen Hochschulverbünden wird sich versprochen, dass die Qualitätsentwicklung von Zusammenarbeit und Austausch profitiert und eine höhere Wirkung entfaltet. Erfolgs- und hinderliche Faktoren solcher Verbünde sind jedoch bislang nicht hinreichend wissenschaftlich geklärt. Das Verbundprojekt NetKoop untersucht daher die Gelingensbedingungen der Kooperation in Verbünden. Das Projekt wird gemeinsam mit dem Hochschulforschungsinstitut Halle-Wittenberg HoF (Prof. Peer Pasternack), der Universität Hamburg (Prof. Marianne Merkt) und der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg realisiert.

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    Wissenschaftliche Begleitung der Implementierung des elektronischen Labor-Notizbuches als Instrument der Qualitätssicherung in der biomedizinischen Forschung (Re-Place)
    Laufzeit: 03.08.2020 bis 31.07.2023

    In den letzten Jahren verzeichnet die biomedizinische Forschung einen exponentiellen Anstieg wissenschaftlicher Publikationen. Kritiker stellen dieser Entwicklung die mangelnde Reproduzierbarkeit von Forschungsergebnissen gegenüber und beklagen ihren geringen Nutzen für Gesellschaft und Patient*innen. Ein mögliches Instrument der Qualitätssicherung stellt das ‚Electronic Laboratory Notebook‘ (ELN) als integralen Bestandteil eines transparenten Forschungsdatenmanagements in den Vordergrund. Im Verbundprojekt RE-PLACE wird die Implementierung des ELNs in der biomedizinischen Forschung wissenschaftlich begleitet. Das Vorhaben wird im Verbund Charité - Universitätsmedizin Berlin (mit dem Teilvorhaben RE-PLACE-Charitè: Formative und summative Evaluation der ELN-Implementierung) und Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg (mit dem Teilvorhaben RE-PLACE-OVGU: Experimentelle Forschung zur Wirkungsweise von ELNs) durchgeführt. Aufgabe und Ziel der Untersuchung ist die evidenzbasierte Beurteilung des Wertes und Nutzens der ELN-Implementierung. Die Ergebnisse des Projektes bilden die empirische Grundlage für Entscheidungsprozesse zur Entwicklung zielgerichteter Steuerungsmaßnahmen im Hinblick auf gesellschaftliche Interessen wie die Sicherung von Forschungsprozessen und Forschungsdatenqualität.

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    Letzte Änderung: 03.04.2023 - Ansprechpartner: Webmaster